Transkript von Das Beste an unserer Freundschaft – Check In mit Philip Siefer

01:09:33 63 Min. Lesezeit 0 Aufrufe Veröffentlicht vor 20 Tage

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Zusammenfassung der Folge

In dieser Folge von Hotel Matze sprechen Matze Hielscher und Philip Siefer über ihre gemeinsame Tagebuch-Freundschaft, die vor acht Jahren in einer Excel-Tabelle begann und nun als App erscheint. Sie diskutieren, warum Freundschaften im Erwachsenenalter mehr Pflege und gezielte Anlässe brauchen, und Siefer erzählt, wie er übt, seine Wünsche klar zu äußern.

Außerdem geht es um seinen Umgang mit KI im Arbeitsalltag, dessen Nutzen er betont, während Hielscher Bedenken über nachlassende Urteilskraft äußert. Zum Schluss berichten die beiden von einer Reise nach London zu einem Vortrag von Eckhart Tolle und der Frage, wer man ohne seine Vergangenheit ist.

In dieser Folge Matze Hielscher, Philip Siefer

Das Transkript dieser Folge über Freundschaft mit Philip Siefer wurde mit der Technologie hinter dem AI Notetaker von HappyScribe erstellt.

Matze Hielscher00:00:11

Ciao Grazie, buongiorno, guten Tag, hallo, ciao.

Philip Siefer00:00:13

Hallöchen. Happy Release Day!

Matze Hielscher00:00:15

Ja, Happy Release Day to you, Happy Release Day to—

Philip Siefer00:00:20

Und auch to you!

Matze Hielscher00:00:22

Und auch to me!

Philip Siefer00:00:23

Und zu allen anderen auch: Unsere App ist jetzt draußen!

Matze Hielscher00:00:25

Willkommen!

Philip Siefer00:00:26

Also hat Alina auch Happy Release Day in Format D, ne?

Matze Hielscher00:00:28

Also, es hat so lange gedauert jetzt, es ist Wahnsinn. Also ich glaube, wir müssen—

Philip Siefer00:00:32

8 Jahre haben wir jetzt darauf gewartet!

Matze Hielscher00:00:34

8 Jahre! Ist wirklich so, ne? Ist wirklich so, 8 Jahre!

Philip Siefer00:00:37

8 Jahre! So lange hab ich noch nie auf was gewartet.

Matze Hielscher00:00:39

Nee, ich auch nicht. Wir sind ja eher die ungeduldigen Typen, oder die, die— nee, das machen wir jetzt einfach. Aber für alle, die nicht wissen, worüber wir gerade reden: Wir führen seit 8 Jahren gemeinsam Tagebuch.

Philip Siefer00:00:51

3.000 Einträge.

Matze Hielscher00:00:52

In einer—

Philip Siefer00:00:53

Wir haben uns quasi in einer Excel-Tabelle kennengelernt.

Matze Hielscher00:00:55

Ja, wir haben uns in einer Excel-Tabelle kennengelernt und sind in einer Excel-Tabelle Freunde geworden.

Philip Siefer00:00:59

Andere Leute lernen sich bei World of Warcraft kennen, wir bei Excel. Linke Spalte hat Matze jeden Tag reingeschrieben, was das Beste des Tages war, rechte Spalte hab ich reingeschrieben, was das Beste des Tages war. Er konnte meins sehen, ich konnte sein's sehen, also in so einer geteilten Internet-Excel-Tabelle.

Matze Hielscher00:01:15

Ja.

Philip Siefer00:01:16

Und so haben wir uns sehr, sehr gut kennengelernt.

Matze Hielscher00:01:19

Ja.

Philip Siefer00:01:19

Ich weiß nicht, ob viele Leute so viel über mich wissen wie du.

Matze Hielscher00:01:24

Ich würde auch sagen, geht für mich genauso. Also ich glaube— nee, ich glaube, es wissen nicht so viele über mich so viel wie du, ja.

Philip Siefer00:01:33

Ist eine intime Excel-Tabelle.

Matze Hielscher00:01:34

Ist eine sehr intime Excel-Tabelle.

Philip Siefer00:01:35

Wenig Zahlen, viele Geheimnisse.

Matze Hielscher00:01:38

Viele, viele Geheimnisse. Und auch das Schöne, dass, wenn man dann irgendwann merkt, nach— also ich weiß, es war ja nicht von Anfang an so— am Anfang, als wir die Tabelle gestartet haben, war das ja ein bisschen oberflächlicher. Ich hab da nochmal reingeguckt, die Tage. Und dann wird's aber immer— man geht halt immer tiefer rein. Und immer— also und irgendwann war es auch nicht mehr nur das Beste des Tages, sondern auch das Schlechteste des Tages, das Traurigste des Tages.

Philip Siefer00:02:01

Mhm.

Matze Hielscher00:02:03

Und dieses Wissen, wie es einer anderen Person geht, und so diesen, diesen Überblick zu haben, also da bist du auf jeden Fall sehr, sehr nah dran.

Philip Siefer00:02:13

So auch, was jetzt die Taktung angeht, ne? Ich hab quasi ein tägliches Live-Update von Event des Tages, Matze Hielscher.

Matze Hielscher00:02:20

Ja, und ich von Philip Siefer. Und vor allen Dingen haben wir beide dadurch auch, was unser Leben betrifft, wenn wir so drüberfliegen. Also man sieht jetzt: Ach, vor 7 Jahren hab ich— oh, das war okay, interessant. Und dadurch, dass es— dass man das so bezeugt macht, haben wir auch schon ein paar Mal erzählt, bleibt man auch dran. Also das war mir immer— ich hab immer schon mal Tagebuch geschrieben, dann gibt's Einträge einen Monat lang und dann wieder ein halbes Jahr nicht. Aber indem es jetzt sowas gibt, dass wir das machen und dann die andere Person halt fragt: "Sag mal, alles okay?"

Philip Siefer00:02:51

Hallo?

Matze Hielscher00:02:52

"Lebst du noch?"

Philip Siefer00:02:52

Mhm.

Matze Hielscher00:02:53

Ich bin da so ein Nachtrager. Und dann— ja, und dadurch ist das überhaupt da. Und dieser Schatz, den jetzt zu haben, über so langen Zeitraum, und einfach zu wissen, was in diesen für mich ja auch sehr, sehr turbulenten 8 Jahren so passiert ist, und jeden Tag zu wissen, was so passiert ist, welche Gefühle ich hatte, und auch du— also das ist eines der besten Ideen, die wir je hatten. Also die ich auch je mit jemandem zusammen hatte.

Philip Siefer00:03:17

Ich find das gut gerade. Ich mein, wir haben ja auch gesagt, das ist vielleicht die dümmste Idee, die wir je hatten. Aber ich mein, inhaltlich, es stimmt ja quasi, dass das Produkt, das wissen wir einfach nicht, aber die Idee selber, das zu machen, ich liebe das auch. Es ist wirklich was, was wirklich— dieser Schatz auch, den wir da haben an Informationen, und auch, dass man das 8 Jahre— also wir haben jetzt 8 Jahre drauf gewartet, aber wir haben es auch 8 Jahre zusammen gemacht. Und ein Kumpel von mir, der hat gesagt: "If the process becomes the reward" oder so. Also wenn der Prozess schon die Belohnung ist, dann ist es geil.

Matze Hielscher00:03:48

Ja, das stimmt.

Philip Siefer00:03:49

Und es ist ja oft so, dass man Sachen macht, man will eigentlich ans Ziel kommen und fertig werden. Und wenn aber die Reise— das sagt ja auch Lao Tse— der Weg ist das Ziel, ja?

Matze Hielscher00:03:58

Ja.

Philip Siefer00:03:58

Wenn der Weg gut ist, dann braucht man gar keinen— dann ist es gut, auch ein Ziel zu haben, aber man muss da nicht unbedingt hin oder den— ja. Und das war auf jeden Fall so die letzten 8 Jahre, dass der Weg total Spaß gemacht hat. Und auch unsere jährliche Reflexion und so, wir haben da schon viel draus geschöpft.

Matze Hielscher00:04:14

Und jetzt—

Philip Siefer00:04:14

Jetzt gibt's es als App!

Matze Hielscher00:04:15

Jetzt gibt's es als App, weil das ist das, was man schon auch sagen muss: Excel ist jetzt nicht immer der schönste Ort der Welt.

Philip Siefer00:04:20

Mhm.

Matze Hielscher00:04:22

Es gab— und wir folgen auch so ein bisschen der I— also den Zurufen und Nachrichten, die wir auch immer wieder bekommen haben von euch, dass es ja schon ein paar hundert Leute gibt, die auch Excel-Listen mit Freunden und Freundinnen teilen und die gesagt haben: "Mensch, da kann man doch eine App draus machen." Und diesen Ruf hat auch Format D erhört, eine tolle Firma aus München, und die haben jetzt für uns, mit uns, das Ganze als App designt. Und jetzt ab heute gibt es das in allen App-Stores, die man so haben kann.

Philip Siefer00:04:48

Ja, es gibt auch— also es gibt es im Play Store bei Google, aber es gibt's auch im App Store bei Apple. Das heißt, auch Freundschaft zwischen Apple und Android ist möglich, ja?

Matze Hielscher00:04:57

Ja.

Philip Siefer00:04:57

Wir machen da keine Grenzen, es ist— alle dürfen miteinander Besties werden.

Matze Hielscher00:05:02

Und wir würden uns, das muss man auch so sagen, total freuen, wenn ihr euch die App runterladet. Und wenn ihr das probiert, man kann das 14 Tage kostenlos testen.

Philip Siefer00:05:10

Mhm.

Matze Hielscher00:05:11

Wir empfehlen, es eher mit einem Freund, einer Freundin zu machen als mit dem Partner. Also das ist so das Feedback aus meinem Bekanntenkreis, Leute, die das in einer Beziehung gemacht haben, haben gemerkt: Nee, das ist irgendwie nicht so dolle.

Philip Siefer00:05:23

Mhm.

Matze Hielscher00:05:23

Aber so Freunde, die auch vielleicht in einem anderen Ort wohnen, die vielleicht gerade auf einer Weltreise sind, oder aber auch wie bei uns, also du wohnst nördlicher Prenzlauer Berg, ich südlicher, das geht natürlich auch.

Philip Siefer00:05:34

Ja, richtig.

Matze Hielscher00:05:34

Es ist gar kein Thema, das kann man machen. Und es würde mich total freuen, wenn ihr das Ganze euch mal anguckt und guckt, ob das was für euch ist. Wie gesagt, das haben wir auch schon ein paar Mal hier gesagt: Die App kann nix außer das. Also die nimmt einfach nur.

Philip Siefer00:05:48

Das ist das kleinste soziale Netzwerk der Welt, haben wir das ja jetzt immer genannt, ne?

Matze Hielscher00:05:51

Ja.

Philip Siefer00:05:51

Es ist für zwei, genau, für dich und deinen Bestie oder deine Bestie und nicht Bestien.

Matze Hielscher00:05:57

Stimmt.

Philip Siefer00:05:58

Und die— genau, es ist sehr eingeschränkt, mit Absicht, das macht nicht süchtig, man kommt auch da sofort wieder raus aus dieser Testversion und so. Aber super wäre für uns natürlich, wenn ihr uns Feedback gebt und sagt: Wie findet ihr es, wie funktioniert's, was kommt an, was für Features wünscht ihr euch vielleicht noch? Wir arbeiten auch an so ein paar kleinen Überraschungen noch, die da vielleicht noch reinkommen. Wir überlegen auch, ob man es vielleicht als Weihnachtsgeschenk noch irgendwie hinkriegt, dass man so eine Art Gutschein verschenken kann, eine Postkarte oder sowas, das überlegen wir gerade noch. Und uns helfen natürlich wahnsinnig Bewertungen in diesen Stores, das ist einfach algorithmusgeschuldet, genau wie wir auch beim Podcast.

Eure Kommentare und eure Likes oder Sternebewertungen, die ihr dann in unterschiedlichen Dingern, die sind für das Ranking verantwortlich, und das ist das, was uns quasi nach oben spült. Also helft, das Beste des Tages nach oben zu spülen, für mehr das Beste des Tages, das wollen wir doch alle.

Matze Hielscher00:06:51

Ja, für mehr Freundschaft, Freundschaft.

Philip Siefer00:06:52

Ich hab heute überlegt, so einen Spiegel zu machen, der— da steht einfach drauf: "Das Beste des Tages" bis du. So ein Sticker, weißt du, so ein Spiegelsticker.

Matze Hielscher00:06:59

Oh, wow.

Philip Siefer00:06:59

Das Beste des Tages. Das fänd auch Günter Schmidt gut, oder?

