In dieser Folge von Hotel Matze spricht Comedian Jerry Vsan aus Köln über seinen Weg vom Geheimtipp zur großen Bühne. Er erzählt von einer behüteten Waldorfkindheit, einer frühen Kiffphase, Panikattacken und einem Herzschmerz, der ihn Anfang 20 aus der Bahn warf.
Außerdem geht es um seine tägliche Routine unter der kalten Dusche, seinen Umgang mit Gefühlen und Männlichkeit sowie um die Frage, wie man für etwas brennen kann, ohne sich darin zu verlieren. Jerry erklärt, warum er heute ein eigenes Fundament aufbauen will, und Matze fragt nach Druck, Obsession und Balance.
In dieser Folge Matze Hielscher, Jerry Vsan
Dieses Transkript der Folge mit Comedian Jerry Vsan entstand mit HappyScribe-Technologie, derselben, die hinter dem KI Meeting Assistent steckt.
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Wenn ich jetzt nach Hause komme, heule ich immer vor irgendeinem Freund.
Worüber weinst du dann?
Das kann auch Freude sein, manchmal ist es einfach nur overwhelming, und ich habe gar keinen wirklichen Grund. Ich bin einfach so ein krasser Grenzgänger und sehr suchterfil, und ich habe irgendwie nicht wirklich so eine Bremse verbaut. Sobald ich jemanden kennengelernt habe, wo ich mich verliebt habe, das war alles für mich. Alles andere habe ich fallen gelassen. Der Fokus liegt nur darauf, und alles Gute, was ich fühlen kann, ziehe ich aus diesen Menschen raus. Es war ja schon so ein jahrelanges Konstrukt von Lügen, eigentlich um mich herum, durch diesen krassen Konsum.
Reden wir hier von morgens einem Bon?
Das Main Goal für mich ist, die Leute zum Lachen zu bringen. Das ist für mich Peak Experience, das ist dieses einfach krank Lachen.
Willkommen im Hotel Matze. Ich bin Matze und ich treffe mich hier mit Menschen, die mich interessieren, und versuche herauszufinden, wie die so ticken. Mein heutiger Gast ist Jerry Vsan. Jerry ist Comedian und im vergangenen Jahr gefühlt aus dem Nichts aufgetaucht. Innerhalb kürzester Zeit wurde er vom Geheimtipp der Comedy-Szene zu jemandem, bei dem ziemlich viel ziemlich schnell passiert. Nächstes Jahr geht er schon auf seine erste große Solo-Tour. Wer allerdings denkt, Jerry käme wirklich aus dem Nichts: Irrt sich, er hat mit Ende 20 schon einiges hinter sich.
Wir sprechen über seine behütete Waldorf-Kindheit und seine ziemlich bekiffte Jugend, über einen Herzschmerz, der ihn mit Anfang 20 komplett aus der Bahn geworfen hat, und ich meine hier wirklich komplett, und darüber, wie er sich aus einer Zeit, in der er ziemlich am Boden war, selbst wieder herausgezogen hat. Ich wollte von Jerry wissen: Wie wird aus einem jungen Mann, der eine ganze Weile nicht weiß, wohin mit sich, jemand, der plötzlich sehr genau weiß, wo er hin will? Ich wünsche euch viel Vergnügen im Hotel Matze mit Jerry Vsan.
Ich habe gehört, in einem Podcast, den ich von dir gehört habe, dass du morgens unter der Dusche ein Mantra hast.
Das ist richtig, ja.
Was ist das für ein Mantra? Was sagst du dir dann?
Also, ich habe das quasi zusammengefügt. Das ist einmal ein Text von einem Deutschrapper: Megalo. Sagt dir was? Megalo? Hier aus Moabit. Er hat diesen Song "Routine", heißt der. Der ist damals, ich glaube, vor vier, fünf Jahren gekommen. War der Titelsong zu einer Serie, "Sam" hieß die Serie, hast du vielleicht mitbekommen.
"Sonama" sagt mir auch was, ja.
Und es geht in dem Song eigentlich um Routine und so seinen Weg zu gehen, so ein bisschen. Und diesen Song, diese Lyrics rappe ich jeden Morgen unter der kalten Dusche. Und an einer Stelle davon breche ich quasi aus, dem Text aus, und spreche zu mir selber. Ein Text, den ich selber, der entwickelt sich jeden Morgen weiter, sage ich mal. Und danach gehe ich wieder in die Lyrics rein. Also eigentlich rappe ich diesen Song unter der Dusche und habe mit reingebrochen, es sind, glaube ich, vier, fünf Minuten, die ich da spreche.
Vier, fünf Minuten?
Ja.
Kannst du mir einen kleinen Auszug daraus geben?
Es fängt so an: Ich gebe nicht auf, ich ziehe nur durch. Ich lasse mich nie kontrollieren von Furcht. Ich zögere nicht lange, ich tuste, setze einen vor den anderen Fuß. Ich mache die nötigen Schritte wieder und wieder. Ich bleibe nicht stehen, ich zwinge mich weiterzugehen und ich stelle mich meinem Problem. Das ist so der Flow, der Anfang.
Und was hast du dann selber dazu gemacht?
Es gibt eine Stelle in dem zweiten Part, wo er, er steigt in den zweiten Part ein mit den Worten: "Verlorener Sohn, lange auf der Suche, ich kannte nichts Gutes. Ich kenne nur einen Weg: Geh rein ins System und reboot es." Und nach diesem Satz spreche ich zu mir selber und bin so: "Ey, geh rein in das verfickte System und reboote die Scheiße." Dann spreche ich über Dinge, die zum Beispiel gestern nicht gut gelaufen sind, wie ich es heute anders machen kann. Das Leben ist eine Aneinanderreihung von einzelnen Entscheidungen, und diese Entscheidungen bilden im Großen und Ganzen ein System.
Du kannst jeden Tag aufs Neue bestimmen, wie dieses System aussieht und wie dein Leben verläuft, indem du einzelne Entscheidungen triffst, indem du dir große Ziele setzt, auf kleine Ziele runterbrichst und dich vor jeder Entscheidung fragst: "Bringt mich das meinem Ziel näher? Wenn ja, dann mach es, wenn nicht, dann nicht." So spreche ich mit mir morgens. Ich komme dann aus der Dusche raus und bin so: "Okay, heute kann mich nichts mehr schocken, weil ich schon fünf Minuten unter diesem eiskalten Wasser stand."
Ist es wirklich eiskalt, das Wasser?
Ja, ja. Ganz nach rechts und dann auf.
Und dann fünf Minuten?
Ja. Und dann bin ich mir dessen bewusst, dass egal, was gestern war, es liegt in meiner Macht, es heute so gut wie möglich zu tun und das zu machen, was ich für richtig halte, was mich weiterbringt. Und selbst wenn es nicht so gut läuft, gestern zum Beispiel, das ist eine Kleinigkeit, abends backstage Zigarette geraucht, dann liege ich abends im Bett und denke mir: "Mann, Schwester, warum hast du das gemacht?" Und heute Morgen stehe ich wieder in der Dusche und es ist wirklich egal, was gestern war, es geht heute wieder rein. Ich habe gestern geraucht, dann höre ich heute auf.
Auch das sage ich zum Beispiel, das habe ich heute Morgen noch gesagt. Und so funktioniert der Start in meinen Tag. Und ich glaube, dass es für mich ein sehr guter Weg ist, weil es mir bewusst macht, im Endeffekt ist es sehr simpel, wenn man weiß, was man will und sich darum kümmert.
Woher weißt du so genau, was du willst? Weil das wissen die allerwenigsten.
Ich weiß natürlich nicht alles, was ich will. Und auch da ist es, kommen immer wieder Sachen hinzu und Dinge verschieben sich. Aber ich habe natürlich einen Gedanken davon, wie mein Leben aussehen soll, was ich erreichen möchte. Und bin auch sehr zufrieden damit, wie es gerade aussieht und mit dem, was ich erreicht habe. Ich glaube, zu wissen, was ich will, hat angefangen, als ich gemerkt habe, was ich bekommen kann, indem ich tue, was ich tue.
Also zu sehen: "Okay, wenn du das und das machst, passiert auch das und das." Und dann merkst du auf einmal: "Ich kann das und das wirklich schaffen, wenn ich das und das tue." Ich glaube, das war so ein großes.
Also die Erkenntnis: "Okay, wenn ich weiß, wohin das gehen soll, und wenn ich weiß, und wenn ich die Arbeit, die dafür notwendig ist, wenn ich der nachgehe, dann kann ich auch schon unterwegs ernten." Und das ist schön, was ich dann ernte.
Auch das, ja. Das unterwegs ernten ist sehr wichtig. Und man darf es nicht vergessen, weil sonst rast man einfach nur die ganze Zeit nach vorne und kriegt überhaupt nicht mit, was gerade passiert.
Woher kommt diese Disziplin? Also es ist ja was sehr Diszipliniertes, morgens diese kalte Dusche und so ein Mantra, sich für sich so zu definieren.
Bevor ich auf die Frage eingehe, würde ich gerne noch sagen, weil ich jetzt gerade darüber gesprochen habe, ich habe es noch nie so ausgesprochen mit der Megalo-Sache, wollte ich nur, falls das hier gehört wird, hört euch auf jeden Fall den Song an, "Routine", Megalo, und generell seinen Kunst. Der hat mich sehr geprägt auf meinem Weg. Und ich wollte nur kurz dieses Shoutout auch dalassen, weil es eine sehr wichtige Person für mich ist, von der Kunst her. Und ich habe auch dieses Jahr das Glück gehabt, ihn kennenlernen zu dürfen. Das war auch sehr schön für mich. Und er weiß natürlich auch nicht, dass ich das jeden Morgen mache, aber deswegen wollte ich das nur kurz aussprechen.
Finde ich toll, dass du es sagst. Ich packe das auch in die Shownotes, den Link. Und ich finde das ja das Allerschönste an der Kunst, und es ist ja Kunst, was er macht, dass ein junger Mann seinen Tag damit startet. Und früher haben Leute vielleicht in der Bibel mehr gelesen oder was es auch immer ist. Und dass es dann ein Rap-Song ist, der dich irgendwie auf deine Spur jeden Tag schickt. Also mehr kann man von Kunst nicht erwarten. Also es ist unglaublich, wie schön das ist.
Schön, dass du es so aussprichst, ja, stimmt, auf jeden Fall.
Woher kommt die Disziplin?
Die Disziplin kommt in erster Linie aus mir selber. Ich habe irgendwann damit angefangen, ich war früher ganz, ganz weit entfernt von Disziplin. Also im jungen Erwachsenenalter, in meiner Jugend war ich wirklich alles, alles, was du willst, aber nicht diszipliniert. Und habe dann so vor drei, drei Jahren, glaube ich, auf einmal von einem auf den anderen Tag damit angefangen, weil ich irgendwie Zeit hatte, wo es mir nicht gut ging.
Und ich war so: "Ey, ich muss irgendwie irgendwas ändern." Und habe dann kurz gesagt, einfach mal Wecker gestellt und gesagt: "Okay, morgen früh, egal ob du schläfst oder nicht, gehst du um sechs Uhr ins Fitnessstudio und du fängst ein neues Leben an." Und ich weiß noch, ich habe auch gar nicht geschlafen in der Nacht. Ich lag wach, irgendwann, und ich bin losgegangen. Und ich habe seitdem nicht mehr aufgehört.
Das war der Tag, an dem du angefangen hast, dein Leben zu verändern?
Ja.
Und seitdem läuft es für dich?
Es geht dann immer hoch und runter, auf und ab. Aber ich habe diesen, das hat mir diesen Einsberg gegeben. Und die erste Veränderung, ich war am Anfang sehr stark verrannt in dieses ganze Fitness-Ding. Ich hatte vorher auch schon mal trainiert und so, aber es war jetzt nicht wirklich meine Welt. Und dann habe ich angefangen, mit dieser Disziplin erstmal nur an dem Projekt Training zu arbeiten. Und habe dann nach drei Monaten wirklich wahnsinnig viel geschafft. Und da habe ich dann gemerkt: "Okay, wow, was ist hier gerade passiert in den letzten drei Monaten?"
Es ist irgendwie einfach klick gegangen und alle waren so: "Ey, was ist denn mit dir passiert? Was hast du gemacht?" Und ich habe gestern noch auf meinem Handy, ich habe mit jemandem gesprochen und bin so auf das älteste Foto auf meinem Handy gegangen. Es ging darum, wie lange wir die Handys schon haben, hin und her. Und das ist tatsächlich eines der ersten Bilder auf meinem aktuellen Handy, ist genau aus dieser Zeit, wo ich dann im Spiegel mich morgens fotografiert habe, um diesen Prozess quasi zu begleiten. Und ja, das sah ganz anders aus als jetzt.
Und dann auf einmal, zack, drei Monate rum und ich habe gemerkt: "Wow, es ist wahnsinnig viel passiert mit mir, nicht nur körperlich, äußerlich, sondern auch in meinem Kopf." Und habe dann langsam angefangen, diese Disziplin, diese Routinen auf andere Dinge zu übertragen. Habe versucht, mein Umfeld irgendwie sauberer zu halten. Ich habe auch ein Jahr da sehr stark in Isolation gelebt. Ich war sehr wenig unterwegs, bin eigentlich morgens 4:30 raus, habe zwei Einhalb trainiert, bin dann zur Arbeit, habe zehn Stunden gearbeitet und bin danach ins Bett um 19:30.
Und da hat sich dieses ganze Ding gerade, was ich jetzt auslebe, so entwickelt. Und da bin ich zu dem geworden, der ich jetzt bin quasi. Und danach konnte ich diese Dinge auch wieder gut lockern, was auch nicht immer leicht ist, aber konnte dann mich wieder ein bisschen ausbreiten. Bin dann auch wieder in eine Beziehung reingegangen und das war auch sehr schön und ganz anders geklappt als alles, was jemals davor war, einfach weil ich auf einmal was Eigenes hatte, bereit war dafür.
Danach habe ich dann nach acht Jahren in einem Betrieb gesagt: "Komm, ich ziehe es jetzt durch, ich bin jetzt bereit dafür." Habe meinen Job gekündigt und gesagt: "Ich werde jetzt berühmt, ich gehe auf die Bühne." Und konnte dann auch genau diese Disziplin, die ich mir die Jahre angeeignet hatte, auf die Arbeit übertragen. Und jetzt sitze ich hier bei dir.
Schön, dass du da warst. Mich würde total interessieren, wie es eigentlich dazu gekommen ist. Das ist ja schon wie so eine kleine Heldengeschichte, die du gerade erzählt hast. Und da fehlt natürlich, wenn wir so den Film jetzt anmachen, da fehlt jetzt der kleine Jerry. Bevor wir dann da wieder reingehen, wo du jetzt bist, würde ich gerne den Weg zu diesem Punkt an diesem Morgen oder in der Nacht, wo du gesagt hast: "Okay, ab morgen Wecker, ab morgen wird mein Leben anders."
Du bist in Köln aufgewachsen und was ich so gelesen habe, ist eigentlich relativ behütet, Waldorfschüler, die Mutter engagiert, wilde Tiere aufnehmend, im Gefängnis arbeitend. Also das hört sich doch alles noch so bullerbü Kindheit an.
Ja, auf jeden Fall. Ich bin sehr dankbar, sehr zufrieden, glücklich mit meiner Kindheit. Auch meine Mama, mein Dad, meine Oma, bei der ich sehr viel Zeit verbracht habe, meine Geschwister, das Viertel, in dem ich aufgewachsen bin. Hammer. Klar hat man irgendwie Themen wie jedes andere Kind, aber ich habe nie irgendwie schlechte Gedanken eigentlich an meine Kindheit gehabt.
Ist das ein Haus gewesen, in dem du groß geworden bist?
Ja, wir sind in einem kleinen Häuschen aufgewachsen. Eines der ältesten Häuser, das bei uns im Viertel steht. Es hat sogar noch so Einschusslöcher in der Wand und so. Also es ist schon sehr, sehr alt und hat einen kleinen Garten vor. Dadurch, dass es so alt ist, ist auch immer was zu tun. Und manchmal tropft es mal irgendwo und so. Aber ich mag das sehr gerne. Und meine Mama wohnt auch immer noch dort.
Deine Eltern sind getrennt?
Meine Eltern sind getrennt geschieden seit 20 Jahren, pipapo. Oder mittlerweile schon länger. Ich bin jetzt fast 30 mal bei mir. Seit 25 Jahren. Mein Vater wieder verheiratet. Meine Mama auch ein Partner. Also die verstehen sich gut. Das war nicht immer so, aber ich hatte jetzt kein Drama in meiner Familie. Für mich als Kind habe ich keine schlechten Erinnerungen jetzt an die Trennung oder so. Klar, Mama, Papa streiten, schreien rum und so. Aber es ist jetzt kein Trauma oder irgendwas, was ich aufarbeiten müsste.
Und was hast du als Kind gespielt? Was waren so deine, also in welche Rollen bist du geschlüpft?
Ich glaube, ich war schon immer so sehr Entertainer-mäßig, rumalbern. Ich kann mich erinnern, ich habe direkt meinen großen Bruder, der auch sehr witzig ist, der witzigste Kerl, den ich kenne. Also mit Abstand, wirklich. Ich sage es immer wieder und betone es auch immer wieder.
Wie alt ist er?
Fünf Jahre. Weil es wirklich so ist. Es ist wirklich der größte Lachkick-Mensch, den es gibt. Und ich kann mich erinnern, wie wir als Kids auch schon irgendwie rumgeturnt sind und einfach Energie rauslassen und dieses Rumhüpfen und Quatsch erzählen. Das war schon immer mein Ding. Meine Mama erzählt immer von den Geschichten, die ich erzählt habe, irgendein Schwachsinn, den ich mir ausgedacht habe. Es kommt, glaube ich, auch viel von meinem Vater. Mein Vater hat immer uns Geschichten erzählt, die sehr witzig waren auch.