Matze Hielscher00:07:02

Das fänd Günter Schmidt auch gut. Ich hab noch eine Sache, und dann ist die Werbe, die Werbung zu Ende, was die App betrifft. Beziehungsweise der "Ihr könnt unterstützen" Ruf: Falls ihr irgendwo arbeitet, wo diese App sozusagen beworben werden kann, also falls hier der Chefredakteur vom Spiegel zuhört, beispielsweise, apropos Spiegel, wir freuen uns. Also wir freuen uns, wenn die App überall rumgetragen wird, wenn die überall stattfindet. Also die ist ja dafür da, dass sie in der Welt ist.

Und wir haben da drin keine Süchtigkeitsmacher drin. Also wir sind darauf angewiesen, dass die App sich durch euch auch verbreitet, das muss man so sagen, weil es wird nix, es gibt keinen Algorithmus.

Philip Siefer00:07:46

Es gibt keinen Share-Button oder eins, wo man das Beste des Tages von seinem Besti jetzt auf Insta teilen kann oder so. Es ist schon— geht schon darum, das weiterzu-zu erzählen. Es ist eine Mund-zu-Mund-Propaganda, die da vonnöten ist. Aber ist ja auch irgendwie eine süße Geschichte, ne?

Matze Hielscher00:08:00

Wirklich.

Philip Siefer00:08:01

Zwei Freunde, die sich auf Excel kennenlernen, da kann man schon was drüber schreiben.

Matze Hielscher00:08:04

Da kann man, ja. Also wir freuen uns über Unterstützung und sind aber vor allen Dingen sehr gespannt, ob euch die App genauso verbindet, wie sie im Grunde uns verbunden hat. So, und wenn ihr diese App jetzt mal ganz schnell runterladen wollt, geht ihr einfach auf dasbestedestages.de/podcast.

Philip Siefer00:08:22

Ja.

Matze Hielscher00:08:23

Und dann sollte das auch wie so eine Weiche, es bringt euch zu dem richtigen Endgerät, Android, Apple, was auch immer ihr in der Hand habt, ihr landet im richtigen Store. Die Links gibt's bei dir in der Bio, bei mir in der Bio, in den Shownotes.

Philip Siefer00:08:36

Überall.

Matze Hielscher00:08:37

Oder einfach eintippen.

Philip Siefer00:08:38

Oder ihr seid ja auch schlau: dasbestedestages.de/.

Matze Hielscher00:08:41

Podcast.

Philip Siefer00:08:42

Danke.

Matze Hielscher00:08:43

Ingwertee.

Philip Siefer00:08:44

Sind wir schon jetzt alte Freunde, würdest du sagen? Oder also wie?

Matze Hielscher00:08:47

Ja.

Philip Siefer00:08:49

Schon, ne?

Matze Hielscher00:08:50

Alte Excel-Freunde.

Philip Siefer00:08:51

Ab wann würdest du sagen, ist eine Freundschaft alt?

Matze Hielscher00:08:54

Ist sehr unterschiedlich. Kommt sehr— aber so, weiß ich nicht, 5 Jahre vielleicht?

Philip Siefer00:09:00

Mhm.

Matze Hielscher00:09:00

Wenn man sich so ein bisschen länger kennt und man weiß, okay, man sieht sich immer noch, man schreibt sich immer noch auf Excel.

Philip Siefer00:09:07

Ich hab das irgendwie gedacht die Tage, dass es gar nicht— in dem Alter, in dem ich jetzt bin, 46, es ist gar nicht mehr so normal, wirklich eine Freundschaft neu zu beginnen. Also so die— wo man wirklich sagt: Okay, jetzt, diese Person kommt in mein Leben, und es ist— kommt auch in diesen engeren Kreis. Also es ist gar nicht— klar, man lernt— also du und ich, wir lernen ständig Leute kennen, und man ist irgendwie verbunden und nett, und es ist irgendwie Kumpel und so weiter. Aber dass man wirklich sagen würde: Freundschaft, und das ist eine Person, die— ja, die einem wirklich eng wird, das ist— wird, je älter man wird, also je älter ich werde, desto schwieriger wird es.

Und ich hab auch festgestellt, dass es dann— wenn man je älter man wird, desto mehr muss man Freundschaften verbinden mit Anlässen. Also man braucht— also früher hat es ja gereicht, keine Ahnung, ich geh raus ins Dorf und klingel bei Mirko, und Mirko kommt runter und wir gehen spielen. Und wir ziehen irgendwie durchs Dorf oder fahren mit dem Moped irgendwie in die nächste Stadt und rennen da rum und treffen da andere Leute. Da hat's ja irgendwie total gereicht, dass man irgendwie— da gab's ja nicht mal eine Verabredung oder irgendwas. Und ich seh das auch gerade bei unserem Sohn, der jetzt Teenager, Freunde findet.

Also man merkt richtig, der kriegt eine unglaubliche Energie, mit sich mit anderen Leuten zu verabreden, mit denen irgendwas zu machen, rumzurennen, rauszugehen, dann trifft man den zufällig, und das ist ja alles das, was irgendwie, wenn man älter wird, überhaupt nicht mehr stattfindet. Und ich hab dann das Gefühl, dass man dann, ja, so Anlässe braucht. Also man braucht dann, keine Ahnung, die gemeinsame Radtour, die man macht, man— die gemeinsame Wandertour, die man macht, die gemeinsame App, die man hat, oder die Excel-Liste, also das ist gar nicht— weil der Alltag schon so voll ist, wir beruflich so eingespannt sind, familiär, dass man dann irgendwie— man geht nicht mehr einfach raus und sagt— und klingelt und sagt: "Kommst du runter zum Spielen?"

Mhm.

Matze Hielscher00:11:03

Oder man sitzt ja nicht wie in einer Klasse einfach mit Leuten zusammen.

Philip Siefer00:11:06

Gerade im Studium, wo man einfach sich die ganze Zeit in der Mensa trifft oder in der Bibo zusammen lernt oder irgendwelche Sachen, naja.

Matze Hielscher00:11:12

Und bei Mitvergnügen hab ich das schon auch gemerkt damals, wenn dann Leute angefangen haben bei uns, da sind so Freundschaften entstanden. Also da sind richtige— also auch teilweise Arbeiten, die gar nicht mehr bei uns sind, aber immer noch befreundet. Und das find ich was wahnsinnig Schönes, was eine Firma so leisten kann. Aber Pia und ich haben ja die Firma aus Freundschaft angefangen, weil wir Freunde, weil wir Kumpels waren, und dann haben wir so gestartet, aber dann ist man, wenn man Gründer ist, ist man nicht Teil dieses Freundschaftsteams, find ich. Also da findet das für uns jetzt auch nicht statt, dieses— diese Firmenfreundschaft.

Aber es ist gar nicht so leicht, find ich, im Alter, irgendwie dass die Tür nochmal aufgeht zu einer neuen Freundschaft.

Philip Siefer00:11:50

Kann auch ein bisschen speziell sein, ne, bei uns jetzt, dass wir so unsere Arbeit oder so das was— das Erschaffende so sehr ins Zentrum gespielt oder gestellt haben und das Spielen so ein bisschen an die Seite gespielt— gestellt haben.

Matze Hielscher00:12:03

Mhm.

Philip Siefer00:12:03

Es gibt ja auch viele Leute, die sich irgendwie nochmal zum Fußball treffen oder solche Sachen, und wir machen das einfach nicht. Also ich merk das auch, dass ich— ich hab wenig Zeit für meine Freunde, und die haben auch wenig Zeit für mich. Die arbeiten auch alle als Psychologe und keine Ahnung, Arzt. Die sind einfach total busy, dann haben die teilweise kleine Kinder, das macht, glaub ich, auch nochmal richtig was auf. Und dann telefoniert man halt alle zwei Wochen mal miteinander oder sieht sich in "Das Beste des Tages". Aber es ist ja auch nicht so, dass man die ganze Zeit da was machen würde. Es ist ja— also und ich weiß es nicht, also ich find's schon gut, diese festen— ich hab aus dem Studium so ein paar Freunde, die jetzt auch alle in Berlin wohnen, und das sind so richtig meine schweren Steine, zu denen ich immer gehen kann.

Ich— also ich weiß, ich kann da immer pennen, wohnen, ist alles wurscht, wir können alles miteinander teilen, es ist total klar. Wir haben uns total anders kennengelernt, immer irgendwo auf einer Party waren wir immer die Letzten, und jetzt sind wir alle total vernünftig und so machen so unseren— sind so straightforward und haben einfach wenig Zeit dafür. Aber ich merk auch, wie ich so eine Sehnsucht hab, mal wieder mit denen zu verreisen oder was zu machen, so intensivere Zeit zu haben. Und ich find, das merkt man auch besonders als so erwachsener Vater auch oder so als Eltern, dass seit die— seit das Kind da ist oder die Kinder, ist es so: Diese Quality Time, die ist einfach ein bisschen rar geworden.

Also es ist ja nicht so, dass man abends bis 11 dann da sitzt noch und irgendwie ganz lange quatscht und der— die Nacht endet nie und der Morgen, der kommt halt irgendwann, das geht so fließend ineinander über. Diese Zeit existiert überhaupt nicht mehr.

Matze Hielscher00:13:43

Was ist dir in der Freundschaft wichtig?

Philip Siefer00:13:47

Also jetzt ist mir wichtig, dass— ich glaube ja, ich— es gibt ja so einen öffentlichen Philipp, der Sachen macht, und dann gibt's ja aber auch noch einen zu Hause Philipp, der nicht die ganze Zeit Sachen macht. Und dass die— dass die mich kennen. Also die kennen mich ja auch schon total lange, manche kennen mich über 20 Jahre, die wissen ja einfach, dass ich schon immer sowas mache und auch schon immer auch irgendwie anders bin. Und es tut mir gut, so gesehen zu werden.

Ich glaub, das ist es, so wirklich miteinander in Verbindung zu sein und den anderen voll mitzukriegen für das, was er halt ist. Also dem ist ja egal, was ich für einen Beruf hab oder ob ich da jetzt irgendwie was Cooles mache oder ob es blöd ist oder so, die stehen zu mir.

Matze Hielscher00:14:35

Mhm. Also dieses im Ganzen oder inwiefern das überhaupt möglich ist, erkannt zu werden.

Philip Siefer00:14:41

Mhm.

Matze Hielscher00:14:41

Mhm.

Philip Siefer00:14:44

Das ist schon— das ist schon süß.

Matze Hielscher00:14:45

Und wie viele Leute sind das, würdest du sagen?

Philip Siefer00:14:49

4?

Matze Hielscher00:14:51

Ja. Ist nicht viel, ne?

Philip Siefer00:14:52

Ne.

Matze Hielscher00:14:53

Ist interessant.

Philip Siefer00:14:55

Ist genug.

Matze Hielscher00:14:56

Ja, ja, voll.

Philip Siefer00:14:57

Ich hab ja noch meine Frau.

Matze Hielscher00:14:59

Ist deine Frau deine Freundin auch? Also im Sinne von—

Philip Siefer00:15:01

Ja, voll.

Matze Hielscher00:15:02

Mhm.

Philip Siefer00:15:02

Ja.

Matze Hielscher00:15:04

Hm. Trinken wir.

Philip Siefer00:15:07

Trinken wir ein bisschen Tee.

Matze Hielscher00:15:08

Trinken wir ein bisschen Tee darauf.

Philip Siefer00:15:09

Trinken wir ein Stückchen Tee.

Matze Hielscher00:15:10

Ja.

Philip Siefer00:15:10

Lecker.

Matze Hielscher00:15:11

Ja.

Philip Siefer00:15:12

Nee, total. Ja, das merk ich, also das ist mir in der— in dieser Beziehung auch total wichtig. Das merk ich immer, wenn's auch so— wenn's so mal blöd ist oder haarig, merk ich, dass wir immer was miteinander zu besprechen haben und dass die immer mich auch sehen kann. Also auch wenn die— natürlich findet die mich manchmal scheiße und dann sieht sie nicht alles— alle Personen oder alle Anteile von mir. Aber meistens kann die— kriegt die mich schon ziemlich gut mit. Und das tut mir gut, so einfach zu merken: Ah ja, okay, die weiß— die weiß, wo ich bin, die weiß da— auch wenn da irgendwas schiefgeht oder sowas, die weiß: Ah, das ist der.

Die— als ob die einem so einen— wie so einen Spiegel zum— bis noch da hält. Das ist gut.

Matze Hielscher00:15:59

Ich finde auch, dass es eigentlich, wenn man so lange zusammen ist mit jemandem, dann ist es eigentlich vor allen Dingen eine Freundin oder ein Freund. Also ich glaube, das ist doch dann das Allerwichtigste. Also dass man diese— für dich, was für dich wichtig ist, dass man so gesehen wird, das ist doch eigentlich— und dass man gesehen wird und dass es auch okay ist. Also dass es okay ist, wenn man sagt— also bei uns ist es relativ normal auch zu sagen: Ich hab heut schlechte Laune. Oder so.

Philip Siefer00:16:24

Mhm.