Also zum Einschlafen?
Genau, ja, ja. Und zwar immer, also wirklich so, dass wir, ich habe die Erinnerung als Kind, das war das Witzigste der Welt. Mein Vater und meine Onkels, wie die Geschichten erzählt haben. Und die machen das auch immer noch so.
Was sind das für Geschichten gewesen?
Keine Ahnung, ein Eichhörnchen und ein Biber im Wald. Aber er macht ihnen dann lustig nach und die sind dann rechts und dann beleidigen sich und hin und her. Also einfach skurriles Zeug. Vielleicht ähnlich wie meine Comedy irgendwie in einer gewissen Hinsicht. Einfach witziges Zeug. Ich kann mich jetzt nicht erinnern, ob der da besondere Messages drin versteckt hat oder so. Es waren halt einfach nette Geschichten, die wir als Kids mochten.
Und ist dein Bruder mit bei dir geblieben?
Ja, wir sind alle drei bei meiner Mama geblieben. Und dann so, wie man es kennt, Wochenende Papa und wenn Mama mal weg ist, kommt Papa vorbei abends zum Ins-Bett-Bringen und so. Aber wir sind alle, es gab eine Phase, wenn ich mich recht erinnere, wo mein Bruder mal eine Zeit lang bei meinem Vater war. Aber das kann ich jetzt gerade gar nicht mehr genau sagen. Das war auch, glaube ich, nicht so lange. Aber ich glaube, es gab mal so ein paar Monate, wo mein Bruder gerade so erwachsen geworden ist, wo der mal bei meinem Dad war. Meine ich, mich dran erinnern zu können.
Und diese Waldorfschule, wie kann ich mir das vorstellen? Ich kenne es natürlich hier, Prenzlauer Berg lebend, was da über die Waldorfschulen erzählt wird. Was hast du von Herrn Steiner gelernt?
Direkt erstmal nichts. Aber was wir natürlich mitbekommen haben, also ich bin erstmal auf eine normale Grundschule gegangen, die ersten drei Jahre. Und bin dann auf die Waldorfschule gewechselt zur vierten Klasse, wo meine Geschwister auch schon waren. Das Konzept ist ja erste bis zwölfte oder dreizehnte Klasse. Ich weiß nicht, ob die mittlerweile die zwölf Jahre angenommen haben. Damals war es auf jeden Fall nicht so. Da hatten wir noch 13 Jahre. Bin in der vierten darüber. Und klar, als Kind erstmal stellt man ja, also einfach eine neue Schule irgendwie. Ich kann mich erinnern, dass es schon sehr anders war als in der Grundschule.
Es hat anders gerochen. Es war wesentlich heller. Das Konzept bei uns war ja auch nur eine Klasse pro Jahrgang. Das heißt, es war auch wesentlich kleiner. Ich glaube, in der Grundschule hatten wir zwei Parallelklassen. Und ich habe den Wechsel jetzt nicht genau so noch vor Augen. Aber ich kann mich erinnern, dass es mir von Anfang an irgendwie Spaß gemacht hat. Es war, glaube ich, eine, es ist schwierig, den Unterschied zu beschreiben, weil dritte Klasse ist ja auch noch sauentspannend als Kind.
Du spielst ja auch nur rum und machst dies und das so. Deswegen wäre es wahrscheinlich in der achten oder zehnten Klasse nochmal anders gewesen. Aber ich kann mich erinnern, dass wir von Anfang an halt sehr viel so handwerkliches Zeug gemacht haben, was ich als Kind natürlich saucool fand. Wir haben genäht und sowas im Unterricht, geschnitzt. Sowas, das ist ja, kennt man, glaube ich, auch ein bisschen von der Waldorfschule. Was ich in der Retrospektive wahnsinnig cool finde und fand. Ich glaube, dass die Schule durch dieses andere Benotungssystem, man wird ja in die ersten, ich glaube, bis zur zehnten Klasse oder so, wird man, glaube ich, schriftlich benotet und ist auch nicht wirklich übersetzungsgefährdet, so wie ich das wahrgenommen habe.
Also ich wäre, glaube ich, auf jeder anderen Schule nicht so einfach durchgekommen. Und ich glaube, dass das zum einen Teil dazu beigetragen hat, dass ich sehr viel habe schleifen lassen und vielleicht auch dieses, ich weiß nicht, inwiefern man wirklich Disziplin in der Schule lernt heutzutage. Aber das könnte auch ein Bestandteil davon sein, warum mir das so ein bisschen gefehlt hat. Aber andererseits, wenn ich zurückblicke, war diese kreative Förderung das Beste, glaube ich, was mir passieren konnte.
Ich glaube, dass meine Eltern mich auf die Schule geschickt haben, ist, glaube ich, auch ein großer Teil von dem, was hier gerade vor dir sitzt. Und deswegen bin ich sehr dankbar dafür. Und könnte ich mir gut vorstellen, meine Kids auch auf eine Waldorfschule zu schicken, je nach Schule. Unsere Schule war auf jeden Fall Hammer. Ich mochte das sehr gerne.
Aber du warst schlecht, habe ich irgendwo gelesen.
Ich war ein schlechter Schüler, ja. Also ich war ein netter Schüler. Ich war, glaube ich, immer höflich und respektvoll. Und ich habe jetzt nicht bewusst irgendwie gestört oder so im Unterricht. Aber es war mir einfach egal, Mann.
Was war dir wichtig?
Freunde, Spaß haben, rumalbern, Quatsch machen. Das war mir wichtig.
Wir machen eine klitzekleine Werbeunterbrechung. Wir haben hier vor kurzem das Hotel Matze Studio komplett ausgeräumt, um es zu renovieren. Und dabei ist mir mal wieder aufgefallen, wie viel sich über die Jahre so angesammelt hat. Es war auf jeden Fall Zeit, ein bisschen auszumisten und Platz für Neues zu schaffen. Ich freue mich jetzt schon darauf, das Studio wieder richtig neu einzurichten. Und wenn man sowieso gerade alles auf den Kopf stellt, kann man ja auch mal schauen, was sich technisch noch verbessern oder erneuern lässt. Das machen wir gerade. Und deshalb kommt der Black Friday bei MediaMarkt Saturn für mich gerade ziemlich gelegen.
Der steht dieses Jahr nämlich unter dem Motto "Black Friday Deal Maxing". Es geht nicht nur darum, die besten und günstigsten Preise zu finden, sondern auch rund um guten und professionellen Service zu halten. Was ich auch sehr, sehr praktisch finde, wenn ich mal etwas ganz, ganz dringend benötige. So wie neulich einen Steamer vor einem Auftritt in Dresden. Den konnte ich einfach online bestellen und über Klick und Collect konnte ich den schon nach 30 Minuten am Markt in der Prager Straße direkt abholen. Oder ihr nutzt die Sofortlieferung, bei der eure Bestellung in nur 90 Minuten bei euch sein kann.
Und falls ihr schon Weihnachtsgeschenke besorgt, nicht wie ich häufig erst auf den letzten Drücker, können die sogar bis nach Weihnachten umgetauscht werden. Wenn also bei euch oder bei eurer Familie oder euren Freunden, Freundinnen schon länger etwas auf der Wunschliste steht, ist jetzt ein richtig guter Zeitpunkt, um zuzuschlagen. Schaut gerne mal in eurer nächsten MediaMarkt Saturn Filiale vorbei oder einfach online auf mediamarkt.com/de/campaign/blackfriday. Und das ist natürlich ein sehr langer Link. Deswegen packe ich den wie immer natürlich auch in meinen Linktree in die Folgenbeschreibung.
Vielen herzlichen Dank an meinen Werbepartner MediaMarkt Saturn für die Unterstützung. Wir sehen uns am Black Friday. Und nun zurück zum Gespräch.
Was war die erste Situation, wo du gemerkt hast, okay, hier bin ich vielleicht zu weit gegangen, hier habe ich vielleicht zu doll Quatsch gemacht, hier hätte ich vielleicht nicht, was auch immer. Also wo hast du deine Grenzen gespürt?
Das ist eine interessante Frage. Ich kann dir nicht genau sagen, ob ich das jemals so gefühlt habe. Eben aus diesem Aspekt, dass ich eigentlich, ob es jetzt auf meine Comedy bezogen ist oder auf die Art, wie ich früher war, niemanden, ich habe immer, glaube ich, aus mir raus Spaß und Unterhaltung gemacht. Es war jetzt nicht so, dass ich irgendwie, wie gesagt, gestört habe oder so.
Klar, halt zu Hause, ja, Jungs, hört jetzt auf damit und dann Rumgeschreie oder so. Aber ich glaube nicht, dass ich jemals irgendwie jemanden zu nah getreten bin oder verletzt habe, was jetzt so Spaß machen angeht. Aber ich könnte mir vorstellen, weil dadurch, dass ich hatte in der Schule halt so drei, vier Leute, mit denen ich so richtig gehangen habe. Ich war jetzt nicht so der, eigentlich jetzt nicht in dem Sinne der Klassenklauen oder der beliebten Typs, sondern ich war halt einfach so mit meinen Sitznachbarn und so ein, zwei Jungs, mit denen haben wir dann gehangen und einfach rumgealbert.
Und dann fing halt auch relativ früh an, halt auch rauchen gehen in der Pause und so.
Kiffen?
Ja, ja, ja. Das war sehr früh sehr großer Teil von meinem Leben. Kam ein bisschen später als das, über was wir jetzt gerade gesprochen haben. Aber ich glaube.
Aber gab es dafür dann Ärger zu Hause?
Ja, ja. Also Ärger, Sorge, glaube ich, wäre eher das richtige Wort. Natürlich auch mal ein komisches Gefühl und Ärger in dem Sinne. Aber jetzt nicht so, dass ich, was willst du machen? Also wie willst du einen 16-jährigen Jungen aufhalten, zu machen, was er machen will? Als Mama jetzt zu Hause. Natürlich hat sie sich bemüht und sich immer sehr gut gekümmert und versucht, sehr aufmerksam zu sein.
Aber Mama hat halt auch sehr viel gearbeitet. Und mein Dad hat es, glaube ich, recht spät erst mitbekommen mit dem Kiffen und so.
Reden wir hier von morgens eine Bong?
Ja, teilweise schon.
Wirklich? In der Schule?
Ja, auch. Also vor der Schule, in der Schule Bong rauchen jetzt eher weniger, aber kam auch schon vor. Ich kann mich erinnern, erstmal kurzer Disclaimer, wenn ich jetzt darüber lache und erzähle, weil es für mich auch skurril ist, wie es war. Und nicht, weil es, es ist sehr, es hat sehr große Probleme auch in mein Leben gebracht.
Und ich kann nur jedem dazu raten, sehr, sehr krass aufzupassen. Und ich glaube, mit 16 oder so anzufangen zu kiffen, ist ganz großer Quatsch. Und man sollte da echt, Gott sei Dank ist die Aufklärung viel, viel weiter als damals, glaube ich. Ich hoffe es. Weil damals war es für uns einfach nur lustig und es hat sich so maximal eingeschlichen bei uns. Aber es ist schon verdammt gefährlich. Deswegen passt auf.
Wie findest du das, dass es legalisiert ist? Dass ich es jetzt im Grunde in der Apotheke kaufen kann?
Grundsätzlich bin ich dem, glaube ich, erstmal positiv gegenübergestimmt. Ich bin jetzt schon seit, glaube ich, acht Jahren raus aus dem Thema. Keinen großen Kontakt mehr dazu. Aber für mich als 18-Jährigen hätte es keinen Unterschied gemacht, außer dass ich halt jetzt so den Kopfweg einfach nicht mehr gehabt hätte, dass ich Angst hatte zu kiffen. Weil es ist auch ein großer Teil von dem negativen Ding, die das für mich mitgebracht hat, waren auch Kontakt mit Polizei und Justiz und so, was natürlich mir selbst, also meine Schuld war.
Aber als heranwachsender Kerl mit nicht so einem stabilen Psyche oder Mindset, wie ich es jetzt habe, war das schon sehr belastend auch. Es gab da ein paar Dinge, die mich damals sehr belastet haben und aus denen auch, glaube ich, wenn ich darauf zurückschaue, ein bisschen größere Probleme herangewachsen sind in meinem Kopf.
Was waren das für Probleme?
Das war damals, wurde vermutet, dass ich halt auch Gras verkauft habe bei uns hin und her. Das war so, wie viele Leute das machen. Und die Polizei hat dann Leute geholt, nach mir befragt und so. Und das habe ich halt mitbekommen, während ich eigentlich noch einfach irgendein Junge war, der zu Stoned rumgesessen hat. Und das hat schon sehr, sehr stark mich beeinflusst bis zu dem Tag, wo dann halt geklingelt wurde, Hausdurchsuchung und so.
Und das war, im Endeffekt hat mich das, glaube ich, gesaved auch, weil ab dem Tag war bei mir auch vorbei, mehr oder weniger.
Mehr oder weniger?
Ja, ich brauchte natürlich eine Weile.
Wie war das für deine Mutter, dass da plötzlich die Polizei vor der Tür stand?
Die war im Urlaub. Aber die kam natürlich dann nach Hause und ich meine, sie wusste das sogar schon, weil sie das über dann Freunde von meinem Bruder, glaube ich, mitbekommen hat. Sie kam dann nach Hause und meinte: "Ey, ich habe so und das und das gehört." Und ich meinte: "Ja, Polizei war schon hier." Und dann hat mein Vater angerufen und meinem Vater das erzählt. Dann habe ich auch aufgehört zu rauchen, weil ich auch große Probleme damit bekommen habe mit Panikattacken.
Erstmal durchs Konsumieren und dann auch unabhängig davon im Alltag, da hat dann eine sehr schwierige Zeit angefangen für mich, wo ich einfach mental sehr hart gestruggelt habe.
War das in der Schulzeit noch?
Nee, das war gerade im Abschluss, ja. Ich habe gerade meinen Abschluss gemacht. In dem Sommer ist es passiert.
Mit den Panikattacken und der Polizei.
Genau, ja. Und ich kann mich, glaube ich, ich kann mich gut erinnern, das glaube ich, das erste Mal, wo ich so eine richtige Panikattacke hatte, das so in dieser Zeit war, wo ich wusste, okay, die kommen bald. Und ich muss irgendwie mit offenen Karten spielen. Und deswegen möchte ich das auch klarstellen. Ich habe ja keine Angst gehabt im Sinne von, mir wird irgendwas passieren. Aber ich wusste halt, ich muss dieses, es war ja schon so ein jahrelanges Konstrukt von Lügen eigentlich um mich herum durch diesen krassen Konsum, zumindest meiner Familie, meinen Eltern gegenüber.
Ich war so klar, okay, das wird jetzt bald irgendwie so zusammenbrechen. Und es hat auch einfach voll das komische Gefühl, wenn du weißt, Polizei und bla bla bla, ist ja total fremd für einen als so junger Mann, aus so guten Verhältnissen auch und so.
Also das ist ja das Interessante, dass du, was heißt interessant, also genau, da ist eigentlich ein liebevolles Elternhaus, ob es jetzt getrennt ist oder nicht, aber das, was du so erzählt hast und trotzdem passiert es dann. Und es ist ja gar nicht immer gesagt, wo findet so ein harter Konsum statt. Also der findet halt genauso im schönen Einfamilienhaus statt wie, keine Ahnung, im Neubauviertel sozusagen. Also das ist.
100 Prozent.
Was hat dir die Droge gegeben damals? Was hast du, also ja, ich habe früher auch, ich habe in der Zeit noch nicht gekifft.
Es hat einfach auch nochmal Spaß gemacht. Also für uns Jungs war es halt einfach, ich weiß gar nicht mehr, wie das angefangen hat, auf einmal haben wir einfach gekifft und es war halt voll witzig.
Mit den Jungs einfach.
Mit den Jungs. Wir haben dann die ganze Zeit gerappt und einfach Spaß gehabt. Und dann hat sich das so eingeschlichen und auf einmal haben wir halt jeden Tag draußen gehangen auf Parkbank und Joints geraucht. Und es war für uns Peak Life. Also es klingt so bescheuert, weil es ist nichts passiert. Und ich habe diese ganze Adolescenz auch und diese psychische Entwicklung, die ich eigentlich durchmachen sollte, habe ich komplett verpasst. Das habe ich alles in den letzten Jahren.
Hast du es weggeraucht?
Ja, ja, ja. Meine erste Trennung, nie verarbeitet.
Einfach weggeraucht?
Einfach weg. Als dann irgendwann kam alles auf mich drauf und dann wurde es hart. Und dann habe ich auch gedacht, scheiße, was hast du da gemacht, Alter? Aber damals zu der Zeit war es für uns natürlich einfach larifari. Wir haben einfach rumgehangen und gechillt. Und es war halt einfach so eine Selbstverständlichkeit geworden. Wir haben einfach abgehangen. Gar keine Gedanken darüber gemacht, was gibt mir das jetzt, was gibt mir das nicht. Bis zu dem Punkt, wo du dann halt auf einmal nicht mehr pennen kannst, wenn du nicht rauchst und so. Und dann nie als Problem gesehen.
Ich glaube, ich habe in diesen Jahren nie so gedacht, oh nee, ich muss jetzt mal aufhören. Weil ich bin in die Schule gegangen, habe das Nötigste gemacht und bin dann halt nach Hause gegangen und habe gechillt. Sport war dann auch nicht mehr wirklich was. Anfangs waren wir noch am Skaten und so. Irgendwann war dann einfach Rap und Chillen.
Also, weil wir gerade über das Legalisieren kurz gesprochen haben. Das interessiert mich jetzt schon aus dem Blick, den du jetzt hast, darauf. Weil es ist ja, da ist ja ein 15-jähriger Junge, Jerry, nennen wir ihn jetzt mal so, er fängt da an zu kiffen. Was würdest du dem jetzt sagen, wenn du jetzt drauf blickst? Also, weil das ist ja eine Zeit auch, wo man Sachen ausprobiert. Also, bei mir war es dann auch Alkohol, Kotzen, auch irgendwann mal, wir haben dann irgendwie Muskatnuss geraucht und sowas.
Und Bananenzeug, man wird davon high. Also, irgendwas probiert, um irgendwie, hat nicht geklappt. Aber wir haben uns das so vorgestellt. Also, würdest du immer noch sagen, ja, das ist gut, dass man das mal ausprobiert? Oder wie guckst du da jetzt drauf?
Das wollte ich, habe ich das gesagt?
Nein, nein, nein, nein. Ich will es einfach nur, dass man für, also weil man jetzt auch, irgendwie ist es ja die Zeit, in der man Sachen probiert. Und ich frage mich das eben bei dir, wo, an welcher Stelle, also wo ist Probieren okay und ab wann wird es schwierig und kann man das überhaupt einschätzen in dem Alter?
Also, jetzt rückblickend würde ich sagen, dass das Probieren irgendwie, ich glaube, dass die Aufklärung sehr essentiell ist im Vorfeld.
Was hättest du wissen müssen?
Das Risiko für die Sucht war mir, glaube ich, nie so, also habe ich nie darüber nachgedacht, was, glaube ich, auch immer noch viele Leute nicht so wissen. Und es klappt ja auch bei einigen Leuten, aber das Risiko ist schon immens hoch, vor allem dann, wenn man selber sehr suchtanfällig ist, was bei mir auch, ja, auf jeden Fall. Ich glaube, dass viel auch einfach Charakterzüge da mit reinspielen und Persönlichkeit und ich bin einfach so ein krasser Grenzgänger und sehr suchtaffin.
Ich habe irgendwie nicht wirklich so eine Bremse verbaut. Und das kann natürlich auch sehr gut sein für mich in bestimmten Dingen, die ich tue, aber es bringt halt auch ein Risiko mit sich. Und das war mir damals natürlich, wie soll man das als 16-Jähriger wissen, wie soll man sich dessen bewusst sein? Aber da könnte man, glaube ich, auch in der Aufklärung vielleicht mit ein bisschen mehr arbeiten. Ich habe dann auch mal, als meine Mama das gecheckt hat, so Termine gemacht, Präventionsdrogen, Präventionsgespräche und so mit Leuten, einem Mann, was, wie hieß der?
Der hat einfach erzählt und so, ich hatte die und die Probleme hin und her. Da war ich aber auch schon viel zu tief drinnen. Aber ich glaube, dass mir das im Vorfeld wahrscheinlich auch gut getan hätte. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich irgendwie irgendwas vorher mitbekommen habe, aufklärungsmäßig. Es war einfach irgendwann irgendwie dieser eine Kollege, der meinte: "Hey, sollen wir mal kiffen?" Ja, okay, warum nicht? So. Und ich glaube, dass das, also wenn ich jetzt darauf blicke, würde ich 100 Prozent sagen, dass es ganz wichtig ist, in einer bestimmten psychischen Reife und einem bestimmten Alter zu sein, um irgendwie irgendwas auszuprobieren.
Von daher, durch die Entkriminalisierung oder Legalisierung jetzt, Alter 18 hin und her, kann man sich darüber streiten. Aber ich glaube, dass das vielleicht besser ist, als es vorher war. Vor allem auch vielleicht, weil es Leuten gerade jetzt mehr ermöglicht. Ich glaube, für mich wäre es wesentlich einfacher gewesen, zu meiner Mama zu gehen und zu sagen: "Ey, irgendwie, ich habe letztens gekifft und habe mich irgendwie komisch gefühlt. Irgendwas stimmt da, glaube ich, nicht." Oder: "Ey, ich kann nicht schlafen nachts hin und her."
Wenn das gesellschaftlich ein bisschen ein anderes Thema ist, wie es jetzt vielleicht ist für die jüngere Generation, ich weiß nicht genau. Aber für mich war es halt eine verbotene Droge und sehr schwer, darüber zu sprechen generell.
Und das Verbotene hat es aber auch interessant gemacht für dich?
Kann ich dir so nicht sagen. Jetzt aus dem Bauch heraus würde ich sagen: "Nein."
War einfach Kumpels.
Ich glaube, wenn du jetzt das damals, ja, könnte es sein, vielleicht am Anfang, klar, wie Zigarettenrauchen auch interessant war im Gebüsch irgendwie, weil man es nicht durfte. Aber es war jetzt nicht so: "Ey, wir machen jetzt was gesetzlich Illegales." Ich glaube, das war jetzt kein Ding für mich, wo ich dachte, das ist cool.
Hatte dein Bruder, dein Großer ein schlechtes Gewissen?
Hoffentlich nicht. Kann ich mir nicht vorstellen. Also zu dieser Zeit waren wir.
Aber weil mein großer Bruder ja auch so ein bisschen so eine Aufgabe hatte, also auch aufzupassen.
Also glaube ich nicht. Ich glaube, ich denke so, wie ich jetzt gerade darüber spreche, habe ich auch mit keinem von meiner Familie bisher darüber gesprochen. Vielleicht sind hier auch für die irgendwie noch neue Sachen dabei oder sonst was. Ich hoffe, dass mein Bruder nie irgendwie ein schlechtes Gewissen gehabt hat, weil erstmal hat er ja nichts davon mitbekommen. Oder erst später. Und zweitens hat er einfach keinen Einfluss darauf gehabt. Also der war zu der Zeit gerade irgendwie ein junger Mann, der, was hat er da gemacht?
Wie alt war er da? 21, 22? Ganz woanders steht. Also da kriegt er mit, so ein kleiner Bruder, ich hänge draußen, bin am Skaten hin und her. Also, weißt du?
Und deine Eltern?
Schlechtes Gewissen? Ich glaube, wenn dann wahrscheinlich meine Mom eher, haben wir ein, zwei Mal auch darüber gesprochen, wo sie mir auch gesagt hat, dass ihr leid tut, dass sie so viel weg war und so viel gearbeitet hat und später heim war. Was mir jetzt im Umkehrschluss sehr leid tut, weil Mama, wenn du das gerade hörst, die, wahrscheinlich wäre sie um 15 Uhr nach Hause gekommen, wäre ich wahrscheinlich auch rausgegangen. Also.
Auf jeden Fall.
So, und habe gesagt, ich habe in meinem ganzen Leben nicht einmal irgendwie gedacht, Mama, Papa hätten irgendwas anderes machen sollen oder so. Jetzt ganz kurz mal rausgesucht und aus dem Jetzt gesprochen, ich hätte auch nicht gewollt, dass irgendwas anders war. Weil genauso wie alles gelaufen ist, mit dem, mit Struggles, mit der Panik, mit dieser Zeit, die mich da so geprägt hat, ist alles genauso, bitte bleiben.
Jedes Herzbrechen, alles soll genauso bleiben.
Warum?
Es läuft doch alles super. Ich kann genauso, wie ich jetzt gerade mit dir spreche, nur mit dir sprechen, weil das genau alles so war. Und jedes Tal, durch das ich gegangen bin, und jeder Berg, wo ich drauf war, bin ich sehr dankbar für. Hätte ich vielleicht damals nicht diesen krassen Cut gehabt, wo es auf einmal gar nicht mehr ging, vielleicht wäre ich jetzt noch irgendwo am Rumtrödeln. Und hätte ich das gar nicht alles gehabt, dann wäre ich vielleicht nicht ansatzweise so verrückt, wie ich jetzt bin. Ich habe ja auch so ein crazy Ding in meinem Kopf auch irgendwie und das brauche ich ja auch.
Das habe ich ja auch sehr gerne. Ich glaube, das alles, ich könnte keine Sache sagen, wo ich sage, ey, Mann, das würde ich gerne löschen.
Ich habe neulich mit Montana Black drüber gesprochen.
Ah, cool.
Und der hatte, ich sehe, dass ihr geredet habt. Und der hatte auch eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Und der sagte eigentlich genau das Gleiche. Der sagte auch, dadurch, dass ich das gemacht habe, also das hat wieder zu dem geführt und dem geführt und dem geführt und am Ende sitze ich deswegen hier. Und was ich aber danach, als ich das dann nochmal gehört habe, gedacht habe, das ist ein bisschen die Gefahr. Und die möchte ich dann einmal zumindest jetzt benennen. Weil vor mir sitzt jetzt ein erfolgreicher Comedian und als Montana vor mir saß, war es auch ein sehr erfolgreicher Streamer, oder ist es.
Und das ist manchmal das, was man so, dann denkt man, ah, ist ja gut gegangen. Also man verklärt so ein bisschen diese, man denkt, ja gut, dann mache ich jetzt das und dann kiffe ich halt oder mache dies und es kann ja sein. Also guck mal, bei Monte oder bei Jerry hat es ja dann auch irgendwie hingehauen. Und es hat aber bei dir hingehauen durch den Schalter, über den wir nochmal nachher sprechen. Und bei ihm hat es hingehauen, weil da sein Großvater vor allen Dingen war. Also weil es irgendwie es gab etwas, was dann so gemacht hat.
Und das kommt, das ist, das ist, glaube ich, das große Glück, was man dann auch hat in so einer Situation. Und das Glück hat dann eben nicht jeder.
100 Prozent. Und ich verstehe sehr, was du sagst. Dennoch denke ich, dass die, ich würde die Aussage hier niemals treffen, wenn es anders gelaufen wäre. Würde ich jetzt hier sitzen und es wäre nicht für mich gut gegangen, würde ich niemals sagen, ey, ich würde es nicht tauschen. Deswegen, ich verstehe sehr, was du meinst, aber andererseits ist es nun mal gut gegangen und vielleicht kann man es auch umkehren und denken, wenn man jetzt jemand zuhört, vielleicht der gerade in einer schwierigen Situation steckt, zu versuchen, Kraft daraus zu schöpfen und irgendwie das Gute darin zu sehen und alles zu verstehen, dass alles seine Qualität hat.
Ich würde, wie gesagt, niemanden empfehlen, irgendwie so zu machen und. Würde, wenn ich jetzt zurückgehe, mich sehe vor zehn Jahren und mich entscheiden könnte zu sagen, hey, pass mal auf, so und so und so, ohne die Gewissheit, dass es genauso laufen würde, wie es jetzt gelaufen ist, dann würde ich auf jeden Fall sagen, ey, mach das nicht, mach das nicht, mach das nicht, pass da auf, pass da auf, pass da auf, weil das Risiko natürlich immens hoch ist. Also das auf jeden Fall.
Aber wenn ich sagen würde, wenn ich wissen würde, es wird genauso laufen, wie es gelaufen ist, dann würde ich sagen, mach die Erfahrung.
Ja, das verstehe ich.
Jetzt kommt die Werbung. Ich finde, der November hat ja einen ziemlich schlechten Move. Grau, kalt, früh dunkel und dabei mag ich diese Zeit eigentlich ganz gern. Ich bekomme dann so richtig Lust, es mir zu Hause gemütlich zu machen, muss dann auch gar nicht mehr raus. Und dabei darf natürlich etwas Leckeres zum Naschen nicht fehlen. Und ich greife dann immer wieder gerne zu den Produkten von Coro. Und da gibt es ein paar Geheimtipps im Sortiment, von denen ich zu Hause immer einen kleinen, vielleicht auch einen großen Vorrat habe. Zum Beispiel die Schokobrezelkugeln, süß und salzig zusammen.
Ich finde, es ist gar keine Frage, süß oder salzig. Am besten immer beides. Diese Kombination ist die allerbeste. Oder die gefriergetrockneten Früchte, die mag ich auch sehr gern. Mein absoluter Favorit sind aktuell die Erdbeeren mit zart-bitter Schokolade. Die muss man probiert haben und sollte man auch immer zu Hause haben. Was ich außerdem beim Stöbern entdeckt habe, Coro hat neue vegane Proteinriegel, zum Beispiel mit Pistazie und weißer Schokolade. Ein super Snack auch für zwischendurch. Und weil der Dezember ja auch schon wieder vor der Tür steht, gibt es bei Coro nicht nur einen, sondern zwei Adventskalender.
Einen klassischen und einen vegan. Ich finde, das ist eine sehr, sehr gute Gelegenheit, sich ein bisschen durchs Sortiment zu probieren und neue Sachen zu entdecken oder jemanden zu beschenken. Und wenn man sich nicht entscheiden kann, dann bestellt man am besten beide. Ich bin mir sehr sicher, dass hier auch etwas dabei ist, das eure grauen Novembertage ein bisschen schöner und vor allem leckerer macht. Schaut auf coro.com vorbei und mit dem Code HOTELMATZE bekommt ihr 5 Prozent Rabatt auf alles. Und ich sage es mal wieder, gern bei Coro gibt es richtig, richtig viel. Nicht nur was zum Naschen.
Den Link und den Code findet ihr wie immer in meinem Link-Tree in den Shownotes. Vielen Dank an meinen Werbepartner Coro für die Unterstützung. Und nun zurück zur Folge.
Mit welchem Bild von Männlichkeit bist du aufgewachsen?
Das ist eine spannende Frage. Ich glaube, ich bin mit einem sehr realistischen, in meinen Augen realistischen Bild von Männlichkeit aufgewachsen. Natürlich, einerseits habe ich so meinen Vater, meine Onkels, so die Männer eigentlich, mit denen ich so groß geworden bin. Ehrlich gesagt sind es für mich die besten Männer, die ich bis jetzt gesehen habe in meinem Leben.
Deine Onkels und dein Vater?
Ja, ja, ja.
Was macht die für dich dazu?
Ich glaube, die sind sehr ehrlich. Ich glaube, das war von Anfang an immer was, was mich sehr beschäftigt hat.
Also dieses geradeaus sein?
Geradeaus, ehrlich, von meinem Gefühl her sehr gerecht irgendwie. Und jetzt für mich in meinem jetzigen Alter und wie ich jetzt drauf schaue, sehr inspirierende Kerle. Und auch, wenn du jetzt auf diese Frage, wenn ich auf die Frage gehen will, Männlichkeit, Bild von Männlichkeit, was man dazu natürlich sagen kann, dass zum Beispiel jetzt als Mann weinen und so, das war jetzt nie, also das habe ich immer mitbekommen, von klein auf schon.
Das war jetzt nie was, was bei uns irgendwie kein Ding war. Ich war mit meiner Mom im Sommer immer in so Camps, wo meine Mom irgendwie mit uns Kids hingefahren ist, wo Leute andauernd am Heulen waren, an sich gearbeitet haben. So ein bisschen sehr spirituell, meine Mom ist sehr spirituell unterwegs. Ich habe es von Anfang an mitbekommen. Also so dieses Rauslassen, Emotionen und so war immer, bin ich von Grund auf von begleitet worden. Und ich glaube, das ist auch eine Qualität, glaube ich, die mich auch als Mensch ausmacht.
Ich mag das sehr gerne an mir, dass ich sehr offen kommunizieren kann über Gefühle und es auch gut zeigen kann, ohne dass ich irgendwie was verspüre im Sinne von Scham oder sonst was, was, glaube ich, sehr wichtig ist für die Menschen. Und es ist auch schön, dass ich das nach außen tragen kann, in was für einem Setting auch immer.
Dass du sagen kannst, du weißt, was du fühlst. Also du hast einen Kontakt zu dir und du kannst aber, du hast keine Scham, das auch mitzuteilen. Schön. Das ist gar nicht so gewöhnlich, ehrlicherweise.
Ja, ich glaube, das kommt immer darauf an, von welcher Ecke man halt kommt. Ich glaube, bei uns war das, also auch mit meinen Jungs und so, sind jetzt nicht alle so, aber ich habe schon viel auch vor meinen Freunden geheult, auch früher schon. Ich kann mich erinnern, wie meine Freunde mich in den Arm genommen haben und so, weil ich geheult habe wegen Freundinnenschluss und hin und her. Und auch jetzt, wenn ich jetzt nach Hause komme, heule ich immer vor irgendeinem Freund. Wenn ich jetzt nach Hause fahre, wird es auch wieder so sein, wenn ich von diesen verrückten Reisen wiederkomme.
Mein Viertel, meine Jungs zu Hause sind so voll der Anker und da bin ich immer, wenn ich nach Hause komme, ist immer so dieses kurze Cooldown irgendwie und da bin ich immer am Heulen eigentlich.
Worüber weinst du dann?
Ey, das kann auch Freude sein. Manchmal ist es einfach nur overwhelming und ich habe gar keinen wirklichen Grund. Es ist, glaube ich, einfach dann was, was rauskommt. Du musst dir vorstellen, es ist ja alles total verrückt für mich, was hier gerade passiert. Es ist ja total skurril und völliger Overload und ich renne einfach da rein und mache und versuche alles so gut es geht zu knüppeln, also zu arbeiten und zu machen. Aber es ist ja, also ich bin ja einfach auf einmal da rein, habe mich einfach da reingeschmissen und dann komme ich halt nach Hause und sitze auf der Couch und bin so, was ist jetzt schon wieder passiert?
Und manchmal kann ich es irgendwie auch so gar nicht handeln und dann kann ich auch nicht benennen. Dann spreche ich mit jemandem drüber und bin am Heulen und ich sage dir, ey, es läuft alles super. Ich kann dir gar nicht sagen, was gerade los ist, aber dieses kommt einfach gerade raus so. Und es ist vielleicht auch manchmal Erschöpfung, es ist manchmal, glaube ich, auch Angst, Zweifel. Ab und zu bin ich auch über Themen traurig, Gott sei Dank nicht oft. Und oft bin ich auch einfach sauglücklich, Mann. Es passiert nicht selten, dass ich auch auf der Straße so Tränen in die Augen kriege und denke so, wow, das ist echt gerade alles voll schön.