Matze Hielscher00:16:25

Und das ist auch in Ordnung. Oder man— oder man erkennt schon, die andere Person hat schlechte Laune. Man muss das gar nicht verbergen. Es geht aber auch gar nicht dann darum, die an irgendjemand auszulassen, sondern eigentlich zu sagen: Okay, du bist heute so, ich bin heute so, ich seh das, und ich kann dir vielleicht helfen, muss es aber auch nicht. Also man— man— bestenfalls erkennt man dann ja sowieso schon aneinander: Okay, wir sind— was ist jetzt— was braucht die andere Person jetzt und was brauche ich in dieser Beziehung. Und ich finde auch, dass es eigentlich— also ich würd auch sogar sagen, dass Stefanie sogar meine beste Freundin ist.

Ja. Also das ist gar nicht— Frau natürlich, klar, also so offiziell, aber inoffiziell ist es eigentlich die beste Freundin.

Philip Siefer00:17:08

Hm.

Matze Hielscher00:17:08

Hm. Schön.

Philip Siefer00:17:12

Das ist süß.

Matze Hielscher00:17:13

Lass uns doch mal unsere App nutzen. Ich hab mal so ein paar Daten rausgesucht bei dir.

Philip Siefer00:17:20

Da fallen mir auch ein paar ein, du.

Matze Hielscher00:17:21

Und wo ich nicht genau weiß, was da eigentlich dahinter steckt. Wir haben das am Wochenende nämlich in London schon gehabt, wir waren letztes Wochenende in London auf unserem Magic Trip Tour.

Philip Siefer00:17:30

Mystery Trip.

Matze Hielscher00:17:31

Magic— Magical Mystery Tour. Und es war das Schöne, dass wir uns dann so schon so ein paar Sachen vorgelesen haben und sagen: Was war da eigentlich los?

Philip Siefer00:17:38

Ja, das ist geil, ne? Dass man immer— man hat den einen Satz und denkt so: Hä, Hilscher, was war— was war bei— manchmal steht da ja auch nur ein Name oder so.

Matze Hielscher00:17:45

Ja.

Philip Siefer00:17:46

Dann steht da Caro.

Matze Hielscher00:17:47

Wer ist denn Caro jetzt?

Philip Siefer00:17:49

Das Beste des Tages, das Schlechteste des Tages, what happened?

Matze Hielscher00:17:52

Was ist los mit Caro?

Philip Siefer00:17:53

Was ist los mit Caro?

Matze Hielscher00:17:54

Und ich hab bei dir so zwei, drei Sachen, wo ich denken würde, da könnten wir drüber reden, wenn du möchtest.

Philip Siefer00:18:00

Mhm.

Matze Hielscher00:18:00

Ja.

Philip Siefer00:18:00

Ich kann ja dann, wenn's zu privat ist, dann müssen wir— dann müssen wir nochmal später.

Matze Hielscher00:18:05

Müssen wir später nochmal.

Philip Siefer00:18:06

Mit dem Stift— mit dem Rotstift.

Matze Hielscher00:18:08

Pass auf.

Philip Siefer00:18:08

Zensieren.

Matze Hielscher00:18:09

Also, ich hab nämlich direkt was.

Philip Siefer00:18:10

Schlau wird der hier, meine— meine geheime App aus.

Matze Hielscher00:18:13

So. Also, ich hab nämlich was von letzter Woche Donnerstag, 1. Oktober, sagen, was ich denke, auch wenn es unbequem wird. Tja.

Philip Siefer00:18:27

Ja.

Matze Hielscher00:18:28

Da musst du— also, wenn du willst.

Philip Siefer00:18:32

Ja, ich glaube, dieses— mich daran zu gewöhnen, dass— also es ist was, was mir immer noch schwerfällt. Ich mein, dass Leute, die jetzt den Podcast nicht erst seit 5 Minuten hören, die wissen ja, dass es mir manchmal wichtig ist, dass es allen, allen Leuten wahnsinnig gut geht, aber bei mir selber pass ich nicht so gut auf. Und mehr— mehr wirklich dazu zu stehen, dass ich bestimmte Sachen will und machen möchte und dafür stehe und dann sage: Also, das will ich, das bringe ich, das ist meine Grenze, und jetzt kannst du ja sagen oder kannst du nein sagen.

Das ist was, was ich wieder— was ich mehr üben will, und das hab ich da geübt.

Matze Hielscher00:19:10

Warum fällt dir das so schwer?

Philip Siefer00:19:12

Ich glaub, ich möchte einfach in Verbindung sein, und ich hab— also wahrscheinlich ist das ja irgendeine frühkindliche Erfahrung oder Erfahrung meiner Eltern, also irgendein Ding, dass wenn du sagst, was du willst, dann kannst du nicht dazugehören, darfst nicht mitspielen. Also musst du es immer machen, dass es allen gefällt und alle zufrieden sind. Und wenn du das nicht machst, dann darfst du nicht mehr— bist nicht mehr dabei. Also macht mein System die ganze Zeit: Mach's bloß allen recht, sonst fliegst du raus.

Werbung00:19:38

Wir machen eine klitzekleine Werbeunterbrechung. Wir haben hier vor kurzem das Hotel Matze Studio komplett ausgeräumt, um es zu renovieren, und dabei ist mir mal wieder aufgefallen, wie viel sich über die Jahre so angesammelt hat. Es war auf jeden Fall Zeit, ein bisschen auszumisten und Platz für Neues zu schaffen. Ich freu mich jetzt schon drauf, das Studio wieder richtig neu einzurichten, und wenn man sowieso gerade alles auf den Kopf stellt, kann man ja auch mal schauen, was sich technisch noch verbessern oder erneuern lässt. Das machen wir gerade. Und deshalb kommt der Black Friday bei MediaMarkt Saturn für mich gerade ziemlich gelegen.

Der steht dieses Jahr nämlich unter dem Motto "Black Friday Deal Maxing". Es geht nicht nur darum, die besten und günstigsten Preise zu finden, sondern auch rundum guten und professionellen Service zu halten. Was ich auch sehr, sehr praktisch finde: Wenn ich mal etwas ganz, ganz dringend benötige, so wie neulich einen Steamer vor einem Auftritt in Dresden, den konnte ich einfach online bestellen, und über Click und Collect konnte ich den schon nach 30 Minuten am Markt in der Prager Straße direkt abholen. Oder ihr nutzt die Sofortlieferung, bei der eure Bestellung in nur 90 Minuten bei euch sein kann.

Und falls ihr schon Weihnachtsgeschenke besorgt, nicht wie ich häufig erst auf den letzten Drücker, können die sogar bis nach Weihnachten umgetauscht werden. Wenn also bei euch oder bei eurer Familie oder euren Freunden, Freundinnen schon länger etwas auf der Wunschliste steht, ist jetzt ein richtig guter Zeitpunkt, um zuzuschlagen. Schaut gerne mal in eurer nächsten MediaMarkt Saturn Filiale vorbei oder einfach online auf mediaMarkt.de/de/campaign/blackfriday. Und das ist natürlich ein sehr langer Link, und deswegen pack ich den wie immer natürlich auch in meinen Linktree in die Folgenbeschreibung.

Vielen herzlichen Dank an meinen Werbepartner MediaMarkt Saturn für die Unterstützung. Wir sehen uns am Black Friday. Und nun zurück zum Gespräch. Was ist ein Beispiel für unbequem? Also, du sagst, du schreibst ja: "Sagen, was ich denke, auch wenn es unbequem wird." Also, was ist denn das, was dann unbequem?

Philip Siefer00:21:44

Ja, es kann ja sein, dass die anderen dann sagen: "Oh, das sehe ich aber nicht so." Also, da bin ich aber nicht dabei. Und dann bist du ja in einer— also, kann ja auch sein, dass wir beide streiten uns über: Wie machen wir denn jetzt hier weiter? Ich sag: Ich will's so machen, du sagst: Ich will's so machen. Dann denke ich: Oh, scheiße, der Hilscher hat jetzt gleich keine Lust mehr, dann flieg ich hier raus. Was mach ich denn dann? Und dann sag ich: Ja, ich hör dich, aber ich will's wirklich so. Und dann ist man ja eigentlich erst im Gespräch darüber, was einem wichtig ist.

Und dann kann man natürlich ein Nein kriegen, aber dann kriegt man ja auch irgendwie mal ein Ja für das, was man wirklich will. Oder man tut halt die ganze Zeit, als ob man schon zufrieden ist, und dann lebt man ja immer so ein bisschen so neben dem, was man eigentlich möchte. Also, man hat's so ein bisschen, aber nicht so richtig.

Matze Hielscher00:22:32

Ja.

Philip Siefer00:22:32

Und dieses voll dafür zu gehen, das ist mir wichtig. Und ich merke auch, dass das so— das ist ja auch bei Einhorn zum Beispiel mit vielen New Work Sachen und so, da sind wir dann sehr verständnisvoll und hören uns viel zu, was ich auch total wichtig finde. Aber manchmal hab ich bestimmte Sachen, die ich da machen will, gar nicht mehr gesagt. Ich hab dann mich zurückgehalten oder hab gesagt: Okay, ihr werdet's schon machen, aber ich seh's eigentlich anders.

Matze Hielscher00:22:57

Mhm.

Philip Siefer00:22:57

Und ich merke, dass da— und da gibt's nochmal einen Unterschied quasi zwischen diesem: Wir gehen jetzt in so ein Jahrzehnt der autoritären Arschlochführung, ja, das ist ja total— das ist was ganz anderes. Weil das ist ja— basiert ja auf, ja, Gunther Schmidt Folge, dass man total Angst hat und deswegen immer irgendwas jagt und dann irgendwas behauptet, das ist was anderes und andere unterdrückt. Das will ich ja gar nicht. Aber meine Fähigkeiten, bestimmte Sachen einzuschätzen, mehr in die Welt zu bringen und zu sagen: Ich will's so machen und ich glaube, so und so geht's.

Und dann sagen die anderen vielleicht: Ja, aber es ist total viel Arbeit oder es passt irgendwie gerade nicht. Und dann aber eine Lösung dafür zu finden, das ist mir wichtig. Also mehr zu merken: Ja, das, was ich will, das soll schon auch passieren, weil's— weil's auch richtig ist. Und nicht immer zu sagen: Ja, die anderen haben ja— vielleicht haben die anderen auch recht.

Matze Hielscher00:23:53

Mhm. Und ist es eine Unsicherheit, dass die anderen recht haben, oder ist es die Angst davor, dass die dich doof finden, weil du dich so weit nach vorn stellst?

Philip Siefer00:24:02

Ja, wenn die anderen recht haben, ist es ja super. Und ich merke: Ah ja, okay, ich bin überzeugt, dann ist okay. Und manchmal lasse ich mich aber auch überzeugen, weil ich nicht dabei bleiben will und nicht will, dass die anderen denken: Oh, der Siefer, der muss immer alles besser wissen.

Matze Hielscher00:24:15

Mhm.

Philip Siefer00:24:15

Und dann will ich das nicht.

Matze Hielscher00:24:17

Mhm.

Philip Siefer00:24:17

Und damit bring ich eigentlich nicht meine ganze Power und Information ein. Und dann merk ich auch, wie ich so ein bisschen die Lust verliere, und dann zieh ich mich so ein bisschen zurück und geh so nach hinten und beobachte eher, und dann sagen die anderen: Wo ist der eigentlich? Dann haben wir auch keinen Spaß mehr zusammen.

Matze Hielscher00:24:32

Und ist am 1.10. da was Besonderes passiert, dass du das dann da eingetragen hast?

Philip Siefer00:24:37

Ah ja, ja. Oh ja. Ja. Es war sehr intim. Wichtiges Gespräch— total wichtiges Gespräch bei Einhorn, sehr wichtige Leute da und total unangenehme Situation. Und ich hab das schon verstanden, worum's ging, aber ich konnte so ganz gut bei mir bleiben und sagen: Hey, ich hör's voll und ich versteh's auch, aber darum geht's gerade eigentlich nicht. Und dann gab's großen Ärger darüber, ob's nicht doch darum geht und worum's nicht noch alles gehen könnte. Und dann hab ich gesagt: Nee, für mich geht's darum nicht.

Und für mich ist es so und so. Und es war echt aufgeladen. Und ich hab's so richtig in mir gemerkt— genau, deswegen hab ich's auch da reingeschrieben— ich hab in mir gemerkt, wie mich sowas früher total nervös gemacht hat. Ich hab Herzklopfen gekriegt, geschwitzt, ich hab richtig Angst gekriegt. Und diesmal war's ganz die Qualität von meinem Dasein, meiner Präsenz, die war anders. Ich saß einfach da, konnte das total gut hören, ich konnte das auch annehmen. Also, ich musste auch nicht— das ist ja die andere Möglichkeit— du machst dann zu und sagst: Nee, my way or the highway, ja.

Lieblingszitat aus Roadhouse. Aber ich hab gemerkt: Ich bin offen, ich bin da, ich bin— ich hab ein offenes Herz, ich kann das alles hören. Und da kommt aber auch drin vor, dass ich das ganz anders sehe.