Und es ist für mich einfach so ein bisschen Ventil und zu Hause geht es halt am ehesten auf so. Ich hatte zum Beispiel vor einer Woche oder vor zwei Wochen, als ich hier in Berlin war, hatte ich zwei Drehtage, die sehr viel Spaß gemacht haben und auch noch eine Podcast-Aufzeichnung und hin und her. Und dann war ich irgendwie so am vierten Tag, bin ich nach dem Training, alles war in Ordnung. Ich habe beim Training gemerkt, ich bin ein bisschen platt. Falle ins Bett und fange einfach an zu heulen. Ich habe die ganzen Tage im Bett gelegen und geheult. Und einen Tag später war wieder alles cool.
Also ich kenne auch Freudentränen oder dass man so berührt ist von Kunst, Natur. Und dann ist es ja so was ganz Schönes. Die Erschöpfungstränen oder die, boah, es ist alles zu viel Tränen, die sind ja irgendwie anders. Und es hat lange bei mir gedauert, dass ich dann nicht in diese Spirale, also zurück in eine Spirale bin von Traurigkeit. Also dass ich weiß, okay, ich weine jetzt, weil es gerade zu viel ist oder weil ich irgendwie, was auch immer gerade ist, dann weiß ich auch, okay, morgen geht es weiter.
Und das ist jetzt gerade so und es ist auch vollkommen okay, dass ich jetzt weine oder traurig bin oder irgendwas, aber das bleibt jetzt nicht. Aber ich würde sagen, als ich in deinem Alter war, war ich dann eher in der Sorge, das bleibt jetzt. Also ich bleibe, okay, jetzt bin ich traurig und jetzt bleibe ich traurig und dann habe ich mich zum Beispiel betäubt teilweise mit Alkohol und sowas. Aber dass du jetzt schon, wo hast du die Gewissheit jetzt, dass du weißt, okay, ich bin jetzt traurig und du kennst ja Trauer, aber hey, morgen ist ein anderer Tag.
Also ich habe die Gewissheit jetzt, wenn ich mit dir drüber spreche, das ist wichtig, dass ich das sage, weil wenn ich morgen traurig bin, heißt das nicht, dass ich die Gewissheit morgen auch noch habe. Trotzdem fällt es mir immer leichter und ich glaube, das ist einfach ein Ding von, wie oft geht es hoch und runter. Durch dieses verrückte Ding gerade ist es wirklich einfach so, dass mein Leben so aussieht und hoch und runter, hoch und runter, hoch und runter. Allein schon hormonell durch das Adrenalin und die ganzen Spikes irgendwie von Bühne und Show und dann wieder nach Hause.
Es passiert immer wieder und es ist jetzt so, dass ich langsam einfach verstehe, okay, es ist jetzt gerade der Tag einfach wieder. Und ich hatte das vor zwei Wochen, da war auch so ein Tag und morgen ist es wieder anders. Dann habe ich natürlich auch Leute, mit denen ich dann sprechen kann und die auch schon die letzten Monate mich mitbekommen haben und sagen können, hey, du weißt, wie es ist. Ich glaube, das ist auch ein ausschlaggebender Punkt, die Frequenz, wie es gerade passiert und dass ich es einfach schon oft jetzt erlebt habe.
Plus der Aspekt, der dazu kommt, dass es auch nicht immer so ist, dass ich auch manchmal dann zwei oder drei Tage habe und dann denke ich, Alter, hört das nochmal auf. Oder gar nicht erst ans Aufhören denke, sondern so eingenommen von der Emotion bin, dass ich denke, gar nicht drüber nachdenke, sondern einfach nur fühle. Und was halt Gott sei Dank bei mir das Ding ist, ist, dass ich halt komplett weg bin von diesem Betäuben, Ablenken. Das worst Ding, was ich halt mache, ist, dass ich dann manchmal so Nikotin rückfällig bin.
Ich versuche eigentlich ganz frei davon zu sein, aber...
Handy?
Handy auch, ja, ja, ja. Da wäre ich jetzt auch noch drauf gekommen. Also wenn ich dann, und das sind die Dinger, die mich dann auch runtersenken lassen. Also wenn ich einen schlechten Tag habe und ich lege mich einfach hin, mache Augen zu und sage, okay, morgen ist besser und ich gehe irgendwann schlafen und wieder zum Tränken, alles cool. Wenn ich einen schlechten Tag habe und dann bin ich, falle ich zum Beispiel in, fange ich an zu rauchen, Zigaretten zu rauchen und gehe auf TikTok und im worst case gucke ich noch Porno oder so.
Dann am nächsten Morgen oder es kann sehr gut sein, dass es am nächsten Tag sich wiederholt dann. Es macht es viel, viel schwieriger, aus so einem Tief rauszukommen, weil ja, Fake-Dopamin und Ablenkung hin und her. Es ist sehr hart und es ist für mich besonders hart, weil ich in so einer krassen Extreme lebe, wo ich so abgeschottet bin eigentlich von diesen Themen.
Von welchen Themen meinst du?
Also durch diesen strukturierten, disziplinierten Alltag und alles, was ich versuche gut zu machen, sind so kleine Ausrutscher, die vielleicht eigentlich schon normal sind, für mich manchmal sehr, können auf einmal mich aus der Bahn werfen, wenn die Balance nur so ein bisschen aus... Eigentlich passiert ja nichts, wenn du mal eine halbe Stunde dir irgendwelche TikToks anguckst, in der Regel. Aber bei mir kann es schon manchmal reichen, dass es mich dann verstimmt und ich merke, oh krass, das macht jetzt wirklich richtig was mit mir.
Und dann kann diese Schwingung auch irgendwie entstehen. Und wenn ich jetzt zum Beispiel nicht genug schlafe oder so, dann merke ich das auch sehr extrem, eben weil halt sonst alles in einer sehr extremen Linie verläuft. Zumindest das, was in mir ist, abseits der äußeren Umstände jetzt auf die Arbeit bezogen oder so. Ist verständlich?
Ja, total verständlich. Bei den guten Momenten hat man das ganz selten, dass man dann denkt, das bleibt jetzt für immer so. Bevor du herkommst, war ich beim Sport und es war gegen gar nichts. Es war wirklich einfach gar nichts. Ich war so am Sack und habe aber dann, ich musste dann währenddessen mir paar Mal sagen, das ist der erste oder der zweite Tag, wo das in diesem Jahr war, weil ich schon kurz in so einer, das kann ja wohl nicht sein. Und das sage ich mir aber nicht, wenn es super war beim Sport, dann sage ich nichts, dann sage ich weiter. Oder ein gutes Gespräch, dann nimmt man das so.
Wenn es ein schlechtes Gespräch ist, dann denke ich, oh fuck, Alter, du kannst... Und das ist irgendwie, das ist so schade eigentlich, also das denke ich dann bei mir und das spiegelt sich gerade bei dem wieder, was du so sagst. Es ist so, dass ich denke, ja Mensch, dass man dann in dem Moment nicht so hart zu sich ist und sagt, jetzt bin ich wieder, jetzt bin ich wieder fest an TikTok oder irgendwas. Dass das Selbstgespräch so hart ist dann manchmal.
Ja. Und das ist auch, um nochmal eine Stunde zurückzuspulen, dieses Gehreinigungssystem und Rebootes, das ist so dieser Knackpunkt, der für mich jetzt sehr viel bedeutet, weil ich es heute einfach wieder anders machen kann als gestern und morgen wieder anders als heute. Und das jeden Tag aufs Neue.
Und du meinst vor allen Dingen mit System eigentlich dein eigenes System?
Ja, 100 Prozent. Ja, ja. Es geht nur um das, was aus mir kommt, was in mir passiert.
Ja. Ich habe es mir schon gemerkt mit System, weil ich dachte so, okay, welches System meint er? Aber es ist dein System, haben wir das schon mal geklärt. Wann kam für dich die Formulierung, ich will bekannt werden? Ich will berühmt werden, ich will gesehen werden?
Vielleicht das erste Mal so Gedanken daran war so vielleicht zu dieser goldenen YouTube-Ära, in der ich ja aufgewachsen bin. Damals war YouTube ja die Plattform.
Ja, heute auch noch, aber...
Immer noch, klar, aber vor allem...
Heute ist noch mehr TikTok, ja.
Genau. Vor allem für Creator in Anführungszeichen oder wie man es auch immer nennen mag, Schaffende, Kunstschaffende auch, war YouTube halt der Place to be und die ersten deutschen Berühmten waren für mich YouTuber. Da kannte ich Ballack und Fußballspieler und so natürlich, aber aus diesem Unterhaltungsding, jetzt abseits von Sport oder jetzt den wenigen Schauspielern, die ich kannte als Kind, waren so diese YouTuber, kamen auf einmal die Außenseiter und Waititi und keine Ahnung, Hamburger Hänger.
Das war so der Anfang halt. Und ich glaube, da war schon so, ich will, glaube ich, auch so, das ist schon der Traum, sowas zu machen. Und fand das irgendwie cool, habe da auch angefangen, schon mit meinem Nachbarn damals mal so Clips zu drehen. Ich glaube, wir haben das auch nie hochgeladen. Aber ich habe da schon so Videos gedreht einfach. Habe mir einen Camcorder gewünscht und dann irgendwelche Sketches auch gedreht und so. Als, weiß nicht, vielleicht 12-Jähriger oder so. Und da war, glaube ich, schon der Gedanke so, ey, das würde ich gern machen. Und das ist dann irgendwann so 15, 16, kam dann dieses Rap-Ding, wo ich auf einmal den Link zu Rap gefunden habe in einem riesigen Ausmaß.
Also es hat dann auf einmal alles bestimmt. Ich habe eben kurz auch angeschnitten in Bezug auf das Draußen-Hängen und so. Ich habe den ganzen Tag gerappt, stundenlang. Und das war meine große Liebe auf einmal. Und dann war ich so, okay, ich werde Rapper.
Was waren das für Sachen, die du da...
Angefangen hat es eigentlich, also klar, es gab die ersten großen Dinger von Sido und so, die jeder einfach gehört hat.
Bist du dann so mit meinem Blog rein oder?
Ja, ja. Das waren so Songs, die man natürlich, schlechtes Vorbild und so, die Sachen hat man einfach dann rumgeschickt und gehört. Aber das war eher einfach nur Rap konsumieren, einfach nur zuhören und cool finden. Und dann habe ich das erste Album, mein erstes Album beschenkt bekommen. Das war das Album "Ekrem" von Eko Fresh. Mein großer Bruder hat damals viel Eko Fresh gehört. Wir haben uns ein Zimmer quasi geteilt, durch den Schrank geteilt.
Aber ich höre natürlich, was er hört und habe das bei mir im Zimmer mitgehört. Die ersten Songs irgendwie dann auch mal auf MP3 bekommen oder so. Und mein Bruder hat mir dann zum Geburtstag dieses Album geschenkt. Schwarz-Weiß-Cover von einem Portrait von Eko mit der Unterschrift drauf, weiß ich noch genau, wie das aussieht. Und das habe ich dann in meinen CD-Player gelegt. Und ich weiß noch, wie der erste Beat davon anging. Und dieses Album, ich glaube, ich kann es immer noch fast auswendig, das erste Mal durchgehört habe.
Und da hat es, glaube ich, das erste Mal so einen Klick gemacht. Okay, ich höre nicht mehr die Musik, sondern ich verstehe, was da passiert und begeistere mich für die Lyrik. Ich begeistere mich für die Flows, für die Instrumentals und alles, was drumherum geschaffen wird. Und Eko Fresh, für mich einer der größten Schreiber, die es gibt in Deutschland. Ich habe ihn letzte Woche noch getroffen, was für mich auch ein sehr toller Moment war. Ich bin nach wie vor ein Riesenfan und es hat mich unfassbar geprägt.
Und ich bin dort ganz tief eingetaucht dann. Habe dann die alten Mixtapes und so auch mir geholt und war tatsächlich, ich glaube, die erste Zeit ausschließlich in Eko Freshs Musik. Also ich habe mich da so...
Das ist ja wieder die Obsession, die du hast.
Ja, ja, ja. Ich war dann wirklich da, ich habe alles mir die ganze Zeit rauf und runter gehört und war so, oh mein Gott, das ist das Krasseste, was es gibt. Und das zieht sich übrigens bis heute durch. Ich habe immer wieder jemanden, den ich auf einmal entdecke und da dann ganz tief reingehe und alles. So war es dann zum Beispiel bei Megalo, auch als das Regenmacher-Album gekommen ist. Das war Jahre später, was auch wieder für mich ganz, ganz neue Wege für Rap und Kunst aufgemacht hat. Dann kam 2019 das TFS-Album von Sierra Kid, was dann nochmal für mich alles gesprengt hat, wo ich so tief da reingegangen bin, wie, glaube ich, kaum in was anderes Musikalisches, den ich auch vor zwei Wochen kennenlernen durfte.
Das sind diese krassen, witzig, dass ich jetzt darüber rede und die Leute jetzt treffe, weil das ist surreal für mich. Und so war der Eko quasi der Anfang davon. Und dann habe ich angefangen, einfach Rap, Rap, Rap und dann Freestyle. Den ganzen Tag draußen Freestyle und dann war ich wirklich, ich hoffe, es ist okay, dass ich das sage, ich war wirklich sehr, sehr gut da drin und ich habe nichts anderes gemacht und ich habe das geliebt. Das war das Geilste der Welt für mich. Und dann war ich so, okay, ich werde Rapper.
Hatte parallel dazu das Problem, dass ich die ganze Zeit nur rumgehangen habe und gerappt habe. Also ich habe nichts dafür getan, Rapper zu werden, sondern ich habe einfach nur rumgerappt und ich wusste, ich bin voll gut und Texte liegen mir eh gut. Ich habe auch damals in der Schule dann parallel dazu angefangen, in Englisch und in Deutsch auch Interesse zu entwickeln, was für mich auch sehr cool war, weil es mich am Ende auch ein bisschen getragen hat. Ich konnte dort viel mich einbringen und mochte das Texteschreiben sehr. Und bin dann über Jahre hinweg in diesem Rap-Ding gewesen, bis ich dann irgendwann angefangen habe, eigene Rap-Texte auch mal aufzunehmen.
Ich habe ein Video angeguckt, "Corner" habe ich mir angeguckt.
Das finde ich auch sehr witzig. Ja, ja, das ist ja eher so, sitzt nicht so viel drin, sage ich mal, von Inhalt. Es war einfach nur unser Leben damals ein bisschen aufgerappt. Ich habe auch viele ein bisschen so tiefgründige Sachen gemacht. Ich weiß nicht, ob du auch was gehört hast.
Nee, ich habe nur das "Corner" gehört.
Ah, schade eigentlich. Das schicke ich dir später mal.
Ja, bitte.
Würde mich interessieren, was du dazu sagst. Junger Kerl gewesen. Habe dann, ja, das war dann so 2019, glaube ich, die ersten so One-Takes und Freestyles hochgeladen. 2019 kam, glaube ich, auch besagtes "Corner" mit den Jungs. Das erste Mal, dass ich dann so ein Musikvideo gemacht habe. Und es war auch das erste Mal, dass ich so einen Song mit Refrain hatte. Vorher habe ich einfach immer nur irgendwas so rausgerappt. Da war dann, okay, da möchte ich hin. Habe dann parallel dazu auch ein, zwei YouTube-Videos gedreht, das veröffentlicht. Hatte in dem Jahr davor ein bisschen Schauspieltraining gemacht, was mein Dad mir damals zum Geburtstag, glaube ich, geschenkt hatte.
So Improschauspielkurs, weil ich auch immer sehr interessiert an Schauspiel war und bin. Und dann gedacht habe, okay, ich möchte irgendwie da hin. Rap, Schauspiel, ich will da hin. Da hat sich das so sehr stark gefestigt. Die Vision hat früh angefangen, aber da war so, okay, ich arbeite jetzt weiter und parallel dazu versuche ich irgendwie meine Karriere zu starten. Das habe ich dann über Jahre lang auch gemacht. Aber halt immer mit dem großen Problem, dass ich nicht diszipliniert an irgendwas gearbeitet habe, sondern ich habe groß geträumt und wusste irgendwie, dass ich das gerne möchte.
Aber ich hatte weder irgendwie ein Warum noch ein Wie. Und heute sieht es ganz anders aus. Und damals habe ich einfach dann halt vor mich her getrödelt. Ich dachte, irgendwann wird es klappen.
Warst du so ein Typ, der, den man hätte irgendwie in Köln auf einmal irgendwo treffen können vor einem Club und der einen so erzählt, dass er Rapper ist und...
Nee, ich glaube nicht.
Also du warst nicht, es gibt ja so manchmal Leute, die man so trifft.
Ja, ich weiß genau, was du meinst.
Ja, okay.
Nee. Also ich glaube, irgendwann war es schon dann, als ich da so einen Song, ich hatte diesen California-Song. Es war so ein geiler Song auf so einem G-Funk-Sample, was ich damals mit meinem Kollegen Daniel gemacht habe und Felix. Der war schon so ein bisschen, den haben Leute schon gehört in Köln. Also da kamen auch Leute dann, ey, geiler Song, haben mich auf der Straße angesprochen. Und da war das erste Mal dieser Berührungspunkt mit Leuten, die mich anquatschen und so. Ich war auch in ein, zwei YouTube-Formaten damals bei den Wolter Zwillingen.
Bekannt ist es ja.
War ich, weil Kennst du den Song, paar Mal zu sehen. Das war das erste Mal, dass ich auch so in der Öffentlichkeit so ausgespielt wurde, wo ich auch bis heute sehr dankbar für bin. Ich habe es den Jungs letztens noch per Videobotschaft gesagt. Ich weiß nicht, ob die es sich angeschaut haben. Aber ganz liebe Grüße an diese zwei Männer, die auch irgendwie großer Bestandteil von dem sind, was passiert ist. Und da habe ich gemerkt, das gefällt mir. Ich mochte dann auch die Aufmerksamkeit. Leute haben kommentiert, Herr Jerry ist voll der Lustige und so. Und ab da war dann klar, okay, ich will das auch so machen.