Matze Hielscher00:25:56

Ja.

Philip Siefer00:25:57

Und das war cool. Das war liebevoll. Also, ich war liebevoll mit dem da, was mir wichtig ist, und liebevoll mit dem da, was den anderen wichtig ist, und konnte trotzdem da bleiben. Und das ist, glaub ich, dieses— finde ich in der Produktentwicklung oder so auch— oder in Verhandlungen total spannend: offen und gleichzeitig sicher. Und das geht ganz oft. Das ist total schwierig, dieser Zustand von: So wie das Produkt ist fertig, aber du kannst es noch verändern. Das ist ganz kompliziert.

Ich hab das oft schon gemerkt, dass man sagt: Okay, jetzt müssen wir shippen, ja, es muss raus, aber es ist noch nicht ganz fertig. Und wenn du es dann rausbringst und dann sagen die Leute: Was ist denn— was ist denn— muss ja trotzdem offen bleiben. Und bei Leuten, die so— die sehr weise sind, merk ich immer wieder, wenn du mit denen redest: Die sind flüssig. Du sagst denen— die haben eine Idee, und die stellen die vor und sagen: Guck mal, das ist die Idee. Und dann sagst du: Guck mal, wenn man jetzt das, das machen würde, vielleicht wäre das besser. Und dann gucken die dich an, die Idee ist super, und dann sagen die: Das stimmt.

Matze Hielscher00:27:00

Hm.

Philip Siefer00:27:01

Das ist viel besser. Dann machen wir es so. Bup. Ohne dass das irgendwie— die müssen sich nicht klein machen, die müssen sich nicht— die müssen nicht das verneinen oder so. Die können da— die sind flüssig. Und diese Flüssigkeit, die hab ich am Donnerstag gespürt.

Matze Hielscher00:27:16

Wir wollen flüssiges Miteinander haben.

Philip Siefer00:27:19

Ja, das ist super.

Matze Hielscher00:27:20

Ich glaub, das hört sich für uns beide zu.

Philip Siefer00:27:21

Und dann bist du selber flüssig mit dem— und du bist aber auch, weißt du, das Flüssige— ja, das ist jetzt komisch, aber das hat ja auch eine Festigkeit, ja. Also, du bist mit dir da, aber du bist nicht fest.

Matze Hielscher00:27:34

Ja.

Philip Siefer00:27:34

Aber du bist da.

Matze Hielscher00:27:35

Mhm.

Philip Siefer00:27:36

Macht das Sinn?

Matze Hielscher00:27:36

Ja, das macht Sinn.

Philip Siefer00:27:37

Flüssig und fest. Also, man will ja kein Eisblock werden und sagen: Nein. Sondern dann ist— ich bin hier, und das wünsch ich mir. Und das ist schön. Das ist— fly like butterfly, sting like a bee.

Matze Hielscher00:27:52

Sting like a bee.

Philip Siefer00:27:53

Mhm.

Matze Hielscher00:27:54

Ja.

Philip Siefer00:27:54

Ja. Liebevoll.

Matze Hielscher00:27:55

Ja.

Philip Siefer00:27:56

Liebevoll, bezogen, präsent. Das war nice. Richtig nice.

Matze Hielscher00:28:02

Super.

Philip Siefer00:28:03

Richtig nice. Hey, ich hab auch einen für dich. Willst du?

Matze Hielscher00:28:06

Kommt drauf an.

Philip Siefer00:28:07

Ja, bitte. Ist ein bisschen aus dem Nähkästchen, ne?

Matze Hielscher00:28:11

Kommt drauf an.

Philip Siefer00:28:11

Ist ein bisschen aufregend, was ich hier alles für Kärtchen über dich vorlesen kann. Also, da war dieser eine. Was für ein krasser Applaus in Bonn. Super Flow mit Cordula und Gunther, das Ende nur ein bisschen verkackt.

Matze Hielscher00:28:27

Ja, das stimmt.

Philip Siefer00:28:28

Das hat— ja.

Matze Hielscher00:28:30

Ja, also, ich war—

Philip Siefer00:28:31

Das war nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.

Matze Hielscher00:28:33

Ja, ich war— genau, ich war mit Hotel Matze, ist ja gerade so ein bisschen unterwegs, bin ich da zu zehn Jahren. Und—

Philip Siefer00:28:41

Ein Hotel auf Tour.

Matze Hielscher00:28:42

Ein Hotel auf Tour. Wo gibt's denn sowas? Hier. Und ich war in Bonn. Und für mich war das insofern besonders, weil als die Anfrage kam, ob wir das da machen wollen in der Oper, hab ich mir die Location angeguckt, geguckt, wie viele Leute passen da rein. Und ich hab zu meinem Booker gesagt: Das kriegen wir nie voll. Und dann sagt er: Ja, gib Festgage. Und ich: Okay, dann machen wir's. Und das ist aber schon, keine Ahnung, zwei oder drei Monate.

Philip Siefer00:29:12

Was, gibt Festgage?

Matze Hielscher00:29:13

Es gibt Festgage. Das heißt, es gibt— egal, wie viele Leute kommen, es gibt eine feste Gage.

Philip Siefer00:29:17

Okay.

Matze Hielscher00:29:18

Und dann hab ich gesagt: Gut, dann ist es halt vielleicht nicht ganz voll, aber so 300 Leute werden schon irgendwie hinkommen, dann ist halt der Innenraum voll und die Ränge vielleicht nicht. Und es ist aber seit zwei oder drei Monaten, ist es halt ausverkauft gewesen. Und das fand ich schon krass. Also für, keine Ahnung, Bonn ist jetzt keine für mich— also, deswegen mach ich das immer—

Philip Siefer00:29:34

Ja, hallo.

Matze Hielscher00:29:35

Nein, das ist eine super Stadt, aber ich hab immer gedacht: Na ja, das funktioniert in Berlin, Hamburg, Köln und München. Aber halt nicht—

Philip Siefer00:29:41

Jetzt weiß ich's.

Matze Hielscher00:29:42

Jetzt weiß ich auch: Bonn. Ja, und dann da rauszugehen und in diesen Raum zu gehen und diese Energie, die in dem Raum war, die war wirklich— hat mich total umgehauen.

Philip Siefer00:29:52

Bonn halt?

Matze Hielscher00:29:52

Ja. Könnte man sagen, ist normal. Ich wusste es bisher nicht.

Philip Siefer00:29:56

Ja.

Matze Hielscher00:29:57

Und es war— also, es hat mich wirklich richtig umgehauen. Und dann auf der Bühne mit Gunther und Cordula war total schön, weil es— es ist immer gar nicht so— ich mein, ich sitze ja meistens mit einer Person hier oder auch auf der Bühne, und für mich ist es nicht so einfach, mit mehreren Leuten zu sprechen. Aber dadurch, dass die beiden sich kannten und wir sind in so einen guten Fluss miteinander gekommen und haben— also, die haben sich gegenseitig auch befragt: Ich seh das so, wie siehst du das eigentlich? Und so. Und das war total schön. Dadurch hat es sowas sehr Natürliches und gar nicht so: Ich sitze da und muss irgendwie alles so führen.

So. Und das— ja, das war dieses Bühnengespräch so schön. Und dann am Ende wusste ich aber nicht, wie ich da rauskomme. Darüber hab ich mir überhaupt gar keine Gedanken gemacht. Und es war dann irgendwie total zerfasert.

Philip Siefer00:30:47

Tschüss.

Matze Hielscher00:30:47

Na ja, es hat irgendwie kein Ende so richtig gefunden. Ich dachte: Oh, wir machen jetzt Publikumsfrage. Da hatte Cordula aber keinen Bock, so richtig. Und das war dann wirklich— das war so ein— der Anfang war total magisch für mich und besonders. Und der Raus— das Rausgehen war wirklich so— so fast schon so rausgestolpert. Und ich bin dann natürlich auch kritisch und denke immer so: Ach, Mensch, hätte man irgendwie besser— und das ist ja ganz oft so, denke ich, bei so— man denkt so: Wie kommt man rein? Wie sagt— wie begrüßt man jemanden? Oder so.

Also, oder was— was könnte der Beginn sein, aber übers Ende machen wir uns doch zu wenig Gedanken. Also, ich— und das hab ich an dem Abend wirklich gemerkt, dass das so ein rausgestolpert war. Aber es war ein fantastischer Abend und, ja, und die beiden. Es ist einfach— und ja, Gunther ist so ein toller Mensch auch, der jetzt— das war auch so schön, weil das ist— wird ja nicht angekündigt, wer mit mir auf der Bühne sitzt. Und ich hab dann Cordula angekündigt, so erst ein bisschen kryptisch, und dann irgendwann den Namen gesagt, haben die Leute sich wahnsinnig gefreut, und die kennt man ja auch.

Und dann hab ich bei der zweiten Person angefangen, also bei Gunther, und hab so leicht was gesagt, und dann schrie jemand schon: Bitte, bitte, bitte, Gunther Schmidt!

Philip Siefer00:32:00

Die Bonner.

Matze Hielscher00:32:01

Die Bonner, ja. Und dann für Gunther meint er auch, es ist für ihn auch total ungewohnt, dass irgendwo rauskommt und dann irgendwie so viele Leute applaudieren. Er kennt das mit seinen über 80 Jahren auch überhaupt nicht. So plötzlich so ein— der macht halt Workshops und Weiterbildung, aber er kennt nicht so eine— so einen vollen Saal, die sagen: Du bist der— Gunther, du bist der Geilste.

Philip Siefer00:32:21

Ha, ja.

Matze Hielscher00:32:21

Ja.

Philip Siefer00:32:22

Nee, ist gut, wenn der Gunther vor vollen Räumen spricht.

Matze Hielscher00:32:24

Ja, das ist—

Philip Siefer00:32:24

Das wollen wir, das brauchen wir.

Matze Hielscher00:32:25

Ja, wir brauchen mehr Gunther Schmidt in der Welt, würde ich sagen.

Philip Siefer00:32:27

Mhm, würde ich auch sagen.

Matze Hielscher00:32:28

Mhm. Und er hat wieder was Tolles gesagt, hat auch schon hier gesagt, und ich hab mich nochmal daran erinnert dadurch. Er sagte: Es bringt nicht— es bringt nix, die ganze Zeit nach dem Warum zu fragen, weil das ist Vergangenheit. Man muss fragen: Wofür?

Philip Siefer00:32:45

Mhm.

Matze Hielscher00:32:45

Wofür machst du das? Wofür sitzt du hier? Und so weiter. Und nicht: Warum sitzt du hier? Weil das ist— das ist vorbei.

Philip Siefer00:32:51

Ha, ja.

Matze Hielscher00:32:52

Ja, ja. Das ist vorbei. Und das fand ich auch— also, weil ich ganz oft—

Philip Siefer00:32:54

Das ist aber das ist nicht das ist.

Matze Hielscher00:32:58

Ah, Entschuldigung.

Philip Siefer00:32:59

Ja, das müssen wir— das wurden— wir wurden korrigiert in der letzten Folge, ja.

Matze Hielscher00:33:02

Ja, das stimmt. Stimmt.

Philip Siefer00:33:04

Nee, müssen wir aufpassen.

Matze Hielscher00:33:05

Das ist oder das ist.

Philip Siefer00:33:06

Ah ja, okay.

Matze Hielscher00:33:07

Aber nicht beide.

Philip Siefer00:33:08

Ja. Okay, wofür?

Matze Hielscher00:33:10

Boah.

Philip Siefer00:33:10

Hab ich gecallt, ne?

Matze Hielscher00:33:11

Hast du— hast du mich gut gekriegt?

Philip Siefer00:33:13

Ich krieg einen Schwabenorden.

Matze Hielscher00:33:13

Du kriegst einen Schwabenorden hier heute. Der Schwabenorden geht an—

Philip Siefer00:33:17

Der Schwabenorden.

Matze Hielscher00:33:17

Geht an dich heute.

Philip Siefer00:33:18

Den Liemer.

Matze Hielscher00:33:19

Ja. Nein, das war dieses— das war der 20.09.

Philip Siefer00:33:22

Schön verkackt.

Matze Hielscher00:33:23

Verkackt.

Philip Siefer00:33:23

Hört sich schlimm an.

Matze Hielscher00:33:24

Ja.

Philip Siefer00:33:25

War.

Matze Hielscher00:33:25

Schön schlimm. So, darf ich weitergucken bei dir?

Philip Siefer00:33:28

Ja, bitte.

Matze Hielscher00:33:29

Also, pass auf, ich hab bei dir noch mehr rausgeschrieben.

Philip Siefer00:33:31

Aber nicht das eine.

Matze Hielscher00:33:36

Also, ich habe bei dir noch— ja, das hat mich auch total interessiert, haben wir auch noch nicht drüber geredet— 29.09., da hast du geschrieben: Kleine Love Affair mit Claude, Drohnenfliegen mit Sohn, gut. Heutzutage, Drohnenfliegen hat ja auch einen Beigeschmack, würde ich sagen.

Philip Siefer00:34:00

Mhm.

Matze Hielscher00:34:01

Aber mich interessiert vor allen Dingen: Kleine Love Affair mit Claude. Also, ich nehme mal an, dass du die KI damit meinst und du nicht irgendwie fremdgehst.

Philip Siefer00:34:14

Ja, auch.

Matze Hielscher00:34:16

Mhm.

Philip Siefer00:34:17

Könnte natürlich auch sein.

Matze Hielscher00:34:18

Könnte auch sein.

Philip Siefer00:34:18

Dann jetzt wissen— jetzt wissen's alle. Also, ich gehe fremd mit Claude, der KI.

Matze Hielscher00:34:23

Mhm.

Philip Siefer00:34:24

Weil ich so gerne mit der zusammenarbeite.

Matze Hielscher00:34:27

Weil die dich— also, weil die dich machen lässt und macht, was du willst?

Philip Siefer00:34:32

Die macht, was ich will, und ich kann ganz ich sein. Nee, aber es ist— also wirklich, die— das verändert sich ja die ganze Zeit. Ich find's ja auch anstrengend, das sind ja auch nervige Neuigkeiten, und es ist auch eine große Gefahr, und es verbraucht wahnsinnig viel Energie und so. Ich will das gar nicht so verherrlichen, und gleichzeitig ist es für jemanden mit meinem System unfassbar geil, ein Gegenüber zu haben, was nicht müde wird, was fünf Dinge gleichzeitig anfangen kann, an zehn Sachen gleichzeitig währenddessen arbeitet, und was mir immer wieder was zeigt, mich immer wieder inspiriert damit, und ich immer wieder weiß: Ich mach's noch ein bisschen so, und dann geh ich in den nächsten Chat und sag: Ah ja, okay, hier sind wir so weit, dann machen wir es so.

Dann lese ich wieder was. Also, ich hab das Gefühl, dass das so— mein Gehirn liebt es, diese Art von Lernen, Bauen, Verbessern, also dieses Rein-Raus-Sehen, Fertigstellen. Und ich hab ein paar Sachen gebaut. Wir haben wieder Meditationskurs gerade, Meditate with hat wieder so einen Meditationsmonat, wo wir jeden Monat um Viertel nach sieben— also, wir sind diesmal echt lame unterwegs— meditieren wir.

Und ich wollte eine Art Dashboard bauen für das Team und für den Cutter, der die Meditation immer auf Apple Podcasts und Spotify und so hochlädt. Und dann hab ich angefangen, so ein bisschen damit zu spielen.

Matze Hielscher00:36:01

Mhm.

Philip Siefer00:36:01

Und plötzlich hatte ich wirklich so eine grafische Oberfläche, und die war richtig schön. Es war so wie so ein Perlenarmband, und dann gab's da Punkte drin. Dann hab ich gesagt: Okay, mach mal die, die fertig sind, die Meditation. Machst du grün. Die, die noch kommen, machst du weiß. Und dann mach doch die Community-Calls, die wir abends haben, machst du als so einen hellblauen Satelliten, und ich will, dass man den bewegen kann.

Matze Hielscher00:36:20

Du hast mir das gezeigt, ja. Das sah super aus.

Philip Siefer00:36:22

Und du kannst dann draufklicken, und dann kommt so ein Pop-up, und dann ist die Meditation zusammengefasst, und dann steht da: Die Nachricht an den Cutter ist schon verschickt. Und das macht er automatisch auch, der checkt dann morgens immer, dann lädt er die— genau, guckt er, ob die auf Spotify schon hochgeladen ist, die ist da verlinkt. Dann sagt er: Was war denn im Chat? Wie geht's denn den Leuten gerade da drin? Dass es auch zusammengefasst ist fürs Team, dass die wissen: Wie ist denn der Zustand irgendwie der Gruppe? Und es ging dann immer so weiter, ja. Ich hab dann damit gebastelt. Dann hatte ich— das war eine Sache— dann hab ich eine Presseseite gebraucht für Einhorn, weil wir diesen Tampong-Sale hatten, und dann hatten wir relativ viel Presseanfragen, plötzlich auch von internationalen Medien.

Und dann— wir hatten keine Presseseite. Die haben wir seit zwei Jahren nicht. Und das liegt, weil wir— wir sind auf ein neues Shopsystem umgestiegen, und irgendwie ist das anscheinend komplizierter, selber Seiten zu bauen. Ich hab mich aber nie wirklich damit beschäftigt. Ich hab gesagt: Es ist ja Aufgabe des Teams, eine Presseseite zu bauen. Also, ich will nicht darum micromanagen. Und dann dachte ich: Ja, jetzt wird's aber blöd, weil ich muss denen die ganze Zeit selber dann Fotos schicken, weil ich ja auch die Interviews gebe. Ich frag den mal, den Claudrian. Und dann hab ich gesagt: Du, Claudrian, wie ist denn das jetzt mit Shopify? Kannst du mir da eine Seite bauen? Sagt er: Ja, können wir schon machen.

Und dann haben wir einfach diese Seite gecodet. Und wir haben jetzt die krasseste Presseseite, die wir je hatten, mit so geilem Downloadbereich und guten Bildern und Quellen für die Bilder und alle Bilder umbenannt, und unser Podcast ist auch endlich mal drauf und Kontakt und alles. Und es sieht einfach so aus wie auf der Seite. Es ist alles im richtigen Theme, es ist mobile optimiert, alles funktioniert. Und ich hab dafür vielleicht so vier bis sechs Stunden gebraucht. Also, es dauert schon eine Zeit, dann das gegen zu lesen. Und auch diese ganzen KI-Texte, es ist ja immer noch— ich will schon, dass das selber geschrieben ist und so.

Oder viel davon zumindest. Das merkt man schon sehr, ob da der Witz drin ist oder nicht. Aber viele Sachen, das Programmieren, den Code und so was oder wie ich das auf die Seite bringe, hat das Ding einfach gemacht. Und den— einen der geilsten Momente hatte ich Freitag und heute. Ich hab eine Zahnbürste, eine elektrische, die geht ständig kaputt. Alle zwei Jahre und einen Monat ungefähr. Unfassbar. Und manchmal ist aber auch davor, und dann ist da eben Garantie drauf, und dann melde ich mich da bei dem großen Onlineshop, und da findet man nirgendwo eine FAQ, man kann niemanden anrufen.

Dann hab ich's eingeschickt, und jetzt warte ich seit vier Wochen auf meine Zahnbürste, und die kommt nicht, und man kann da auch nirgendwo anrufen und keine E-Mails schreiben, gibt's alles nicht. Gibt nur einen Chat, in den ich reingehen kann, um dann mit einer KI zu chatten. Und dann dachte ich so: Moment mal, Claude, ich hab hier folgendes Problem. Kannst du mal da auf die Seite gehen und dich da drum— und dann hat die KI angefangen, mit der anderen KI zu chatten, und dann kam auf der anderen Seite ein Mensch dazu und hat gesagt: Hier, tut mir leid, und wir lösen dir ein Problem. Und hat gesagt: Das Ding kommt jetzt am Montag. Dann sagt Claude: Was, wenn's Montag nicht da ist?

Ich so— und ich saß so daneben und hab mitgelesen, wie so der Mitarbeiter von diesem Onlineshop mit meiner KI spricht und die alle Seriennummern und diesen ganzen Scheiß, weil ich hätte ewig gebraucht, das alles rauszusuchen. Der kennt das natürlich alles, hat irgendeine E-Mail sich und zack, alles drin. Und dann hat er das alles verhackstückelt, und dann war ich gestern ganz aufgeregt, ob das Ding jetzt ankommt. Kam nicht an. Hab ich heute Morgen gesagt: Claude, ist nicht angekommen. Sagt er: Okay, Plan B, schreib dem. Ich geh jetzt irgendwie eine Stunde später an den Rechner, guck, was da steht. 200 Euro werden erstattet von dem.

Es sind fünf Tage auf deinem Konto. Die Zahnbürste von deiner Frau ist ja auch kaputt, brauchst du gar nicht einzuschicken. Ihr kriegt beide erstattet. Erledigt. Nichts gemacht.

Matze Hielscher00:39:54

Ja.

Philip Siefer00:39:55

Und das find ich schon crazy, auch dem alles zu diktieren inzwischen, und dann einfach immer zu sagen: Optimiere diesen Prompt. Das ist mein neuer Lieblings-Prompt, von Christoph Magnussen. Geiles Ding. Optimiere diesen Prompt, dann strukturiert er es nochmal besser, dann kann man den vorher nochmal abnehmen, und dann läuft die Maschine los. Und dieses auch zu merken: Vor zwei Monaten ging's alles nicht, heute geht's alles.

Matze Hielscher00:40:17

Ja.

Philip Siefer00:40:17

Das ist crazy.

Matze Hielscher00:40:19

Und ist da aber auch etwas dabei, was— also, es hat ja zwei verschiedene Richtungen. Das eine ist: Man ist froh, dass das jetzt so funktioniert, und dein ADHS-Hirn hat jetzt endlich ein Gegenüber, was so mitkommt und so deine Sachen so erledigen kann. Das bringt dich aber auch natürlich in eine Situation, die jetzt— du hast ja auch geschrieben: Love Affair. Es ist eine Affäre. Es ist so was Wildes, was Ungestümes, und du bist so total begeistert.

Philip Siefer00:40:46

Ich bin schlaflos.

Matze Hielscher00:40:48

Wenn du das aber weiterrechnest und dich fragst: Ah, könnte daraus was Festeres werden?

Philip Siefer00:40:53

Mhm.

Matze Hielscher00:40:53

Bedeutet es ja aber auch in gewisser Weise ein—

Philip Siefer00:40:57

Du bist so geil, Wahnsinn.

Matze Hielscher00:41:00

Wieso?

Philip Siefer00:41:01

Nee, mach mal weiter. Ich find das einfach super. Du stellst einfach so schöne Fragen. Es ist einfach geil, wie du das gerade so— nee, so dir beim Denken zu folgen.

Matze Hielscher00:41:09

Na ja, wenn das—

Philip Siefer00:41:09

Ja, okay.

Matze Hielscher00:41:10

Wenn das was Festeres wird, ja, okay. Und wenn das was Festeres wird, bedeutet's aber ja auch eigentlich, dass die Ansprüche, die du an die anderen Leute hast, die in deiner Nähe sind, ja auch steigen. Also plötzlich—

Philip Siefer00:41:22

Nee.

Matze Hielscher00:41:22

Oder du brauchst die vielleicht auch gar nicht mehr, weil du merkst: Na ja, ehrlicherweise, du hast erst gesagt, die Pressemitteilung hättest du— das hätte ja auch mal jemand von Einhorn machen können. Stimmt, das macht eigentlich Claude. So, und jetzt hast du stattdessen, dass du eine Person hast in deiner Firma, die so was machen könnte, könntest du ja sagen: Sparen wir uns den Programmierer, den ich vorher angerufen hab für die Webseite. Sparen wir uns, sparen wir uns, sparen wir uns. Und plötzlich wird aus dieser Love Affair so was Festes, und eigentlich kann die ja dann alles besser.

Also, diese beiden— also ich— also, gibt es da auch eine Sorge, dass du das zu geil findest?

Philip Siefer00:42:03

Nö.

Matze Hielscher00:42:03

Nö.

Philip Siefer00:42:04

Also, ich hab gestern ein paar Einhörnern gezeigt, wie ich damit arbeite, damit sie auch damit arbeiten können. Und es gibt einfach Sachen, die können Menschen einfach viel geiler. Ich hab auch gemerkt, dieses— die Art, wie man da reinpromptet und so, das macht schon was, wie man denkt und so. Also, das ist schon— macht— ja, das bringt schon was, zu wissen, wie man das ansteuern soll. Und ich glaube— also, ich sitze ja einfach viel lieber auch mit Leuten hier und quatsch mit dir.

Wir können ja auch unsere Stimme da reingeben und sagen: Hör dir mal die letzten acht Jahre an und mach mal eine Folge zu keine Ahnung was der App. Und das würde der wahrscheinlich ganz okay hinkriegen, keine Ahnung. Würde er wahrscheinlich ganz gut hinkriegen. Und—

Matze Hielscher00:42:50

Das hier ist übrigens gerade diese Folge.

Philip Siefer00:42:54

Nee.

Matze Hielscher00:42:55

Nee.

Philip Siefer00:42:55

Die hätte mehr Hooks und so. Also, da wär einfach— aber die— ja, ich glaube, wir müssen uns alle und auch alle im Team müssen sich darauf einstellen, dass diese Tools genutzt werden, dass eine andere Geschwindigkeit erwartet wird und dass wir mit der jetzt gehen müssen und dass man's sonst halt anders macht. Das ist schon total so. Und das ist auch eine Realität, der wir voll ins Auge blicken müssen.

Matze Hielscher00:43:18

Was heißt sonst anders machen müssen?