Dann habe ich angefangen, auch auf dem Twitch zu streamen und Instagram irgendwie Stories zu machen, zu erzählen, Content hin und her. Und das war immer begleitet von, ja, ein bisschen auch, wie ich es jetzt eben beschrieben habe, diesen Ups und Downs, die ich jetzt auch immer noch habe, nur halt viel extremer und ganz anders. Ich hatte dann so drei Monate High, wo ich ein paar Songs gemacht habe und war so, wow, good life. Und dann war auf einmal wieder ein halbes Jahr abgeschottet und mir ging es sehr schlecht. Und da war natürlich auch noch Thema Verdrängen und so sehr groß bei mir, ich habe auch viel getrunken und hin und her.
Das war auch noch ein ganz anderes, nochmal ein ganz anderes Fass, im wahrsten Sinne des Wortes.
Lass uns mal bei diesem, also 2024, da hast du, das hast du auch immer so ein bisschen angedeutet, dass es gefährlich geworden sei für dich, hast du mal gesagt. Was war der Moment? Also lass uns vielleicht mal die zwei Wochen vor dieser Nacht angucken, als du gesagt hast, okay, jetzt ändere ich was. Also du hast ja eigentlich, also es lief ja eigentlich okay mit dem Rap, hätte ja sein können das, aber irgendwann realisiert man, vielleicht doch nicht.
Ich weiß es nicht.
Es ist vielleicht doch nicht, glaube ich, bei mir nie. Also egal, wie faul ich war und wie krass ich geträumt habe davon, es gab eigentlich nie dieses vielleicht doch nicht. Ich habe immer gesagt, ich mache es irgendwann. Und diese zwei Wochen vorher oder die Zeit davor, erstmal die Jahre davor war, wie besagt, halt dieses hoch und runter. Und ich habe damals in einer WG gewohnt mit drei Jungs. Es war viel Party.
Wie gesagt, sehr viel Alkohol. Wir haben viel Spaß gehabt.
Also andere Drogen auch?
Ja, auch mal. Aber ich würde sagen, das war jetzt nie so ein Thema, wo ich mir jetzt rückwirkend große Gedanken machen würde. Primär auf jeden Fall Thema, ja, Alkohol. Wir haben schon täglich eigentlich Alkohol getrunken. Da war auch dann halt immer Zeit, wo es mir gut ging. Weil klar, irgendwie funny Typ.
Auf dem Bau arbeiten?
Da noch nicht. Da war ich in der Gastro noch. Irgendwie Partys, hin und her. Viele Leute mochten mich, kannten mich. Ich mochte viele Leute, kannte viele Leute. Geschwommen einfach. Treiben lassen. Und was für mich immer die ganze Zeit über ein großes Thema war, war Frauen. In Bezug auf Verlieben und dass ich jemanden kennengelernt habe, sehr viel gegeben habe und immer so mich sehr krass in Beziehungen so verrannt habe.
Ich wollte, ich habe immer, sobald ich jemanden kennengelernt habe, wo ich mich verliebt habe, das war alles für mich. Alles andere habe ich fallen gelassen. Fokus liegt nur darauf. Und das alles Gute, was ich fühlen kann, ziehe ich aus diesem Menschen raus. Und sobald dieses Thema dann wegbricht, ist irgendwie alles weg. Und da stand ich immer wieder auf einmal vor einer Riesenwand oder in einem Tief oder wie man es nennen mag. Auf einmal war alles irgendwie weg, was mich glücklich macht.
Und ich wusste mir selber überhaupt nicht zu helfen, weil ich keine Struktur für mich hatte. Ich hatte nichts. Ich hatte dieses Party-Ding, meine Jungs, das bisschen lustig sein. Und dann hatte ich irgendwie jemanden, den ich geliebt habe. Und wenn das weg war, war ich wieder bei nichts und war so, was machst du jetzt? Und dann irgendwie nach, was ist die leichteste Lösung, damit umzugehen, ist halt wieder einfach raus und machen und dann vielleicht wieder jemanden treffen.
Und das war so eine Schleife, die sich sehr lange gezogen hat, glaube ich. Ich habe es eben kurz erwähnt, meine erste Beziehung habe ich überhaupt nicht verarbeitet. Ich habe nach unserer Trennung, da war ich, glaube ich, 19 Jahre alt, jahrelang, also bis zu diesem besagten Punkt, wo ich gleich darüber spreche eventuell, habe ich alles Schlechte oder all meine Probleme immer darauf projiziert.
Ich war immer so, ey, ich kann einfach nicht glücklich sein ohne sie. Und wenn ich jetzt jemand anderen wieder verloren habe, in Anführungszeichen, das klingt jetzt so dramatisch, aber wenn jetzt jemand anderes wieder gegangen ist aus meinem Leben, dann war ich wieder im Kopf bei ihr und ich hatte panische Angst davor, sie zu treffen. Wir haben in derselben Stadt gelebt, wir hatten gar keinen Kontakt und ich war immer so, oh mein Gott, sie ist die eine Frau. Wenn sie jetzt irgendwie, wenn ich vor dem Altar stehe und sie kommt rein, ich würde sofort wieder zu ihr und ich habe sie ja jahrelang nicht gesehen.
Aber in meinem Kopf war das mein Thema. Dieses Mädchen war mein Thema. Und dass ich Probleme habe, dass ich nicht glücklich bin, dass ich nicht richtig fühlen kann oder nicht klarkomme, lag für mich immer dort, der Ursprung. Es war schon sehr extrem. So wie ich jetzt darüber spreche, ist mir das natürlich nicht bewusst gewesen in meinem Kopf.
Also obsessiv wieder.
Genau. In meinem Kopf war es natürlich Realität. Für mich war es so, dass ich nach vier Jahren ohne die Frau zu sehen, immer noch so unsterblich verliebt bin in sie. Das war meine Realität. Und es gab auch immer mal wieder Kontakt, dass wir so mal miteinander geredet haben. Also vielleicht so einmal im Jahr oder so. Und sie hatte ja auch überhaupt gar nichts mit zu tun. Also sie wusste das, dass es mir so damit geht.
Und gerade deswegen gab es auch den Kontakt nicht, weil es ist nicht, also es wäre für mich noch schwieriger gewesen. Und wenn ich irgendwo war, auf irgendeiner Party und ich denke, sie könnte da sein oder so, es war direkt shaky und es hat mich sehr, sehr stark beeinflusst. Ich weiß noch zum Beispiel, wo sie dann, ich wusste dann, dass sie aus dem Land raus ist und woanders zu, keine Ahnung, was sie gemacht hat, Auslandssemester, whatever. Auf einmal war ich viel freier in der Stadt, in der ich wohne, wo ich gemerkt habe, okay, sie kam mir jetzt ein paar Monate nicht über den Weg, glaube ich.
Ich hatte einfach Angst davor. Dann war es so, dass ich, ja, meine ganzen Freunde und so wussten das natürlich auch, dass es ein riesiges Thema für mich ist. Und dann war im 2024 dieser eine Tag, wo ich zu Hause war und mein damaliger bester Freund dann so in mein Zimmer kam und mich angeguckt hat und meinte, ich muss mit dir reden und mir dann gesagt hat, dass er mit ihr war. Kann ich kaum ausdrücken, was ich da gefühlt habe. Es war ein sehr, sehr krasses Ding und.
Ist es für dich auch immer noch?
Ist es natürlich, klar. Klar. Es ist immer noch. Und ich meinte, ey, geh bitte erstmal, ich brauche erstmal jetzt, ich kann jetzt gerade gar nicht mit dir reden und so. Bin natürlich dann komplett ausgeflippt, klar, geheult und hin und her. Und ich hatte einen Tag vorher, wo das auch passiert ist, ein anderes Mädchen kennengelernt, die bei mir im Haus gewohnt hat, Nachbarin, neue Nachbarin von oben. Und ich habe sie irgendwie in dem Impuls sofort angerufen. Ich habe ihr gesagt, ey, kannst du, kann ich mit dir reden so.
Und sie kam dann runter und ich habe ihr das erzählt und sie hat mich in dem Moment voll aufgefangen. Ich konnte es irgendwie managen dadurch, dass sie auf einmal da war. Ein Mädchen aus Australien, die, wie nennt man das, Erasmus in Deutschland macht. Sehr süß, sehr hübsch, wohnt über mir und seitdem jeden Tag mit ihr. Und irgendwie ist dieses Ding, was da passiert ist, ich habe es einfach weggeschoben.
Ich habe natürlich, es hat mich so aufgeregt und so sehr verletzt, aber ich bin einfach sofort in diese Frau, ich habe sie einfach gehalten und war so, okay, das ist es jetzt so. Und das sind dann drei Monate gewesen, drei, vier Monate, wo sie auch dann bei mir quasi, wir haben, jetzt mal über mein Zimmer, wir haben die ganze Zeit zusammen verbracht. Sie hatte auch niemand anderen in Köln. Sie ist ja aus Australien gewesen. Das heißt, wir waren die ganze Zeit zusammen und ich war so, oh mein Gott.
So einerseits habe ich diesen super emotionalen Abfuck auf diese Frau, wo ich immer war, so, hey, das ist sie so. Und jetzt habe ich diese Frau und dann dachte ich so, okay, das ist die eine so. Das ist es jetzt.
Du bist ein krasser Romantiker.
Und die war leider auch sehr Party, Drogen, hin und her. Und da habe ich mich auch ein bisschen mitziehen lassen. Aber ich war einfach happy. Ich war so, ja, ey, vielleicht ziehe ich nach Australien. Heirate sie da oder so. Und dann nach drei, vier Monaten komplett abgecuttet. Sie hat einfach geschrieben, ey, gib mir bitte die Sachen, die, sie war, glaube ich, im Urlaub.
Sie meinte, gib mir bitte die Sachen, die ich noch bei dir habe. Ich will dich auch nicht sehen, stell das vor die Tür. Und ich war so, hä, was ist jetzt los? Und sie ist ausgezogen und wollte nicht mit mir reden. Ich denke, sie hat jemand irgendwie kennengelernt. Oh, ja, ja, das ist noch, ja, ja. Auf jeden Fall ist sie weg gewesen und da ist es dann, bam. Da hat es mich dann so krass weggekracht, dass ich, dass alles, alles, alles Schlimme, was ich gefühlt jemals hatte, auf einmal, bam, auf mich draufgestürzt ist.
Und ich hatte diesen Freund verloren, mit dem ich nicht mehr sein konnte und wollte. Ich hatte dieses Ding nicht mehr im Kopf mit dieser Frau, mit beiden dieser Frauen. Und es war alles weg, wo ich irgendwie dachte, ich habe das Gefühl, ich kann auch niemandem vertrauen, weil dieses Ding mit meinem Freund da, ja, also wie soll ich irgendwie irgendwem vertrauen? Es war, wie soll das funktionieren?
Und dann wusste ich, ich habe nichts, außer halt, dass ich traurig bin und wütend und nichts hat mich aufgefangen. Und da bin ich dann, habe ich halt die ganze Zeit nur geheult. Ich habe nicht gegessen. Ich war, Gott sei Dank, also wenn ich mich erinnern kann, da nicht, habe ich nicht getrunken oder so, sondern ich war einfach nur wrack und dachte, ey, ich will es nicht mehr so.
Es ist irgendwie, macht irgendwie alles, also nicht, dass ich irgendwie drüber nachgedacht habe, mir was anzutun oder so, aber ich habe halt gedacht, was, ich habe halt einfach keinen Sinn gesehen. Dann habe ich irgendwann halt meinen Bruder angerufen, das weiß ich noch, mein Bruder kam dann zu mir und ich habe ihm das auch dann erzählt, so wenn ich überhaupt reden konnte. Ich habe auch nächtelang nicht geschlafen gehabt und habe dann meinem Bruder erzählt, was passiert ist. Und ich glaube, das war sogar, wo mein Bruder noch dabei war, ich war so am Heulen, ich habe mich auch übergeben, weil ich so aufgeregt war, so geheult habe.
Und mein Bro meinte dann, ey, wollte dann, dass wir meinen Dad anrufen, so mäßig, um irgendwie, weil er auch überfordert, glaube ich, war damit, mich so zu sehen. Und ich habe gesagt, nein, bitte nicht. Ich kriege das hin irgendwie. Und dieser eine Tag war dieser Tag, wo ich dann gesagt habe, okay, nee, ruf nicht Papa an, ich kriege das hin. Und dann habe ich mir diesen Wecker gestellt und gesagt, ich habe nichts mehr.
Und ich weiß nicht, woher die Erkenntnis kam, aber es war halt so, okay, ich muss jetzt selber. Es gibt jetzt niemanden außer mich, ich muss das jetzt selber machen. Und wie gesagt, die ersten Nächte habe ich gar nicht geschlafen. Ich bin einfach, ich habe mich einfach nur so da durchgekämpft, bis ich irgendwie, ich habe viel, viel so Meditation gehört, sehr viel versucht, mir Content anzuschauen, der mich irgendwie beruhigt und vielleicht irgendwie dafür sorgt, dass ich irgendwie, ja, klarkomme.
Und dann habe ich mich Stück für Stück so krass in dieses Trainingsding verrannt und das hat mir dann auf einmal alles gegeben. Und da hatte ich dann dieses erste, diesen ersten fundamentalen Baustein für das Gerüst oder das Fundament, was jetzt gerade steht, geschaffen. Ich habe halt einfach da in dem Moment gecheckt, keiner wird irgendwie irgendwas für mich machen, wenn ich jetzt nicht das Steuer nehme, so. Und habe dann angefangen, irgendwie erst so richtig zu leben, vom Gefühl her.
Und so zu verstehen, dass hier alles okay sein muss und da muss man sich erst um auszukümmern. Und all das, was ich jetzt erzähle, war mir natürlich da überhaupt gar nicht bewusst. Ich habe einfach nur, Gott sei Dank, irgendwie diesen Weg da reingefunden und habe dann auch nach drei, vier Monaten gemerkt, okay, diese ganzen Ängste, die ich immer mit mir trage, ich habe das Gefühl gehabt, ich war so Rock Bottom, dass mir alles egal war.
Ich war so, okay, es kann jetzt nicht mehr, es gibt jetzt gerade niemanden, der mir irgendwie, der mich irgendwie noch verletzen kann. Ich habe da jeden Tag meine 20.000 Schritte gemacht. Ich bin immer durch den Regen gerannt. Ich bin laufen gewesen. Ich habe meine zwei Einheiten trainiert. Ich habe jeden Tag genau das Gleiche gegessen. Ich habe kein Fernsehen geguckt, nichts gemacht, kein Alkohol, gar nichts. Ich bin einfach nur auf diesen Grind gegangen und zwar so, ihr könnt mich, ihr könnt jetzt nichts mehr, so. Und war dann so, okay, ich will auch diese Ängste loswerden und habe dann dieses eine Mädchen, meine allererste Freundin, angerufen und gesagt, ey, ich will mit dir reden und gesagt, lass uns bitte treffen.
Das war auch der erste Kontakt, glaube ich, seitdem ich das mitbekomme. Sie wusste natürlich, dass ich das mitbekommen habe, aber wir haben darüber nicht gesprochen. Wir haben uns getroffen, uns zusammengesetzt, miteinander gesprochen und sind auch nach diesem ersten Abend wieder zusammen nach Hause gefahren. Und ich weiß nicht, was es war, aber auf einmal war das Ding und sie war auf einmal voll into it und war so, ey, wir haben uns quasi wieder neu getroffen, kennengelernt.
Und nach einem Monat oder so habe ich ihr gesagt, wo es so weit war, dass sie meinte, ey, sollen wir das wieder probieren? Habe ich gesagt, ey, nein. Ich habe verstanden, dass ich auch überhaupt gar keine Gefühle mehr für sie habe. Also immer, ich habe immer noch Gefühle für sie im Sinne von, ich schätze sie sehr und ich bin auch, ich habe auch vergeben und das ist für mich gar kein Thema mehr.
Was ist das mit der Kette?
Zum Beispiel eine Kette.
Nee, weil du die jetzt in dem Moment siehst und sie denkst.
Nee, nee, nee, das ist nicht sie.
Okay.
Es ist einfach nur, aber ich habe gar kein Thema mehr damit. Natürlich, wie du merkst, habe ich ein Thema damit, aber es ist jetzt nicht auf sie bezogen und ich bin auch der Meinung, dass das nicht ihr Ding ist, was das in mir ausgelöst hat. Also du musst dir dann vorstellen, was das für ein Moment für mich war, wo ich auf einmal da stehe nach diesen vier Monaten und irgendwie alles auf einmal verstehe, was habe ich die letzten acht Jahre mir gedacht?
Ich kenne die Frau überhaupt gar nicht. Ich habe, also sie ist wirklich eine wundervolle Frau. Wirklich, ist sie eine so tolle Frau, aber sie ist nicht die Frau, die ich liebe und auch nicht die Frau, die ich fünf Jahre lang noch geliebt habe. Ich kannte sie überhaupt nicht mehr. Aber in meinem Kopf war das das Ding. Das zu verstehen auf einmal hat auch nochmal so viel in mir verändert und so viel mit mir gemacht und dieses Gefühl dann zu sagen, dass es nicht funktioniert, obwohl ich, ich sage es dir, Matze, ich habe fünf Jahre lang, wenn ich eine Sternschnuppe gesehen habe, egal wann, ich habe mir immer gewünscht, dass ich wieder mit ihr zusammenkomme.
Ausnahmslos, immer. Wenn irgendwas eine Wimpfer gepustet hat, ich habe nur an diese Frau gedacht. Ich dachte mir immer, das ist mein Leben, das ist die Erfüllung. Das ist, was ich so chase und das ist so, was ich nicht haben kann und deswegen geht es mir nicht gut. Und auf einmal stehe ich da und bin so, ey, das war alles nur in meinem Kopf. Alles nur in meinem Kopf, Projektion, wie funktioniert die Psyche, was passiert da? Auf einmal sind solche Sachen für mich interessant und ich bin so, wie kann das überhaupt sein?
Und dann habe ich auch, okay, dann habe ich auch 2019, selbes Szenario, ich habe es dir eben gesagt, es hat sich immer wieder wiederholt. Ich bin im Sommer, lerne eine wunderschöne Frau kennen, in die ich mich unglaublich verliebe. Sie ist bei mir, wir sind die ganze Zeit zusammen, auf einmal packt sie es weg. Genau dasselbe Thema. Kombiniert hier Panikattacken etc.
Damals für mich worst situation of my life. Ich denke mir, alles bricht zusammen, oh mein Gott. Ich habe sehr lange gebraucht, um das zu verarbeiten. Ich habe sie überall blockiert. Habe ein ähnliches Thema gehabt. Kann sie nicht mehr sehen. Und in dieser Phase, wo ich mich so aufgebaut habe, habe ich auch sie angerufen. Ich habe gesagt, kann ich mit dir sprechen? Wir haben gefacetimed, miteinander gesprochen. Und auch da, das hat eine riesige Last von mir gefallen. Ich habe auf einmal gemerkt, auch das war nicht das Thema die ganze Zeit.
Und das Mädchen, was über mir gewohnt hat, habe ich dann auch wieder gesehen. Und in diesem Moment, ich war, es klingt wie aus dem Film. Ich war vom Training nach Hause im Auto und ich sehe sie, dieses Mädchen, was über mir gewohnt hat, sehe ich sitzen in einem Café mit einem Jungen, den ich kenne, weil er der Ex-Freund von meiner allerersten Freundin ist. Die sind kurz nachdem ich zusammengekommen bin, kurz nachdem wir uns getrennt haben, sind die zusammengekommen.
Es war damals immer ihr bester Freund, dann haben wir uns getrennt, die sind zusammengekommen.
It is Köln.
Und der Typ sitzt mit ihr da im Café. Und ich fahre weiter, ich denke mir, Digga, ich kriege Tränen in den Augen. Ich denke kurz, ich breche zusammen und alles geht wieder kaputt. Und dann habe ich beim Kollegen im Auto, ich sage zu ihm: "Halt an, fahr wieder dahin. Fahr da hin." Ich steige aus, ich mache die Tür auf, ich steige aus, der Junge ist schon nicht mehr da. Und ich sage zu ihr so: "Ey, ich habe dich gerade gesehen, ich muss mit dir quatschen." Sie hatte sogar Geburtstag an dem Tag. Und sie sagt so: "Ey, und ich habe natürlich Tränen in den Augen und ich rede mit dir." Ich sage: "Wie geht es dir?"
Hin und her. Ich quatsche mit ihr. Sie sagt: "Ich fliege morgen wieder nach Australien zurück." Ich sage: "Okay, alles klar. Alles Gute dir." Und steige ins Auto, fahre weiter. Und ich bin so dankbar, dass ich angehalten habe, dass ich das gemacht habe und nicht diese Angst mitgenommen habe. Und ich habe dann auch mitbekommen, dass sie tatsächlich mit dem Jungen zusammengekommen ist, der mit meiner ersten Freundin auch zusammen war. Ja, man kann es sich nicht ausdenken. Das war natürlich in dem Moment auch einfach so ein krasser Schlag in die Fresse und ich war so: "Das kann nicht wahr sein.
Wie hart wollt ihr mich ficken? Wie hart will die ganze Welt mich ficken gerade?" Aber es war okay. Ich habe es genommen und ich war stark genug, um das einfach zu machen. Und ich habe auch in diesem Moment wieder gemerkt, ich muss diese Ängste und Probleme einfach angehen und ausradieren. Und Monate später habe ich mich dann auch mit ihr nochmal getroffen, als sie nochmal nach Deutschland gekommen ist und habe mit ihr darüber gesprochen. War natürlich nochmal an einem ganz anderen Punkt und wir hatten ein nettes Gespräch und sie hat das Land wieder verlassen.
Und ich kann mittlerweile auch Fotos von ihr anschauen und es ist vollkommen okay. Und ich bin, wie ich eben gesagt habe, dankbar, dass alles genau so passiert ist. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass ich so stark geworden bin und das so handeln kann, damit umgehen kann. Und für manche Leute ist das vielleicht ganz normal. Also nicht im Sinne ganz normal von dem, was passiert ist, aber ganz normal, dass man mit solchen Themen einfach auch abschließen kann und solche Dinge verarbeitet. Aber ich habe es halt nie verarbeitet gehabt und das ist jetzt alles in den letzten zwei, drei Jahren passiert.
Und das war ein sehr, sehr großer Teil meines Prozesses, die Reife, die ich gemacht habe. Und ich bin immer noch so, ich bin immer noch...
All in?
All in. Aber ich habe zum Beispiel 2023 dann, als ich meine Ex-Freundin dann kennengelernt habe, war auch erster Tag sofort, wir sind so nach zwei Wochen, glaube ich, zusammengezogen. Wir haben das ganz beste Jahr, wir sind nach drei Monaten nach Asien geflogen für drei Monate. Wir haben da zusammen Zeit gehabt und das war auch natürlich dann eine schwere Trennung, als klar war, dass es nicht funktioniert. Aber ich konnte einfach wieder zurückgehen und mein Ding machen.
Ich habe einfach mich wieder zurückgenommen und natürlich habe ich geweint und es war schwer und emotional und vermisse das auch. Aber ich bin nicht verloren gegangen. Das war das allererste Mal, dass ich nicht verloren gegangen bin.
Wann war das?
Das war im Januar letztes Jahr.
Schön.
Ja. Und...
Das erste Mal, dass du nicht verloren gegangen bist.
Das erste Mal, dass ich nicht verloren gegangen bin, ja.
Ich glaube schon daran, dass es irgendwie so was, also ich bin christlich geprägt, glaube an Gott und denke bei den Sachen, die mir, wenn ich denke, das passiert mir doch gerade zum x-ten Mal. Und das ist ja bei dir auch passiert. Da ist eine Sache immer und immer wieder passiert, weil ich, und ich weiß dann immer, okay, hier gibt es etwas, was ich noch nicht gelernt habe. Was musstest du lernen?
Ich musste lernen, mich um mich selber zu kümmern und Energie und Kraft und Leben aus dem zu schöpfen, was in mir ist, unabhängig von äußeren Faktoren.
Also du hast Verantwortung übernommen.
Verantwortung übernommen für mich und Bewusstsein für mich entwickelt und dieses Fundament gebaut für das Festigen von dem Fundament meiner Persönlichkeit und meine Routinen, meine Dinge, die mir den Halt geben und auf die ich aufbauen kann, auch wenn es draußen regnet und brummt und zittert, ist es in mir drinnen fest genug, um da Halt zu haben, unabhängig von einer Person oder außenstehenden Faktoren.
Und es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass es nicht möglich ist, für Menschen da ranzukommen, da ranzugehen, das zu nehmen. Klar macht es mir auch deswegen ein bisschen schwieriger, mich zu öffnen in manchen Hinsichten, jetzt wenn ich auf Beziehungen oder so schaue oder kennenlernen, whatever. Aber ich bin sehr happy damit.
Du hast jetzt dein Fundament für dich und diese, wenn man das einmal weiß, glaube ich, und so, also so immer wieder erfährt, dass es nicht die andere Person ist, sondern dass man es selber sein muss. Also das ist ja dann das, was einen festigt. Und das merkt man dir total an, dass du so, also dass du emotional bist immer noch, aber dass du stehst. Und das ist voll schön. Also es ist bisher noch nicht das Wort Comedy gefallen.
Wie ist das in dein Leben gekommen, die Comedy? Weil ich kenne dich als Comedian, wie die meisten.
Ich glaube, Comedy an sich in mein Leben gekommen, wie ich vielleicht eben schon kurz da angeschnitten habe, mein Dad, meine Onkels, das war so das erste Comedy-Ding, was ich mitbekommen habe, weil es ist nicht so, dass sie einfach nur lustige Kerle sind, sondern sie machen wirklich aktiv Comedy. Also wie die miteinander kommunizieren, wie die reden.
Aber dein Papa ist nicht Comedian?
Nein, nein, die sind nicht, Entschuldigung.
Nee, nee, ist gut.
Die fährliche Formulierung. Aber ich meine damit, die sind nicht einfach irgendwelche Type, die Witze machen, sondern die sind abgefuckt lustig.
Wäre jetzt das Lustigste der Welt, wenn jetzt plötzlich rauskäme, dass Atze Schröder dein Vater ist.
Aber die Jungs sind einfach super witzig und da habe ich, glaube ich, diese Begeisterung für dieses alberne, für dieses Humor als Ausdrucksweise bekommen. Und dann bin ich sehr früh in Comedy-Filme rein. Bei uns gab es die Videothek, wo ich ja auch tatsächlich mal ein Set drüber gespielt habe, über diese Videothek, wo ich als Jugendlicher immer rein bin.
Da ging es über die Pornos aber, ging das Set, oder?
Auch, ja, ja, ging auch um Pornos. Und generell aber dieses...
Bist du wirklich in diese Porno-Abteilung gegangen?
Nein. Also wir waren da auch noch gar nicht alt genug dafür. Aber diese Videothek war einfach so Ding, wir sind da oft hin und ich habe mir da immer Comedy-Filme ausgeliehen.
Welche?
Gerade kommt mir zum Beispiel "Dribbid Taylor", habe ich mir oft ausgeliehen. Das ist ein Film von Owen Wilson, oder mit Owen Wilson.
Owen ist der Beste.
Josh Peck spielt da noch mit. Er spielt einen Obdachlosen, der am Strand lebt und sich als Vertretungslehrer ausgibt, um so ein paar Highschool-Schüler vor so Mobbern zu schützen. Unheimlich lustiger Film. Ich habe ihn hundertmal gesehen. "Leg dich nicht mit Sohan an", Adam Sandler.
Adam Sandler, ja.
Ich glaube, der Film, den ich am allermeisten in meinem Leben gesehen habe. Ich habe den damals auf meiner PlayStation Portable bekommen. Mein Bruder hat mir den da draufgeladen. Ich habe den so oft gesehen. Wenn wir den jetzt zusammen gucken, ich kann den mitsprechen.
Adam Sandler ist so krass.
Adam Sandler ist, weißt du das? Kennst du meine Obsession mit Adam Sandler?
Nein.
Ah, okay. Ich dachte, ich habe schon mal in einem Podcast sehr lange über ihn gesprochen. Adam Sandler ist mein Number One Celebrity, mein Number One Comedian und für mich mein Number One Human Being. Ich bin obsessed mit dem Typen. Ich liebe alle seine Filme. Ich spreche sehr, sehr häufig darüber und ich möchte unbedingt auch noch in irgendeiner Form mit ihm zusammenarbeiten. Das werde ich auch machen. Und...
Schnitt?
Ja, mach den Schnitt. Und das war, glaube ich, der erste, ich habe auch schon damals Adam Sandler Filme gesehen gehabt. Ich glaube, "Leg dich nicht mit Sohan an" habe ich auf jeden Fall am meisten gesehen. Ich glaube, mein Favorite ist "50 erste Dates". Ich glaube, das ist mein Favorite Film generell. Das ist so ein Feel-Good-Film, den ich mir immer wieder anmache. "Mr. Deeds" ist für mich ein, also ich liebe alle Filme, aber das sind, glaube ich, so die, die ich am häufigsten gesehen habe.
Und da ist für mich dann so eine Tür aufgegangen mit diesen Comedy-Filmen und auch besonders diese Slapstick-Sachen wie auch "Scary Movie" und so. Das war ja auch vor zwölf Jahren oder so, war es ja auch so eine goldene Ära für solche Filme, irgendwie ein bisschen, wo diese ganzen Parodien auch rauskamen. Und das war jetzt bis vor anderthalb Jahren mein Bezug zu Comedy. Also Stand-up-Comedy habe ich nie mitbekommen. Ich habe dann natürlich, klar, Teddy war, glaube ich, der erste, den man dann so als Comedian, den ich so als Comedian kannte, Kristall, Felix und so, die...
Die kanntest du aber schon? Du wusstest schon, dass die...
Ja, natürlich. Ja, klar, 100 Prozent. Und ich habe auch schon Dinge gesehen gehabt. Atze Schröder natürlich, hier Olaf Schubert. Das sind alles Gesichter, die ich kannte. William Jayline, also Fernsehen eigentlich eher dann.
Fernseh-Comedy, ja.
Habe aber nie so bewusst mir das angeschaut und gedacht, oh, das wäre was für mich, sondern ich habe es einfach mitbekommen. Und dann Helge Schneider habe ich in früher Jugend auch öfter mal mir angeschaut. Und dann aber immer auf diesen Comedy-Filmen gewesen und da einfach sehr viel drin gesehen. Und dann habe ich über meine Schwägerin Christine Jucksch, die auch Comedian ist, auf einmal eine Comedy-Show gesehen und war so, ey.
Das kann ich auch.
Ja, das auch, aber auch, ey, wie geil ist das denn? Was ist das für eine krasse Kunstform? Ich habe ihr Solo gesehen, dann bin ich damals das erste Mal zu einer Mix-Show gegangen in Köln und habe dann einfach da Comedy geguckt. Und ich war so, ey, wie geil, die Leute kommen hier hin, die lachen sich kaputt. Ich sage es immer wieder, das Main Goal für mich ist, die Leute zum Lachen zu bringen. Ich ziehe am meisten Kraft aus Humor, aus Lachen, aus albern sein und ich will genau das wiedergeben und das an so viele Menschen, wie es nur geht und dieses Gefühl einfach verbreiten, was ich als Kind schon so geliebt habe, was ich jetzt über alles liebe, wenn ich mit meinen Jungs bin und gestern war ich mit, vorgestern mit Yit und Vincent, zwei gute Freunde von mir.
Yit, der Beste, wenn wir zusammen sind, wir lachen so einfach, es ist einfach nur, das ist die Essenz für mich im Leben.
Die gute Zeit.
Die gute Zeit und vor allem auch diesen Ausdruck über das Lachen. Also es gibt für mich kein, es ist für mich Peak Experience, ist dieses einfach krank Lachen, einfach so was übelst lustig finden und diese Freude einfach dabei. Das gibt mir alles so, ich liebe das einfach und deswegen will ich das unbedingt, mache ich ja auch, ich will es unbedingt weitergeben. Und das habe ich dann gesehen dort und war so, wie geil, die kommen hier hin und die lachen einfach. Und dann natürlich noch erstmal diese Leidenschaft für das Lustige, für das Lachen, dann meine Leidenschaft für Texten und Lyrik, perfekt vereint, Schauspiel noch mit drinnen, der Rhythmus vom Rap irgendwie, auf einmal war mir vollkommen klar, das ist es.
Und dann habe ich gesagt, ich werde jetzt Comedian. Und dann habe ich, glaube ich, ein Jahr lang oder anderthalb Jahre lang das einfach wieder fallen gelassen.
Du hast gesagt, ich werde Comedian, dann hast du es wieder fallen gelassen.
Genau, ja. Das war noch nämlich, als ich die Mikes gesehen habe, war noch bevor ich diese zu mir so gefunden habe. Das war vorher noch in der Zeit. Da habe ich aber schon gesagt, ich werde das machen. Aber habe ich ja eben erklärt, hin und her. Und dann, als ich in diese Zeit reingekommen bin, wo ich mich um mich gekümmert habe, ging es erstmal darum, dass ich mich stabilisiere, dass ich mich strukturiere, dass ich gucke, wie komme ich klar im Leben. Und als ich dann den Punkt erreicht hatte, wo ich auch dann wieder in der Beziehung war und meinen Job gekündigt habe, bin ich mit meiner Ex-Freundin nach Asien geflogen, habe meinen Job gekündigt, habe gesagt, okay, ich werde jetzt nach Asien fliegen.
Danach komme ich nicht wieder zurück in den Laden, wo ich acht Jahre gearbeitet habe, sondern ich werde dann Comedian. Dann bin ich nach Asien, wir haben eine gute Zeit da gehabt und ich habe den Leuten in Asien gesagt, die meinten, was machst du? Ich werde jetzt Comedian. Wenn ich wieder nach Hause komme, werde ich Comedian. Und ich habe jetzt Leute, einen Jungen aus Paris, mit ihm war ich in Vietnam Motorrad fahren. Er sagt, Bruder, du hast es wirklich gemacht. Diese Leute schreiben mir dann, du hast es wirklich gemacht, geil. Und dann bin ich nach Hause gekommen wieder, natürlich kein Geld gehabt und bin dann erstmal auf die Baustelle, habe da Laurenz kennengelernt, wir haben zusammen auf der Baustelle gearbeitet.
Auf dem Weg zur Baustelle habe ich meine Texte gelernt und geschrieben. Auf dem Weg nach Hause habe ich weiter gelernt, dann bin ich ins Training, schlafen und das habe ich drei Monate lang gemacht. Parallel dazu bin ich auf Shows gegangen, habe mir Mikes angeguckt, habe geschaut, was machen die Leute so. Für mich war die Comedy-Szene das, was ich in Köln gesehen habe. Der beste Comedian für mich war Matthias Otte. Ganz liebe Grüße, saugeiler Kerl, hast du schon mal gehört?
Kenn ich vom Namen, ja.
Er ist ein Kölner, also er ist in Köln super witzig, er macht sehr so.
Der schreibt da auch für Serien, kann das sein?