Philip Siefer00:43:20

Ich glaube, ohne einander. Also, ich glaube schon, dass es so ist, dass einfach viele Jobs wegfallen, und man merkt einfach, dass Sachen automatisiert werden können. Und es können nicht alle Sachen automatisiert werden, aber es macht ja auch keinen Sinn, Sachen, die jetzt von alleine gehen, da drei Leute hinzusetzen, die das machen sollen. Und dann müssen wir uns gesellschaftlich, glaub ich, was überlegen. Aber ich glaube, das ist auch ein Teil von dem: Ich muss mir sagen, was ich will. So ein System, die ganze Zeit am Laufen zu halten, weil es irgendwie nett ist und allen Spaß macht, das macht, glaub ich, auch keinen Sinn.

Matze Hielscher00:43:49

Ja. Ja. Also.

Philip Siefer00:43:53

Genau. Und wir sind da gerade nicht, ne? Also, wir— das dauert schon noch ein bisschen. Ich— und wir können, glaub ich, auch, wenn Leute anfangen, das zu lernen, dann steigerst du halt die Produktivität. Das ist ja jetzt auch nicht so, dass Einhorn gerade irgendwie 100 Prozent Marktanteil hat. Ich glaube, wir können, wenn alle Einhörner anfangen und auch die, was den anderen Projekten, ein bisschen damit zu arbeiten und ihre Arbeit, dann haben die ein relaxteres Leben, kriegen mehr Projekte gestempelt und müssen nicht so viel langweilige Scheißarbeit machen, sondern haben einfach ein bisschen mehr Zeit für Sachen, die eigentlich interessant sind.

Und danach sehnen sich ja eigentlich alle. Und das hab ich auch gemerkt, dass ich einfach viele Sachen konnte ich richtig cool automatisieren, und es hat mir einfach dann Zeit für was anderes gegeben, um das nächste Projekt mit Claude zu starten.

Matze Hielscher00:44:37

Ja.

Philip Siefer00:44:38

There is a lot of things to do.

Matze Hielscher00:44:39

Ja, ja, echt. Das ist ja genau der Punkt. Also, der ist— also, wir nutzen hier ja auch— und wir sind eher ChatGPT-ler und nutzen das. Und es ist aber nicht so, dass wir sagen: Dadurch, dass wir's jetzt nutzen, 16 Uhr Feierabend oder lange Eis essen, sondern es kommt dann direkt das nächste Projekt und das nächste Projekt und das nächste Projekt. Also, das— ich bin da noch nicht so richtig— also, bei den Sachen, wo ich's nutze— ich benutze das auch zum Strukturieren von Gedanken oder zur Recherche, oder wir nutzen das sehr viel zum Faktencheck jetzt, und das funktioniert sehr, sehr gut.

Also, man muss immer nochmal reingucken, aber es ist schon fantastico. Und auch Vorschläge zu machen für Titel und so weiter. Dafür nutzen wir das hier hauptsächlich. Und gleichzeitig ist es auch diese Freude, mit einer anderen Person zusammenzusitzen, und man erklärt einander etwas, was man möchte, und die andere Person, also der Handwerker, setzt es dann um. Und man— es ist genauso, wie man sich das vorgestellt hat.

Oder auch bei einem Projekt— also, wir haben ja jetzt den Fragenkalender gemacht. Und man hätte das wahrscheinlich.

Philip Siefer00:45:57

Geiles Ding übrigens.

Matze Hielscher00:45:58

Ja, ist ein supergeiles Ding.

Philip Siefer00:45:59

Superschön.

Matze Hielscher00:46:00

Aber das ist auch etwas, was wir hier zu dritt uns überlegt haben. Dann haben wir einen Verlag gefunden, mit dem viel drüber geredet, dann ging so ein Muster hin und her und so weiter. Also, sicherlich hätte man das alles viel leichter mit ChatGPT und so weiter machen können.

Philip Siefer00:46:14

Ja, das ist nicht— ich glaube, das ist quasi die Nach— also, ich glaube, man kriegt ein— das war ja auch vor zwei Monaten alles anders, wie gesagt, ne? Ich glaube, dieses— dass das gerade auch mehr Arbeit wird. Ich meine, als Computer angefangen haben, da konnte ein Computer, der war so groß wie ein Hochhaus und konnte so viel wie heute ein Taschenrechner, ja? Also, konnte weniger als die Uhr hier. Viel weniger. Und jetzt ist das alles in einem total anderen Zustand. Und dann dachte man auch: Computer machen jetzt bald die ganze Arbeit. Aber es ist ja nicht so, sondern es ist ja so, dass wir jetzt die ganze Arbeit am Computer machen.

Und ich glaube, auch bei der KI wird es ja so sein, dass die Systeme immer leistungsfähiger werden, dann immer weniger Energie auch brauchen und immer verteilter überall sind und immer mehr Teil von auch allen Anwendungsbereichen werden. Dass wir auch viel über Sprache steuern können und so. Das ist ja einfach was— also, es wird ganz anders sein, als wir es uns gerade vorstellen können. Und dann werden wir einfach viel mit KI arbeiten als Unterstützung für andere Arbeiten. Und viele Sachen, wie zum Beispiel dieses Reparaturgeschichte, diese Prozesse werden einfach besser miteinander verbunden sein.

Und da muss man, glaub ich, gucken: Welche Prozesse sind denn wichtig, wo wir mit Menschen interagieren wollen, wo das sinnvoll ist, dass wir mit Menschen interagieren, wo wir auf unsere Qualitäten eingehen?

Matze Hielscher00:47:32

Und das— und da sehe ich die Schwierigkeit gerade. Also, genau das, weil das nämlich diese— wenn wir hier mit Chat arbeiten, ist es relativ schnell, dass die Aussage kommt: Wir gucken mal bei Chat rein. Wir fragen mal Chatty. Und das, was wir ja vor allen Dingen gut können, ist: Wir haben eine Urteilskraft. Und ich glaube, mein sogenannter beruflicher Erfolg oder wie auch immer, der hat ganz viel mit Urteilskraft zu tun.

Zu sagen: Ah, da, das machen wir und das machen wir so. Das ist mein Urteil und daraus— oder meine Beurteilung, und daraus entsteht X, Y, Z. Und in einem kreativen Prozess zu sein und in einem Raum zu sitzen und sich gemeinsam was auszudenken, das hat viel mit Urteilskraft zu tun.

Philip Siefer00:48:19

Total.

Matze Hielscher00:48:19

Und das ist genauso wie Orientierungssinn. Mein Orientierungssinn durch Google Maps ist im Arsch. Ich war früher so gut, mich in neuen Orten, Städten zu orientieren. Wenn ich jetzt irgendwie durch Berlin fahre, mach ich mir sofort Maps an, weil ich mich nicht mehr so gut zurechtfinde. Das ist richtig runtergegangen. Und ich— meine Befürchtung ist, in dieser Zusammenarbeit mit Claude oder Chat oder wem auch immer oder was auch immer, dass wir nicht mehr auf unsere eigene Urteilskraft vertrauen, dass wir relativ schnell: Wie findest denn du das?

Was sagst denn du dazu?

Philip Siefer00:48:55

Echt, aber das hab ich den noch nie gefragt. Ich lass mir immer Sachen vorschlagen und dann urteile ich, ob ich's gut finde oder nicht. Also, ich finde es eher andersrum, dass man einen zusätzlichen Input hat, und der macht Vorschläge für bestimmte Sachen, und ich suche mir aus, was dann gemacht werden soll. Und so— und bei— wenn er da mit dem Onlineshop, das ist mir total wurscht, ja, da geht's ums Ergebnis. Aber ich glaube, das ist ja das— und das ist ja auch das, was wir dann mit Menschen zusammen— da können wir das ja auch als Instanz dazuholen und sagen: Hier, gib uns nochmal drei Vorschläge. Aber das merke ich auch, dass viele so KI-Sachen— man sieht es ja dann sehr schnell, wenn einfach quasi KI entscheiden durfte, was es wird.

Dann sieht's einfach auch genauso aus. Und es ist nicht— ist vielleicht auch noch nicht, aber im Moment sind die Sachen ja nicht so gut. Oder sind einfach— merkt man. Und wenn ich dann aber in diese okaye Sache nochmal ein bisschen Zeit investiere, das nochmal lese, nochmal verfeinere, nochmal was hinzufüge, dann wird's gut. Aber das ist ja das Beurteilen, wo du merkst: Ah, okay, jetzt haben wir hier so einen guten— okay, das ist interessant, aber ich sehe, was fehlt. Und es ist ja immer noch so.

Und ob ich das jetzt mit Word mache und dann schreib ich alles auf, oder ob ich quasi— und mir tut's gut, was zu haben, worauf ich aufbauen kann. Ich merke, das ist ein weißes Blatt für mich. Das ist ein Thema. Wenn ich aber— und sprechen ist voll mein Medium. Ich kann einfach meine Ideen gut erzählen, ich kann gut darüber Sachen einfach rausbringen. Und wenn das dann zusammengefasst wird und strukturiert wird, dann kann ich darauf wieder aufbauen. Und das tut mir total gut. Also, diese Zusammenarbeit zwischen Claude und mir, die ist einfach— die ist gut.

Matze Hielscher00:50:35

Hast du Glück, Bon.

Philip Siefer00:50:36

Aber ich habe— ich will nicht auf Send klicken, weißt du? So mach's und dann weg. Das kann man bei manchen Sachen, glaube ich, machen. Und ja, ich— keine Ahnung, was— wie es weitergeht. Im Moment finde ich's super. Ich verstehe auch alle, die das total kritisch sehen und da groß dran zweifeln. Und auch zurecht. Es ist ja wirklich auch komisch, dass wir bei Social Media gesagt haben: Oh, jetzt kennt Facebook meinen Standort. Und bei Claude ist es so: Willst du alle meine E-Mails haben, um mir— und die mal durchscannen?

Und genau. Dann denke ich aber, Google hat sie ja auch schon. Also, ich weiß es nicht.

Matze Hielscher00:51:14

Ja, ich bin da auch so. Also, wir werden wahrscheinlich— also in dieser.

Philip Siefer00:51:18

Wir machen mal eine KI-Folge.

Matze Hielscher00:51:19

In deinem Eintrag stand ja auch was mit Drohnen. Also, das— also, wir werden mal sehen, was.

Philip Siefer00:51:25

Das Kind will alles, was ferngesteuert ist. Das findet es fantastisch. Und es hat so ein Flugzeug mit zwei Drohnenpropellern, was echt schwer zu steuern ist. Und es kann auf dem Wasser landen und vom Wasser starten. Das sieht so schön aus, wenn es fliegt. Wunderschön. Ich will immer damit fliegen. Aber wir streiten uns immer, weil er auch manchmal am Baum landet. Und das ist eine große Sorge natürlich. Das gibt's nämlich nicht mehr. Und jetzt hat er sich so eine Mini-Drohne gewünscht, natürlich. Und da kann man auch so einen Gleiter dranbauen. Und dann fliegt die so durch die Gegend.

Das ist schon cool. Sehr gut für die Feinmotorik.

Matze Hielscher00:52:02

Ja.

Philip Siefer00:52:02

Klar. Apropos Drohne. 26. September, das Beste des Tages von Matze, London mit Eckhard. Ich dachte, wir beide waren da zusammen.

Matze Hielscher00:52:16

Ich war alleine.

Philip Siefer00:52:16

Ich komme gar nicht vor. Ich höre, weißt du? Was ist das für eine Scheiße?

Matze Hielscher00:52:21

Was ist das für eine Scheiße?

Philip Siefer00:52:23

Scheißeinträge. London? London mit Eckhard. Tate. Und dann noch ein paar Namen.

Matze Hielscher00:52:30

Ja.

Philip Siefer00:52:31

Ich nicht.

Matze Hielscher00:52:32

Stehst du nicht mit drin?

Philip Siefer00:52:33

Nee.

Matze Hielscher00:52:33

Stehst du nicht mit— stehst du nicht mit drin? Nee, ich nicht. Stehst du nicht mit?

Philip Siefer00:52:36

Nicht gut.

Matze Hielscher00:52:37

Nicht gut.

Philip Siefer00:52:37

Ich weiß es ja.

Matze Hielscher00:52:38

Du warst ja dabei.

Philip Siefer00:52:39

Das ist ja Quatsch.

Matze Hielscher00:52:40

Ja. Also, ja. Also, du willst jetzt— du warst ja dabei. Vielleicht kann man das— also, wir haben.

Philip Siefer00:52:48

Du stehst bei mir auch nicht mit drin.

Matze Hielscher00:52:50

Ach so, gut.

Philip Siefer00:52:52

Zufällig. Zufällig.

Matze Hielscher00:52:54

Na ja, es ist so: Das war ja wirklich was— das war wirklich was total Schönes. Das kann— darauf willst du natürlich hinaus, dass ich dir jetzt erzähle, wie schön das war. Es war aber auch wirklich, wirklich schön. Es fing im Grunde letztes Jahr an. Da hab ich dir gesagt: Komm mal am soundso-vierten, um soundso— dieser Uhrzeit zum— zur Weltzeituhr. Und bring etwas mit für zwei Nächte. Und du wusstest nicht, wo wir hinfahren. Und wir sind dann nach Zürich gefahren, mit dem Nachtzug, zu Marina Abramowitsch. Und es war unsere erste Magic Hill Mystery Tour.

Und dann hast du mir irgendwann Anfang des Jahres ein Datum geschickt und hast gesagt: Von dann bis dann bitte freinehmen. Nächste Tour. Und dann haben wir uns wieder am Fernsehturm verabredet, Freitag, 16 Uhr oder 17 Uhr, und sind dann Richtung London. Ich wusste dann— ich hab schon geahnt, diesmal.

Philip Siefer00:53:46

Yieldshair, der Fuchs.

Matze Hielscher00:53:47

Der Fuchs.

Philip Siefer00:53:48

Konnte— also, der hat recherchiert, ja. Da merkt man hier, dass er einfach— er will's einfach alles rauskriegen.

Matze Hielscher00:53:53

Ja.

Philip Siefer00:53:53

Er will es— er will es wissen. Er kann sich nicht auf Magical Mystery einlassen. Er muss es— er muss es knacken.

Matze Hielscher00:54:00

Ja. Es ist aber auch so— das hab ich dir auch gesagt, weil ich wollte jetzt auch nicht so tun, als wüsste ich es nicht. Das hätte ich irgendwie auch komisch gefunden.

Philip Siefer00:54:08

Ist ja weird gewesen, ja.

Matze Hielscher00:54:09

Und meine größte Freude ist ja dann.

Philip Siefer00:54:12

Das zu erraten.

Matze Hielscher00:54:13

Dass ich's erraten habe. Also, deine Freude ist, zu überraschen. Und meine große Freude ist, die Überraschung schon vorher rausgekriegt zu haben. Also, von daher haben wir doch.

Philip Siefer00:54:23

Ich konnte das auch ehern.

Matze Hielscher00:54:24

Ja, fand ich— fand ich total schön.

Philip Siefer00:54:26

Das ging.

Matze Hielscher00:54:26

Und dann sind wir nach London.

Philip Siefer00:54:28

Nur wegen der— wegen der EU-Scheiße.

Matze Hielscher00:54:30

Ja.

Philip Siefer00:54:30

Dass man da— sind mit dem Reisepass, ja.

Matze Hielscher00:54:32

Meine Frau sagte früh.

Philip Siefer00:54:33

Du musst früher sofort—

Matze Hielscher00:54:34

Sagte früh: Du brauchst unbedingt einen Reisepass. Ich find den nicht. Ja, du brauchst den. Ohne geht's nicht. Und ich sag: Okay. Und dann bin ich irgendwie ins Studio gegangen, dachte so: Reisepass, okay. Hm. Brexit. Und dann— dann dachte ich: Okay, dann wird's wahrscheinlich England sein, dann wird's wahrscheinlich London sein. Und dann dachte ich noch so ein bisschen: Konzert? Es spielt Coldplay. Nee, spielen nicht Oasis, spielen nicht— ach.

Philip Siefer00:55:00

The Cure, The Killers, was auch immer.

Matze Hielscher00:55:02

Nee, dachte ich: Das kann alles. Aber das passt doch alles nicht zu Philipp. Dann dachte ich: Okay, vielleicht Comedy. Aber da weiß ich auch so sehr: Comedy-Fan bist du auch nicht. Und dann— dann irgendwann so dachte ich in der Nacht: Es könnte was.

Philip Siefer00:55:16

Ich hab dir einen Tipp gegeben.

Matze Hielscher00:55:17

Du hast— ja, du hast gesagt, eine Ansprache oder so was.

Philip Siefer00:55:20

Ich hab gesagt, es ist ein Vortrag und du willst den gern im Podcast haben, aber komm nicht nach Deutschland.

Matze Hielscher00:55:24

Ja, genau. Und das war so ein bisschen— und dann war— dann wurde es.

Philip Siefer00:55:27

Und es ist nicht Arnold Schwarzenegger.

Matze Hielscher00:55:28

Und es ist nicht— und dann wurde es ganz— dann wurde es ganz eng. Und dann hab ich auch gedacht: Na ja, für was interessieren wir— sind wir beide sehr offen. Spiritualität. Also wird es wohl entweder Oprah oder Eckhart Tolle sein. Und es war wohl.

Philip Siefer00:55:40

Eckhart Tolle.

Matze Hielscher00:55:41

Eckhart Tolle, ja. Das war schon abgefahren, muss ich sagen. Diesen Typen da auf der Bühne sitzen zu sehen, es ist ja wirklich— also, der war wie alt?

Philip Siefer00:55:51

78.

Matze Hielscher00:55:52

78, aber er war irgendwie 28, 29, hatte eine wahnsinnige Depression. Ist hier in Deutschland geboren und war eigentlich schon dabei, sich aus der Welt zu verabschieden.

Philip Siefer00:56:06

War total schwerer Alkoholiker auch.

Matze Hielscher00:56:09

Und hat dann für sich was rausgefunden, nämlich: Wie kann ich mich von meinem Ego möglichst weit distanzieren?

Philip Siefer00:56:19

Ja, also, der hatte ja eine Art von Erleuchtungserfahrung, auf jeden Fall. Oder das sagt er. Und das, finde ich, kann man auch gut in den Büchern so "The Power of Now" oder "Jetzt".

Matze Hielscher00:56:28

Jetzt heißt es.

Philip Siefer00:56:29

Und dann gibt's ja noch "Eine neue Erde". Der hat ja nur zwei Bücher geschrieben, aber die jedes, glaube ich, 30 Millionen Mal verkauft oder so. Weil Oprah den ja so gefeiert hat und ja auch mehrere Podcasts mit dem gemacht hat und so was. Und irgendwas ist ihm ja— also, er hat's— er hat's dann gesehen. Er hat irgendwas gezeigt bekommen. Und dann danach wusste er Bescheid, wie es ist. Und konnte— saß dann ja auch anscheinend zwei Wochen auf einer Parkbank und brauchte nix mehr. Und war einfach happy und hat es verstanden. So wie bei Katy Byren ist das ja auch so ein bisschen so.

Die war ja auch so depressiv und dann plötzlich ist alles aufgegangen.

Matze Hielscher00:57:04

Macht das auch was. Und ich finde den— also, diese Idee, dass du nicht dein Ego bist und dass dieses Ich, dass das nicht unbedingt ich ist. Als ich das damals "The Power of Now" das erste Mal gelesen habe, das war so gut. Also, diese Anhaftung an die eigenen Ideen, an die eigenen Annahmen, an das, was ich über dich denke und was ich denke, was du über mich denkst. Dass man das mal so fein säuberlich trennt und sagt: Na ja, okay, das ist Ego. Und das Ego, das will ein bisschen mehr jetzt bei der Verhandlung. Und das Ego will auch, dass du jetzt mal das jetzt endlich einsiehst, dass ich so denke.

Und das Ego will aber auch, dass ich endlich mal— und so weiter. Dass man da einfach sagt: Okay, du bist einer und— oder eine von vielen in mir. Alles okay. Ich hör dich, ich seh dich. Aber du bist— ich bin nicht du und du bist nicht ich. Ja, das fand ich— das war so auch für mich verändernd, so eine andere— eine andere Beziehung zu meinen eigenen Gedanken zu entwickeln und mich nicht so ernst zu nehmen in meinen Gedanken. Das hat dieses Buch gemacht.

Philip Siefer00:58:07

Ja, das ist irre. Ich hab's auch jetzt nochmal gelesen und fand— hab's jetzt auch von mehreren Leuten gehört, dass sie's so nach ein paar Jahren nochmal gelesen haben und dass es dann wieder was anderes macht. Weil man natürlich einfach in seinem Leben auch an andere Stellen kommt. Und plötzlich sieht man so andere Stellen in dem Buch auch. Ich hab's letztes Jahr auf Langeoog gelesen und war nochmal so ganz anders angefasst davon, jetzt auch durch die ganze Meditation und so. Und auch die Parallelen zu Gunther Schmidt dann zum Beispiel festzustellen. Oder auch zu meinem Thomas Hübel.

Und zu merken, wie man sich so aus mehreren Schulen bedient. Und alle haben so ihre Erzählweise, wie das funktioniert. Und Toller hat ja auch so ein paar super Beispiele einfach. Genau. Was ja leider nicht geklappt hat, war, dass er in den Podcast kommt. Also, wenn irgendjemand Connection zu ihm hat: Ich hab echt alles probiert. Ich glaube, es ist so unmöglich, ihn zu kriegen, weil sonst hätte ich's ja geschafft.

Matze Hielscher00:58:58

Ja.

Philip Siefer00:58:58

Vielleicht hätte ich Geld anbieten müssen. Das wäre jetzt— ja, das wäre wahrscheinlich— vielleicht wäre das gut gewesen. Aber, also, ohne Witz: Ich hab echt viel probiert, auch so mit seinem— ich hab mit seinem Verlag gesprochen, ich hab mit Leuten gesprochen, die Vorträge mit ihm organisieren und so was. Und dachte, wir können uns da vor der Show irgendwie kurz treffen und dann nehmen wir mal kurz einen Podcast auf. Und ich hab— nee, ich sag: Matze, nimm das Mikro mit. Aber es war gar nichts zu machen. Und das hat man dann auch verstanden, als man da war.

Matze Hielscher00:59:23

Ja.

Philip Siefer00:59:24

Weil das Event einfach auch sehr, sehr klar war: Er kommt. Und dann setzt er sich hin und dann spricht er zwei Stunden.

Matze Hielscher00:59:31

Ich bin da überhaupt nicht drüber weggekommen, wie diese Veranstaltung war. Das muss man einmal erklären. Ja, da waren schon ein paar tausend Leute. Also, 5, 6 tausend, vielleicht sogar noch mehr Leute. Und da war einfach— waren Stühle aufgebaut. Es gab nichts zu trinken in dieser Halle. Das Licht war einfach an. Und dann auf der Bühne ein Sessel, links und rechts eine Palme, so bei between two ferns. Und so ein kleines Tischlein, da war auch mal so nochmal so eine kleine Pflanze.

Philip Siefer01:00:02

Eine Orchidee.

Matze Hielscher01:00:02

Eine Orchidee, okay.

Philip Siefer01:00:03

Klar.

Matze Hielscher01:00:03

Okay. Und dann kam er raus, sehr langsam, setzte sich hin. Das Licht blieb einfach komplett an. Es hat sich nichts verändert auf der Bühne. Und er hat angefangen zu reden. Und er war am Anfang— also, er redet sehr, sehr leise. Und durch das leise Reden sind auch alle in diesem Raum unglaublich leise geworden. Also, so eine Stille in so einem großen Raum hab ich auch noch nie irgendwie erlebt. Dadurch wurde es aber auch direkt ganz intensiv. Man hat richtig gehört, oben die Lampen, diese— das leise Zirren der Lampen hat man gehört.

Und dann sagte der— und ich dachte so: Okay, es wird jetzt eine Stunde gehen. Und dann macht der Q&A und dann haut er ab. Und dann sagt er: Ich werde jetzt zwei Stunden hier sitzen und was ragen. Und ich dachte: Heiliger Bimbam, wie bitte?

Philip Siefer01:00:46

Hat er's vorher gesagt? Ich hab's gar nicht mitgekriegt.

Matze Hielscher01:00:48

Ja. Zwei Stunden wird er jetzt was sagen und dann— dann wieder gehen. Und das hat er dann auch gemacht. Er hat einfach zwei Stunden komplett frei geredet. Das hörte sich nicht an wie ein Vortrag, den er irgendwie sich einstudiert hat, sondern das war— er hat interagiert, auch so ein bisschen mit den Leuten vor Ort. Und hat einfach geredet. Und dann merkt man nämlich daran: Okay, der hat wirklich verstanden, was er da erzählt. Das war jetzt kein TED Talk, den er irgendwie tausendmal geübt hat, sondern er saß da einfach, hat sich über sich selbst ab und zu mal lustig gemacht, über die Leute natürlich auch.

Aber auf so eine ganz zurückhaltende Art.

Philip Siefer01:01:21

Ja, nicht so eine abwertende.

Matze Hielscher01:01:22

Nee, gar nicht abwertend, sondern einfach über uns, haha, wir Menschen, so. Sehr, sehr— also, irgendwie in dieser Schlichtheit und in dieser Schlichtheit und Weisheit. Super beeindruckend. Und die Leute sind dann rausgegangen und waren alle so wirklich so— man ist so ein bisschen so 0,5 Millimeter über dem Erdboden geschwebt, hab ich so das Gefühl, ja.