Ja, ja, ja, genau. Der schreibt auch für Serien, er macht sehr so auch sketchy Zeug, was ich ja eh liebe und ich habe ihn gesehen und ich war so, boah, geil. Dann habe ich Feis Man Gart gesehen und war so, boah, was für ein geiler Typ. Und so habe ich diese Leute so entdeckt und das war für mich der Comedy-Horizont. Ich wusste gar nicht, was hier in Berlin passiert. Und habe auch von den anderen Leuten keine Sets gesehen. Ami-Comedy habe ich mir noch nie angeschaut. Und da habe ich dann auf einmal, kannten die Leute mich auch schon, weil ich war immer auf den Mikes. Die haben dann mit mir, hier Björn vom Morgenstern, kennst du? Er war da, glaube ich, fünf, sechs Monate auf der Bühne.
Ich habe ihn angesprochen, ich meinte, ich möchte auch bald anfangen. Er meinte, ja, mach das. Wir haben in Kontakt gekommen. Moderatoren kannten mich und haben dann irgendwann gesagt, ey, willst du nicht auch mal hoch? Und ich habe das alles in so einer kurzen Zeit. Ich habe nur Lernen, Arbeit, Lernen, Training, Show, Lernen, Arbeit. So, die ganze Zeit, tack, tack, tack, bis ich dann gesagt habe, nach drei Monaten, wo ich mich explizit darauf vorbereitet habe, okay, ich gehe jetzt auf die Bühne.
Das heißt, du hast ein kleines Set erarbeitet?
Ein großes Set.
Ein großes Set?
Ja, ja, ja.
Entschuldigung.
Nee, nee, nee. Ich habe schon so, ich glaube, ich konnte schon so 25 Minuten auswendig spielen, bevor ich jetzt erstmal auf die Bühne ging.
Wow. Das ist ungewöhnlich.
Ja, ja, sehr ungewöhnlich.
Ich mache erstmal mein Netflix-Special fertig, bevor ich auf die Bühne gehe.
Nee, davon habe ich auch, glaube ich, nur so 15 Minuten gespielt. Den Rest habe ich noch nie hoch ausgebuddelt. Das war einfach, weil ich habe ja, gibt mir ja keiner 25 Minuten Zeit am Anfang. Ich hätte es auch wahrscheinlich, wäre ich auch untergegangen damit. Vielleicht auch nicht. Aber ich habe dann einfach die ersten 12 Minuten gespielt bei meinem ersten Auftritt. Und war Hammer.
Und hat es sofort funktioniert?
Ja.
Was sehen die Menschen dann in dir, wenn du auf der Bühne stehst?
Was mich sehr freut, ist, dass sehr, sehr viele Menschen trotzdem, was ich auf der Bühne erzähle, mich mitbekommen, wie ich wirklich bin. Ich glaube, die Leute sehen, dass ich sehr großen Spaß habe. Ich glaube, die Leute, je nachdem, was sie für einen Blickwinkel auf die Comedy haben, sehen, dass ich auch einen besonderen Skill habe, was das Schreiben angeht.
Schreibst du selbst?
Ja, klar.
Also alles?
Ja. Also natürlich wirft man sich mal Ideen hin und her und ich habe auch jetzt zum Beispiel für mein Solo mit meinen engen Freunden zusammengesessen, ein paar Tage und gesagt, ey Jungs, ich will das und das und das erzählen. Dann sagen die, ey, wäre doch witzig, wenn du das so formulierst, hin und her. Aber das kommt alles aus mir. Und mit meinem Bruder rede ich auch viel darüber. Es gibt zum Beispiel einen Bit auch, wo die Kennedy komplett von meinem Bruder kommt, wo mein Bruder meint, ey Jerry, ich habe diesen Gedanken, versuch das mal. Und das ist dann eins meiner Lieblingsbits geworden.
Kannst du nur den Namen des Bits sagen, dass man, wenn man das dann sieht, dass man weiß, das ist der Bruder?
Das ist Gorilla, Gorilla-Bit.
Gorilla-Bit.
Ja, ja.
Und dieses der Asi, der du ja dann auch auf der Bühne so ein bisschen, also so bist du schon, wo kommt der her?
Aus mir einfach. Also es ist immer, ich tue mich immer ein bisschen schwierig damit, wenn Leute sagen, Character, Bühnenperson und so, weil an sich bin ich keine andere Person auf der Bühne. Ich erzähle die Sachen einfach nur so, wie ich es halt am witzigsten finde. Und so haben wir auch auf der Baustelle geredet, also nicht miteinander geredet, sondern Witze gemacht. Und so mache ich auch zu Hause mit den Jungs Witze. Von Anfang an, mein treibendes Ding war immer, wenn die Jungs auf dem Sofa lachen, ist es ready für die Bühne.
Und Gott sei Dank hat es einfach genauso geklappt, die Leute nehmen es an. Also ich war immer so, ich hatte immer den Ansporn, ich will das machen, was meine Jungs, wo ich denke, die würden sich bepissen vor Lachen. Und das will ich auf die Bühne bringen und genau die Leute erreichen, die es so witzig finden wie wir. Und das hat geklappt und die Leute nehmen es an und mögen es gerne. Und das zeigt auch, glaube ich, dass wir, die Jungs und ich, einfach normale Menschen sind. Weil Leute aus jeder Gesellschaftsschicht mögen irgendwie, was ich mache. Natürlich nicht alle, was ja auch super so ist, soll nicht jeder mögen, was ich mache.
Aber es gibt nicht ein, ich mache nicht Comedy für Leute von der Baustelle oder für Leute aus der Uni oder für Leute, die im Büro sitzen oder Leute, die irgendwie Kisten nach Holland fahren. Die können das alles mögen. Ich versuche einfach so ehrliche, ich glaube ehrliche Leute zu erreichen. Und ich glaube, das ist die Essenz vielleicht auch von dem, was die Leute in mir sehen. Authentizität, nicht in Bezug auf das, was ich erzähle, natürlich, aber in dem Bezug, wie ich es meine und was ich erreichen will.
Hast du Angst, Menschen zu verletzen?
Nein.
Nein.
Nein, nein.
Wenn du über Transmenschen zum Beispiel nachdenkst und das ist ja ein, du gehst ja dann, ich habe das Bild nicht gesehen, aber eine Kollegin von mir und da gehst du ja schon so auf so ein Eis, wenn du das in Berlin spielst, wo du nicht genau weißt, trägt sich das, ist das vielleicht, also es ging so, wie ich es gehört habe, darum, dass du mit einer Person Sex haben wolltest, die davor ein Mann war und das hast du erst während des Dates erfahren und dich dann gefragt, wie muss ich das in Zukunft auschecken, ob ich das jetzt, dass ich das vorher erfahre.
So habe ich es.
Ja, ja, es ist ein.
Es ist wahrscheinlich sehr, also.
Ich werde jetzt die Punchline nicht aufklären, weil das natürlich Solo-Material ist, aber hat die Kollegin das live gesehen, das Set?
Gestern, ja.
Ah ja, gut.
Sie fand es witzig.
Ja, ja. Ich wollte gerade sagen, gestern hat es auch die Punchline sehr krass gescheppert. Das war sehr, sehr gut.
Aber gerade wenn man.
Genau, nee, ich verstehe komplett, was du sagst. Ich glaube, dass es dafür wichtig ist, dass du dir das anschaust. Ich kann es dir gerne gleich zeigen, weil die Essenz meiner Comedy immer ich bin. Es geht immer dabei, es ist immer mein, ich mache mich immer über mich lustig. Ich habe, glaube ich, einen sehr großen, ich finde sehr viel Anhang auch in der queeren Community, weil es mir auch sehr wichtig ist, eben nicht mich über Themen lustig zu machen, sondern wenn ich jetzt auf dieses Bit mich spezifisch beziehe, geht es darum, dass ich, ich sage nicht einmal, dass es für mich irgendwie ein Problem wäre, mit einer Transperson zu sein oder sowas oder dass ich es anormal finde oder irgendwas, weil so ist es nicht.
Es geht in dem Bit nur darum, dass ich selber nicht checke, was gerade passiert. Ich versuche zu gucken, wie ich mich formuliere, um die Punchlines nicht zu dingsen, obwohl es super offensichtlich ist. Ich habe dann zum Beispiel in meinem allerersten Set auch einen Joke gehabt, wo ich sage, ey, ich bin mir nicht sicher, ob die Prostituierte, wo ich gerade war, ein Mann gewesen ist, weil der Blowjob sich so komisch angefühlt hat und halt auch voll ekelhaft geschmeckt irgendwie.
Das ist ja so ein Ding von, ich bin halt selber einfach so übelster Idiot und check's nicht. Wie kann ich es nicht checken, dass es eine Transperson ist, wenn ich gerade... Und ob ich jetzt in meinem Set drüber rede, über Schwulsein oder über egal was für Themen, wo man denken könnte, ey, man muss da vorsichtig sein, was man auch sein muss, 100 Prozent. Und ich glaube, ich passe da sehr gut auf, mache aber immer nur Witze über mich.
Ja, einer meiner Stammgäste ist ja Felix Lobrecht. Und ich glaube, ich weiß nicht, ob wir es schon mal ein Jahr geschafft haben, wo dann nicht zumindest danach irgendwie Leute geschrieben haben, wie kannst du nur so jemanden einladen, der macht Witze über Menschen mit Behinderung. Und dann melden sich Menschen, die eine Behinderung haben und es melden sich uns. Es gibt ja ganz viele, die sich dann auch davon verletzt fühlen, verletzt sind. Und deswegen frage ich das auch bei dir, weil das natürlich, ich verstehe Comedy als ein Raum, meiner Meinung nach sogar, du kannst über alles Witze machen.
Alles ist free. Also du kannst jeder sein. Und natürlich ist es wichtig, wer erzählt es. Aber ich glaube, der Nachteil ist, dass viele, so war es jetzt ja auch gerade, mir erzählt jemand das und dann frage ich nach. Aber ich glaube, in diesem Moment, dadurch, dass so viel gefilmt wird, out of context und so weiter, also der eigentliche Comedy-Laden, deswegen mache ich das auch gerade so in Amerika, dass da Handys abgegeben werden, dass nichts irgendwie rausgeht, sondern es ist einfach... Und dann ist es das Befreiendste, was es eigentlich auch gibt. Und deswegen liebe ich auch an Comedy, wenn die, ich sage eigentlich bei den meisten Comedians, wenn ich irgendwie fand, es hätte doller sein können.
Also das ist ja das. Aber wir leben in einer anderen Zeit und diese Zeit heißt irgendwie, der macht sich über, der stellt sich und so weiter. Und da gibt es auch, das ist ja auch nicht, da gibt es ja auch was zu verlieren.
Also ich sehe selber auch teilweise Dinge, wo ich sage, ey, finde ich nicht in Ordnung. Ich bin der Meinung, wenn du mich jetzt fragen würdest, du hast gerade so ausgesprochen, darf Comedy alles? Ist für mich so die Antwort, ja, aber es gibt viel Zeug, was für mich dann einfach kein Comedy mehr ist. Da muss man immer gucken, wie du eben sagtest, wer sagt es, wie. Und ich glaube, da ist es besonders wichtig, auch dann bei mir darauf zu schauen, um auf die Grundfrage zurückzukommen, ob ich Angst habe zu verletzen.
Ich habe nicht aktiv Angst zu verletzen, weil ich mir bewusst bin, was ich ausdrücke und was ich damit meine. Und ich glaube, dass Menschen das auch verstehen. Also es würde mich sehr, sehr beschäftigen, wenn ich Menschen verletze. Ich habe zum Beispiel in einem meiner ersten Sets das Wording "Spasti" gehabt. Und da hat auch mich jemand darauf angesprochen und war so, ey, so und so. Und dann habe ich es ein bisschen reflektiert und gedacht, ja, okay, wenn ich jetzt, es reicht schon, wenn das eine Person ist, die irgendwie sich damit unwohl fühlt.
In dem Sinne, dann habe ich direkt gesagt, klar, klar, dann wechsel das Wort. Es war mir gar nicht so bewusst, dass es in dem Sinn war, mit dem Wort ist nicht so bewusst. Und ich möchte natürlich niemals irgendwie jemanden zu nahe treten oder verletzen mit dem, was ich mache. Das wäre für mich eigentlich das worst case. Aber ich habe keine aktive Angst davor, weil ich denke, dass ich... Ich will nicht mal sagen, gut aufpasse, weil das würde implizieren, dass ich aufpassen muss, dass ich nichts Falsches sage, sondern ich glaube, ich würde einfach eigentlich meines Erachtens nichts Falsches sagen, weil ich sehr achtsam bin und, glaube ich, mich gut einfühlen kann.
Und es wird 100 Prozent Leute geben, die sich an dem stören, was ich sage. Ich habe ja auch schon manchmal Kommentare bekommen. Aber auch da muss man dann filtern und schauen, hey, ist das jetzt jemand, der einfach sich aufregen möchte oder ist das jemand, der sich gerade wirklich verletzt fühlt und darüber sprechen möchte?
Ja, das ist ein Riesenunterschied. Kriege ich jetzt Aufmerksamkeit dafür, dass ich den... Und natürlich ist je größer du bist und je weniger du irgendwo vom Sockel bisher gefallen bist, desto interessanter wird es sicherlich werden, das zu versuchen.
Auch macht man sich natürlich auch Gedanken dazu. Und du hast jetzt eben Felix als Beispiel genommen, mit dem ich ja auch schon ein paar Mal gesprochen habe und der auch einfach ein saukooler Typ ist.
Absolut.
Und es werde mit Sicherheit nicht darum kommen, dass irgendwie irgendwas irgendwann jemanden böse aufstößt. Und da werde ich auf jeden Fall dann mit Sicherheit auch zu kämpfen haben und lernen müssen, damit umzugehen. Aber das ist natürlich alles Teil des Wegs und ich lerne ja gerne gerade.
Und das Fundament ist da.
Das Fundament ist da, ja.
Das Fundament ist da. Also ich habe dich kennengelernt, das habe ich dir erst, ich glaube, da war das Mikro noch nicht an, ich habe dich kennengelernt durch Phillis, die gesagt hat, hier, check den mal aus.
Liebe Grüße, danke schön, Phillis.
Ja, Grüße. Habe ich ausgecheckt und fand es total super und habe dann dein Instagram mir angeguckt und habe so gedacht, krass, der macht das irgendwie erst. Ich habe das letztes Jahr im August, September. Da hast du es so gerade so acht Monate, neun Monate gemacht. Und dann ist es jetzt so, in diesem Jahr habe ich so das Gefühl, also das ist, dann fing das, also wenn du es einmal den Namen gehört hast, sagen es ja plötzlich ganz viele. Kennst du den? Kennst du den? Also es ist so, auch Atze und ein paar andere, die dann so. Wann war denn für dich der Moment, wo du gemerkt hast, hier ist irgendwie, das ist nicht nur, dass ich die Leute im Raum begeistere, sondern jetzt kommt, also ich kann jetzt Sido anrufen, ob er in meinem Tourtrailer mitspielt oder Mark Forster oder wer da alles mitspielt.
Also das muss ja super schnell aus dieser Köln-Bubble rausgegangen sein.
Also erstmal, was schon eine schöne Erfahrung für mich war, war nach meinem ersten richtigen Auftritt, wo ich das erste richtige Mic gespielt habe, dass auch schon Leute außerhalb von diesem Raum überhaupt davon mitbekommen haben.
Durch Internet?
Ein Tag später, nee, erzähl. Ein Tag später hat mein jetziger Manager mich angerufen, mit dem ich jetzt zusammenarbeite, und meinte, ey, ich habe von dir gehört, was du gestern gemacht hast da und da. Hast du Lust, der hat damals auch Veranstaltungen gemacht, hast du Lust, morgen bei meiner Show zu spielen? Und das war natürlich schon mal eine riesige Bestätigung. Da war ich schon so, okay, wow, das hat schon diesen Raum verlassen irgendwie. Der Raum, wo auch sehr viele Freunde einfach von mir drin waren. Und dann habe ich, glaube ich, so drei Monate, vier Monate gemacht in NRW viel, wo ich aber noch nicht gepostet habe.
Und ich glaube, dann so März, April habe ich, glaube ich, das erste Mal so angefangen, Reels zu posten. Einen Monat später ist das erste Mal was viral gegangen. Oder vielleicht zwei Monate. Ich habe dann damals bei Revi, kennst du Revi, den Streamer-YouTuber, großer Streamer-YouTuber, einer der größten, er hat ein Format gemacht für YouTube. Ich schreibe in einem Tag ein Comedy-Set. Und da hat über einen Freund, gemeinsamer Freund Henkel, der hat mich angerufen, meinte, ey, kannst du Revi bei diesem Video helfen?
Ich war, ja klar, habe doch eine Show in Aachen dafür abgesagt und bin dann dahin und dann ausproduziert, Video. Und da war ich dann auf YouTube zu sehen. Und da war zum Beispiel, da habe ich dann, glaube ich, schon mal so 1000 Follower auf einmal gemacht durch dieses Video. Und das war so das erste Ding, wo ich von außen auch nochmal gesehen wurde, abseits von meinem Instagram. Und dann, ein paar Wochen später, ist das erste Video viral gegangen, wo ich dann auf einmal 20.000 Follower hatte oder 15.000 Follower. Erstmal 10, ich weiß es nicht mehr genau. Wenn du dann so 3.000 Follower in so ein paar Tagen machst, aufgrund von so einem Reel, bist du so, okay, wow.
Und da hat es auch schon angefangen, dass dann auf einmal halt auch du mitbekommst, okay, da sind Leute, die du auch kennst, die das sehen. Ob das jetzt Rapper sind oder wer auch immer. Und bist so, okay, krass. Und dann ist das Ganze ja immer weiter gewachsen. Dann sind es 20.000, 50.000. Und da kriegst du dann auf einmal schon mit, oh, was passiert hier gerade? Und dann gehst du natürlich nach Berlin, Mikes spielen. Und dann sind die anderen, ey, was geht, geil, dass du hier bist. Jetzt, ich habe eben kurz über Yiid geredet, der ein sehr guter Freund geworden ist jetzt im letzten Jahr, den ich vor ziemlich genau einem Jahr kennengelernt habe in Berlin, der da einen seiner ersten Auftritte hat und war so, ey, du bist mein Lieblingscomedian, Mann.