Philip Siefer01:01:46

Ja, das war wirklich süß. Auch irgendwie nett zu sehen, wie viele Leute da hinkommen. Dann— man sollte ja auch vorher da sein, um so— in diesen Blöcken war ja dann auch so freie Platzwahl. Und wie dann die Leute da alle so ganz leise auch reinkamen und sich da gemütlich hingesetzt haben und so was. Also, einfach auch voll das nette Publikum, was da so einfach sich so am Samstagabend so zwei Stunden Eckhart Tolle anhören will, um.

Matze Hielscher01:02:08

Den würde ich allen meinen Wohnungsschlüssel geben. Da hab ich schon gedacht: Ja, ja, da ist— da ist— nee, da geht wirklich nix davon aus, irgendwie, finde ich. Und ich hab so eine Frage mir aufgeschrieben, die ich so großartig finde, die er an dem Abend gestellt hat: Wer bist du ohne deine Vergangenheit? Das fand ich so krass. Und so eine einfache Frage. Aber wenn man das wirklich mal so durchdenkt— und ich fand's auch so gut, weil er dann sagte, dass es manchmal leichter ist, einander zu begegnen, wenn man sich eben nicht kennt. Wenn man sich zum ersten Mal trifft und da ist nicht die Annahme: Und ich hab schon ein Bild von dir gemacht, sondern: Ich lerne dich ganz neu kennen.

Und so sich das zu überlegen, auch bei einem Partner, bei einer Partnerin: Kann ich— kann ich dir begegnen?

Philip Siefer01:02:53

Auch ohne die Vergangenheit der anderen Personen.

Matze Hielscher01:02:55

Ja.

Philip Siefer01:02:56

Dann sollte man auf keinen Fall so eine Liste führen, weil das.

Matze Hielscher01:03:00

So ein Beste des Tages hilft dann gar nicht. Da hilft das Beste des Tages nicht.

Philip Siefer01:03:03

Na ja, obwohl, vielleicht ist es gut, sich das bewusst zu machen und dann zu sagen: So, das ist die Vergangenheit, wir haben's jetzt aufgeschrieben und jetzt begegnen wir uns neu. Ich kenn so eine Geschichte dazu von Rivka hier, meiner somatischen Therapeutin, die— die sagt, erzählt manchmal so ein Beispiel von so einem alten Ehepaar. Der Mann bringt der Frau immer einen Kaffee ans Bett morgens. Und er fragt jeden Morgen, ob sie Zucker möchte, weil sie's erinnern könnte. Und ich finde die Idee so super. Wieso sich neu— also, sie will immer keinen Zucker, aber who knows. Aber es ist wie so eine Erinnerung für ihn: Heute könnte es anders sein.

Ich schau dich mit neuen Augen an. Und auch in der Meditation bei Meditative Wish leiten wir das oft so an, dass man versucht, in sich selber— du machst ja so einen Innenschau bei der Meditation— in sich selber zu schauen mit neuen Augen. Nicht immer wieder so: Oh, jetzt wieder— jetzt kommt wieder der Stress, jetzt gleich wieder die Gedanken. Man weiß schon vorher, man sagt die Zukunft voraus.

Matze Hielscher01:03:56

Ja.

Philip Siefer01:03:56

Aus der Vergangenheit, die man schon kennt. Und dann ist man aber nicht im Jetzt. Und dieses mit den neuen Augen und dann so eine liebevolle Betrachtung und auch die Möglichkeit zu geben, dass es heute anders sein kann, das kommt ja aus so einer liebevollen Weichheit wieder. Und das, finde ich, hat er auch richtig schön erklärt. Ich fand auch das Beispiel geil mit dem, wie wir uns anschauen. Das hat er ja so ein bisschen persifliert. Er hat's ja erklärt dann, wie das ist, wenn man Hund ist. Also, er hat ja diese— er hat das ja mit Alkohol einmal super erklärt. Er hat gesagt, man fängt ja— man hört ja auch auf zu denken, wenn man säuft.

Also, man betrinkt sich ein bisschen, das hilft super. Man denkt plötzlich nicht mehr so viel nach und dann ist man glücklich. Wow, die Gedanken sind weg. Ich identifiziere mich nicht mehr mit der Vergangenheit. Ich denke nicht mehr so viel an die Zukunft oder— was heißt denke— mache mir nicht mehr so viel Sorgen. Ich bin einfach hier und ein bisschen angedüdelt.

Matze Hielscher01:04:43

Ja.

Philip Siefer01:04:43

Und dann geht's mir— geht's mir super. Und man könnte ja sagen: Ja, warum dann nicht einfach jeden Abend sich wegpicheln? Hat er gesagt: Ja, es ist regressiv. Also, der Alkoholtrinken ist: Wir gehen auf einen niedrigeren Zustand, eine niedrigere Frequenz. Wir werden ein bisschen blöder. Und dann geht's uns besser, weil wir nicht mehr so viel denken. Das Gehirn ist lahmgelegt und dann lachen wir doof in der Gegend rum, aber es geht uns gut. Und wenn wir meditieren, dann heben wir's an und werden wacher. Aber es ist natürlich nicht jedermanns Sache. Und er sagt, es ist wie beim Hund. Ein Hund ist so wie, wenn du total besoffen bist, eigentlich, von der Kognition.

Also, das ist jetzt ein bisschen platt gesagt, so hat er's nicht gesagt, aber jetzt platt übersetzt. Aber der ist auf jeden Fall ja vom menschlichen Geist her ein regressiver Zustand, wäre jetzt ein Hund. Und der— hat er gesagt, wenn er sich im Spiegel anguckt, denkt der nicht: Oh, ich bin zu klein und was für eine scheiß Rasse. Ich sollte ein Golden Retriever sein, aber ich bin ein Pudel. Das nervt. Oh, hier Haarausfall, scheiße, ich bin zu dick. Oh, nee, ich— och, guck mal, wie meine Zähne sind, total gelb. Ich mag mich überhaupt nicht.

Matze Hielscher01:05:45

Und der Hund sagt auch nicht: Wenn ich nach Hause komme, oh, gestern hat er das gemacht. Ah.

Philip Siefer01:05:51

Da ist er.

Matze Hielscher01:05:52

Also, der guckt mich ja an, wie jedes Mal, als wenn ich zum ersten Mal durch die Tür reinkomme.

Philip Siefer01:05:55

Ja, und freut sich.

Matze Hielscher01:05:56

Freut sich unendlich. Er weiß schon, wir kennen uns.

Philip Siefer01:05:59

Ja.

Matze Hielscher01:06:00

Wir sind verbunden.

Philip Siefer01:06:01

Wir sind.

Matze Hielscher01:06:01

Aber es ist das Allerschönste, dass ich jetzt durch die Tür komme.

Philip Siefer01:06:04

Ist das Geilste.

Matze Hielscher01:06:05

Das ist das Geilste an Hunden.

Philip Siefer01:06:07

Und das hat er irgendwie— fand ich super, dieser Vergleich, wie wir uns Sorgen machen und uns die ganze Zeit— sagt er: Ein Hund ist nie damit unzufrieden, wie groß er ist oder dass er irgendwie in diesem Körper jetzt steckt oder in dieser Situation. Er denkt nicht drüber nach. Und das mit diesem Alkohol, aber auch dem anderen Vergleich, das fand ich ein super Bild. Er hat noch so ein paar andere Bilder gemacht, die waren— wir haben jetzt nicht mehr genug Zeit, aber so eine Eckhart-Tolle-How-to-Folge können wir ja machen.

Matze Hielscher01:06:32

Ich würde sagen.

Philip Siefer01:06:33

Die besten Zitate.

Matze Hielscher01:06:34

Die besten Zitate.

Philip Siefer01:06:34

Und er kommt jetzt einfach.

Matze Hielscher01:06:35

Ja, er muss jetzt einfach— also, irgendwie da draußen— also, es hören ja hier ein paar Leute zu. Also, irgendjemand würde doch mal irgendwie uns helfen können hier, dass der Eckhardt hier mal vorbeikommt. Nein, ich glaube, das wäre wirklich toll, weil das— weil wie einfach er Dinge erklärt und runterbrechen kann. Das würde— dafür wird er natürlich auch kritisiert, dass er Sachen zu doll vereinfacht. Aber für mich hat's gereicht.

Philip Siefer01:06:59

Ich glaube, das ist ein super Einstieg. Also, ich glaube, man muss— es reicht jetzt natürlich nicht, sich alles— also, es gibt ja dann so wie so was: Toxic Positivity wird ja dann so schnell— und das stimmt ja auch. Das ist natürlich nicht— man muss dann schon damit umgehen und so. Und er ist ja auch sehr lange damit umgegangen. Aber es ist natürlich nicht das Ende vom Lied, dann zu sagen: Ich lese The Power of Now und dann ist es fertig. Dann fühle ich— dann klappt alles. Aber es ist ein guter Einstieg, glaube ich. Und ich glaube, dieses Inspiration zu säen für— ja, man kann auch anders über die Sachen nachdenken.

Das ist schon hilfreich an einer bestimmten Stelle. Und für manche Leute ist es natürlich total ätzend, weil die sagen: Hey, es hilft mir jetzt auch nicht. Ich hab einfach kein Geld.

Matze Hielscher01:07:36

Ja.

Philip Siefer01:07:37

Ja. Und ich bin einfach— werde einfach schlecht behandelt in meiner Beziehung und ich komme da nicht raus und ich bin einfach in einer scheiß Lage und da kann ich zehnmal irgendwie mir— das stimmt natürlich.

Matze Hielscher01:07:46

Ja. Ja. Ey, also, ich würde sagen, das waren— also, man hat jetzt, glaube ich, mal kurz gemerkt, wir haben jetzt irgendwie zwei oder drei Beiträge des anderen— jeweils anderen irgendwie angeguckt und wir könnten jetzt noch— also, wir könnten über.

Philip Siefer01:07:59

Wir haben noch 3000.

Matze Hielscher01:08:00

Wir haben noch— also, ich glaube, das ist der.

Philip Siefer01:08:05

Alles gesagt on Steroids Podcast.

Matze Hielscher01:08:07

Ja. Oh, wow. Hört niemals auf. Ja, und dann hab ich— nein, aber das ist— ich glaube.

Philip Siefer01:08:13

Wir können— wir können— wir können das ja dann Klod machen lassen.

Matze Hielscher01:08:16

Ja.

Philip Siefer01:08:16

Wir geben dem einfach die Liste, sagen: Hör dir das hier mal an, denk dir irgendeinen Scheiß aus. Und dann machst du so eine Endlos-Sendung, die geht dann einfach. Jedes Ding zehn Minuten, 3000, 30.000 Minuten. Wie viel Stunden sind das ungefähr?

Matze Hielscher01:08:28

Oh, krass.

Philip Siefer01:08:28

5000 in 200 Tage. Great.

Matze Hielscher01:08:31

Also, das machen wir hier auf jeden Fall nicht. Also, ich würde sagen, wir— wir machen jetzt— wir machen jetzt weiter. Also, Philip, steht noch irgendwas an die nächsten Tage? Nee, ne?

Philip Siefer01:08:44

Weiß ich nicht. Ich bin ja nicht hier. Nee.

Matze Hielscher01:08:47

Nee.

Philip Siefer01:08:47

Einfach das, was kommt, ist da und dann.

Matze Hielscher01:08:51

So machen wir das.

Philip Siefer01:08:52

Wofür ist es gut?

Matze Hielscher01:08:52

Ja. So, wofür?

Philip Siefer01:08:54

Wofür?

Matze Hielscher01:08:54

Wofür? Also, die Frage an euch diesen— diesen— diesen Monat ist: Wofür und.

Philip Siefer01:09:00

Fünf Sterne.

Matze Hielscher01:09:01

Wer bist du ohne deine Vergangenheit?

Philip Siefer01:09:03

Wer bist du ohne diese App?

Matze Hielscher01:09:04

Wer bist du ohne diese App? Genau. Wir freuen uns auf all das, was damit passiert. Und ey, habt einen guten Tag noch.

Philip Siefer01:09:12

Haut rein, Leute.

Matze Hielscher01:09:13

Haut rein. Tschüss, tschüss, tschüss.

Philip Siefer01:09:14

Tschüss, tschüss. Wir wünschen euch das Beste des Tages.

Beschreibung der Folge

Philip und ich haben im Oktober eingecheckt, an dem Tag, an dem aus unserer acht Jahre alten Excel-Tabelle endlich die App „Das Beste des Tages“ geworden ist.

Wir sprechen darüber, warum Freundschaften im Erwachsenenleben mehr Pflege brauchen, warum Philip gerade übt zu sagen, was er wirklich will, und über seine kleine Love Affair mit KI. Und wir erzählen von einer Reise zu Eckhart Tolle, die uns mit einer ziemlich einfachen Frage zurückgelassen hat: Wer bist du ohne deine Vergangenheit?

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Eckhart Tolle Bücher: https://eckharttolle.com/books/

The Power of Now - Eckhart Tolle: https://communicate.eckharttolle.com/power-of-now-excerpt/

A New Earth - Eckhart Tolle: https://bit.ly/4dDYGhY

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