Schön.
Und ich war so, boah, krass, jetzt chillen wir die ganze Zeit miteinander. Und er kam so mein, der kann, du bist mein Lieblingscomedian, du bist für mich der Beste, den es gibt. Und ich bin so, krass, das ist ja Wahnsinn. Und dann auf einmal, ja, war zum Beispiel dann auf einmal Sido mich gesehen und mir geschrieben, ey, wenn du in Berlin bist, sag mal Bescheid, ich würde es gerne sehen. Was natürlich für mich unfassbar surreal ist. Die ganzen Dinge, egal was ich jetzt noch erzählen werde oder erzählt habe, wenn ich manche Sachen vielleicht einfach so leicht sage, liegt es daran, dass es halt alles so aufregend ist und man das so einfach mitnimmt und sich daran gewöhnt.
Aber es ist natürlich extrem krass. Und ich habe dann auch Momente, wo ich dann zu Hause sitze und dann meinen Jungs erzähle, Jung, ich war in Berlin, Sido war auf meiner Show, wir haben zusammen eine geraucht. Und dann sind die Jungs so, was? Weißt du, und da checkt man dann, versteht man dann, was hier gerade passiert. Aber es schleicht sich natürlich einfach so ein. Und dann wächst es immer weiter und es werden immer mehr Leute aufmerksam. Wie du auch zum Beispiel dann, wo ich mich ja auch sehr gefreut habe. Und ich glaube, zum Beispiel mein Vater, der auch sehr großer Fan ist von dir, hat sich riesig gefreut.
Ich glaube, für ihn ist es wahrscheinlich das Größte, was bis jetzt passiert ist, so in meiner Laufbahn.
Guck mal, wie alt ich jetzt bin.
Und ich habe mich auch sehr gefreut. Und ich kann dir sagen, ganz ehrlich, ich habe mich schon auf den Termin gefreut. Und nachdem wir fünf Minuten geredet haben, habe ich mich noch viel mehr darauf gefreut. Als ich so das erste Mal mitbekommen habe, habe ich mich wirklich sehr gefreut und war so, okay, ich wusste direkt, das wird ein sehr, sehr schöner Tag. Deswegen danke dafür. Danke nochmal für die Einladung.
Und danke an deinen Vater.
Ja, ey.
Ich bin jetzt in der Situation, dass ich nämlich sowas, mein Vater findet dich total super oder meine Mutter. Und ich hatte neulich, ich weiß gar nicht, wer das war, aber auch genauso, ja, ich kannte dich gar nicht, aber meine Mutter hört dich immer so. Okay, interessant. Aber hey.
Ja, da hat es irgendwie alles angefangen und in der Zeit hast du dann auch mich mitbekommen. Von März bis jetzt oder von April bis jetzt hat es dann immer weiter Zuwachs genommen.
Und was du jetzt machst, also du bist ja, das kann man schon so sagen, glaube ich, du bist ja, also wir haben ja das eine oder andere Mal schon heute über deine Obsessionen gesprochen. Und jetzt hast du ja eine neue Obsession, die heißt eigentlich ja Comedy. Was treibt die an? Treibt die an, ich habe einfach Bock, groß werden? Oder treibt diese Obsession auch an, scheiße, ich habe Angst, dass es wieder zurückgeht?
Ich glaube, das muss man ein bisschen aufsplitten auf den wirtschaftlichen Aspekt, dass es jetzt mein Job ist, auf den künstlerischen Aspekt und auf den auch Aspekt Spaß. Wirtschaftlich gesehen treibt mich natürlich auch stark der Erfolg an und der Gedanke daran, dass ich ein abgesichertes Leben führen kann durch die Kunst und das, was ich liebe, was natürlich ein riesiges Privileg ist. Und ich würde mir manchmal wünschen, da auch einen Schritt zurückzugehen und das nicht mehr so präsent zu haben, weil das auch schon sehr viel bestimmt.
Es wächst immer weiter, schleicht sich mit ein, muss sich immer um mehr Sachen kümmern und Gedanken machen, die eigentlich alle positiv sind, weil es läuft ja super. Aber dennoch wirft es manchmal ein bisschen Schatten auf den künstlerischen Weg.
Weil du Sachen machen musst aufgrund...
Nicht unbedingt Sachen machen müssen, aber im Kopf haben halt.
Also du denkst dann, ach, das wäre jetzt sehr doof, das abzusagen, weil es gibt so und so viel Geld oder wie meinst du das?
Nee, aber zum Beispiel liege ich halt einfach dann mal abends wach und bin so, ah, jetzt tue die Tour wird, also großes Thema für mich gerade, ich gehe auf Solo-Tour, der Druck wächst immer weiter. Manchmal liege ich abends im Bett, schlafe nicht ein, weil ich mir denke, oh Gott, was hast du da gemacht? Nicht, dass ich denke, ich kriege das nicht hin. Es wird super geil. Kommt vorbei. Aber trotzdem habe ich mir natürlich ein riesiges Ding aufgeladen.
Und der Druck ist, glaube ich, unvermeidbar. Es wäre nicht cool, wenn der Druck nicht da wäre. Und da kommt der wirtschaftliche Aspekt ein bisschen auf die Kunst drauf, weil ich halt auch weiß, okay, ich muss jetzt da und da abliefern. Und das schafft natürlich einen Druck, der nicht immer vom Vorteil ist.
Das heißt, du musst bis da und da fertig werden.
Genau. Es geht natürlich auch irgendwie ein bisschen was an Leichtigkeit verloren, glaube ich. Das kann im Kleinen sein, zum Beispiel, ich gehe auf die Bühne und weiß, oh, es sind jetzt viele Leute wegen mir hier, zum Beispiel im Downstairs. Und wenn ich jetzt heute nicht super performe, dann sind die vielleicht, hä, wieso ist der nicht so gut wie im Internet oder so. Und deswegen spiele ich lieber heute mal wieder safes Material, anstatt vielleicht den einen Witz zu probieren, der schon lange rumliegt, den ich eigentlich sehr gerne mag, aber mich gerade nicht sicher genug fühle dafür.
Das sind so kleinere Momente, sage ich mal. Diese drei Stränge laufen im besten Falle natürlich parallel miteinander und spielen auch gut miteinander. Ich glaube, dass es eigentlich so ist. Aber manchmal hat man halt kleine Gedanken, wo man denkt, ey, das ist gerade ein bisschen überhand. Und gerade bei dem kreativen und Leichtigkeit-Spaß-haben-Dings, man merkt schon, dass es sich einfach anders anfühlt als noch vor einem Jahr.
Aber es bringt halt ein riesen, also Privileg mit sich. Es ist ja das Schönste der Welt, weil es ist halt nun mal jetzt mein Job und auch nicht mehr nur mein Hobby.
Lebst du davon jetzt?
Ja, klar.
Also glaubst du...
Ja, ja, nee, ja, ja, auf jeden Fall. Also ich kann Gott sei Dank sehr gut davon leben mittlerweile. Und ich habe ja, muss man ja auch kein Geheimnis draus machen, eine große Reichweite auch auf Instagram. Und wenn man smart arbeitet, kann man ja auch davon schon seinen Mieter auf jeden Fall gut bezahlen. Ich mache jetzt nicht besonders viel Werbung oder so, aber das ist wirtschaftlich für mich auch sehr wertvoll, sage ich mal, meine Reichweite natürlich.
Und dann im Bezug darauf natürlich auch Ticketing für nächstes Jahr. Es kommen ja tausende Leute, um mich zu sehen, und da bleibt natürlich auch dann Geld hängen.
Wir haben ja erst über diese anderen Obsessionen gesprochen, ob das Beziehungen waren oder auch über das Kiffen haben wir geredet. Und was ja diese Obsessionen gemein hatten, dass sie ja so ein bisschen so eine Art Lauffeuer waren. Also zack, es entflammt dich. Also wie jetzt, ich werde jetzt Comedian, zack, es entflammt dich. Du kannst unglaublich viel Energie offensichtlich dann freisetzen. Also dass du diese Fähigkeit hast und sagst, okay, was machen wir jetzt? Und dann passiert es auch.
Und aus deiner Erfahrung weißt du aber auch, oh, du hast dich dann auch immer wieder daran verbrannt. Wie bewahrst du dich oder wie schützt du dich jetzt vom Verbrennen?
Also abseits von der präventiven Maßnahme, dass ich gerade dabei bin, mich um Therapie zu kümmern, im Bezug auf Verbrennen, mentaler Zustand etc. ist, glaube ich, das Thema, was für mich so problematisch in der Vergangenheit war, was ich ja eben auch angeschnitten hatte, zum Beispiel aus der letzten Beziehung, aus der ich gut rausgekommen bin, glaube ich, einfach ein bisschen gegessen durch mein gefestigtes Ding, durch meine Routinen, das, was ich mir aufgebaut habe.
Und am Anfang wusste ich ja noch gar nicht, dass ich Comedy mache. Und wenn du mir jetzt sagst, mach kein Comedy mehr, hättest du mir eine Knarre an den Kopf, sagst, mach nie wieder Comedy, dann finde ich morgen einen anderen Weg, irgendwas zu machen, was mich glücklich macht. Das wäre natürlich sauschade für mich, aber dann produziere ich halt einen Film oder so. Keine Ahnung.
Also es ist nicht mehr, okay, wenn wir beim Vergleich zu den Frauen waren, das war die eine oder keine. Und jetzt ist es halt, okay, ich bin im Grunde Entertainer und jetzt aktuell ist mein Gefäß Bühne, aber es kann auch ein Film sein oder was anderes, dann ist das so. Also ich kann Geschichten erzählen und die werde ich irgendwie erzählen.
Klar, kann ich keine Rakete bauen und zum Mond fliegen.
Weiß ich nicht.
Ja, alleine nicht. Aber ich könnte wahrscheinlich zum Mond fliegen, wenn ich sage, ich will es unbedingt irgendwie jemanden finden, der mich mitnimmt, keine Ahnung. Oder früher habe ich auch oft an einen eigenen Laden gedacht, Restaurant, Gastronomie. Komme ich ja eigentlich her, liebe ich über alles. Meine große Leidenschaft. Wenn du möchtest, lass uns gerne mal die Tage was essen gehen, wenn du Lust hast.
Gerne.
Das ist für mich das Schönste, was ich machen kann, ist in die Gastronomie zu gehen, Essen zu erleben. Und das ist auch ein großer Teil von mir. Und auch da, wenn, ich habe jetzt, ich stehe halt einfach dann auf einmal jeden Morgen auf und mache zehn Stunden was anderes. Aber ich kann es umsetzen, weil ich diese Stärke in mir habe. Und wenn die Comedy jetzt wegfallen würde, wäre voll scheiße, Mann. Ich würde es übelst hassen, weil ich liebe es über alles. Aber es wäre nicht mein Untergang.
Was gibt dir der obsessive Zustand?
Momentum. Unglaubliches Momentum. Wenn ich einmal halt am Rollen bin, dann rollt es halt einfach. Du hast es eben mal so gesagt, dieses Feuer, dieses Brennen dafür. Ich glaube, die Bereitschaft, Dinge zu tun, für die manche Leute zu bequem sind, viele Leute zu bequem sind. Und ich sage es auch immer, zum Beispiel, wenn ich mit meinem Manager rede, der noch ein bisschen anderes Mindset hat als ich oder andere Freunde auch. Ich hasse das auch morgens früh aufzustehen. Das ist ja scheiße.
Bockt ja gar nicht. Bockt mich ja nicht, wenn ich weiß, okay, heute habe ich 11 Uhr Aufzeichnung, dann stehe ich um 6 Uhr auf, laufe dann im Dunkeln durch die kalte Dusche. Ich hasse das mal mit mir. Aber ich nehme das halt, weil es mich weiterbringt. Und das ist, glaube ich, das, was die Obsession auch mit mir macht. Dass ich diese Dinge einfach fresse, um einfach weiterzukommen.
Obsession hat ja so ein bisschen auch einen schlechten Ruf, könnte man sagen. Und gleichzeitig, wenn wir aber schauen, wer ist erfolgreich und steht auf der Bühne oder schafft es irgendwie zum Mars zu kommen oder was es auch immer ist, das sind ja immer total obsessive Menschen. Also wir würden, also alles, was uns, Adam Sandler ist auf jeden Fall obsessive. Also da würde ich, also bei mir ist es Akar oder Kanye oder sind alle. Aber es gibt ja dann scheinbar auch so einen zu viel, also wo es wirklich dann kippt. Hast du diesen, in deiner Comedy-Karriere, hast du schon diesen, bist du schon an so einer Grenze gewesen, wo du gesagt hast, oh, hier ist jetzt die Obsession, hier wird es gefährlich?
Nein, ich glaube, da habe ich zwei Punkte zu, die irgendwie beide der gleiche Punkt sind, weil ich habe auch jeden Tag noch das Gefühl, ich bin einfach noch gar nicht obsessed genug damit.
Wirklich?
Ja.
Du denkst, du müsstest noch obsessiver sein?
Ja, ich nenne es nicht obsessiver, aber ich denke, ich müsste viel, vor allem jetzt gerade, also es ist auch so, ich müsste viel strukturierter und härter noch arbeiten gerade. Ich mache gerade zu viel, was mich nicht wirklich weiterbringt.
Zum Beispiel?
Spazierengehen und Musik hören oder im Bett liegen. Und ich weiß, dass es jetzt wahrscheinlich direkt so klingt, nee, das kann ja gar nicht sein, aber es ist jetzt gerade vor allem in dieser Phase so für mich. Ich schiebe einige Dinge gerade vor mir auf, sind jetzt wirklich auf diese paar Wochen und Tage bezogen, die ich unbedingt machen muss. Und da bin ich einfach, glaube ich, gerade nicht effizient genug in meinem Arbeiten, wo ich jetzt einen Weg wieder reinfinden muss über bestimmte Keys irgendwie, wo ich mich darum kümmern muss.
Das ist einerseits gut, dass mir das bewusst ist. Und andererseits ist das vielleicht auch ein Punkt, der gefährlich werden könnte, weil ich auch Dinge weniger genieße oder nicht mehr genug wertschätzen kann, wenn es nicht mich nach vorne treibt. Und die Pausen, das Entspannen fällt sehr schwer. Im Urlaub zu sein fällt sehr schwer, nicht daran zu denken. Ich war jetzt diese Woche, dieses Jahr drei Wochen in Italien und die erste Woche war wirklich jeden Tag nur, ich muss doch arbeiten, ich muss doch machen, machen, machen, bis ich dann irgendwann runtergefahren bin.
Und ich glaube, das ist ein Punkt, der gefährlich werden könnte. Aber ich denke, dass ich die Balance ganz gut finde und halte, weil ich mir von Anfang an dessen bewusst bin und auch Leute habe, die darauf schauen und achten und auch sind, hey, okay, das machen wir jetzt nicht. Und ich habe auch...
Also du hörst auch auf die Leute?
Ja, ja. Und ich habe auch in den vergangenen Monaten viele Dinge nicht gemacht, die ich hätte machen können: Aufzeichnungen, Rollen, Serien, Jobs, weil ich einfach gesagt habe, ey, es passt alles gerade und ich muss auf mich achten, gucken, ein bisschen auch entschleunigen.
Da gehört ja dazu.
Gehört dazu, aber es ist schwierig. Und das ist vielleicht ein Ding, was gefährlich sein könnte, wo ich mich aber jetzt gerade nicht in der Gefahr sehe.
Du hast das auch schon irgendwo anders gesagt mit dem Therapieplatz.
Im Parkomat?
Das kann sein, ja. Und ich glaube, dass das relativ viele Menschen kennen, dass die sagen, ich müsste eigentlich in Therapie gehen und eigentlich in deinem Fall sogar die Mittel hätten, weil sie es irgendwie selbst zahlen können. Was ist das, was dich noch nicht dazu gebracht hat, also was fehlt noch?
Also erstmal habe ich jetzt vor einer Woche jemanden auch getroffen für ein Erstgespräch. Ich bin da auf jeden Fall dran. Ich bin schon seit Jahren da dran, muss ich dazu auch sagen. Es hat jahrelang gedauert, bis ich jetzt diesen Schritt gemacht habe. Und ich glaube, was mir da gefehlt hat, war, ja, ich habe dich auch in dem letzten Podcast schon so ein bisschen angeschnitten, dass ich halt immer in den Phasen, wo es mir schlecht geht, mich nicht bereit sehe dafür und in den Phasen, wo es mir gut geht, denke ich mir, ich brauche es jetzt gerade nicht.
Und dadurch, durch dieses Hoch und Runter, bin ich oben, denke ich mir, warum soll ich mich jetzt darum kümmern? Bin ich ganz unten, habe ich die Kraft nicht. Und ich glaube, dadurch, dass es jetzt gerade sich so einpendelt und ich versuche, das möglichst linear zu halten, bin ich mir um beide Seiten sehr stark bewusst und kann jetzt irgendwie dieses Ding ergreifen und sagen, ey, bevor es wieder bergab geht, bevor es wieder nach oben knallt, kümmere ich mich besser darum. Vielleicht ist das das, was mir gefehlt hat.
Oder mir fehlt ja nochmal so ein richtiger Abriss, wo ich gesagt hätte, ey, jetzt muss es sein. Aber ich bin sehr froh, dass ich es jetzt auf diesem Weg gerade mache. Und gerade in Aussicht darauf, was ich mir noch wünsche, was noch alles kommen mag, ist natürlich für mich präventiv sehr smart, sich ASAP darum zu kümmern. Und auch jetzt, so wie in jedem Podcast, wenn ich darüber spreche, meine Mutter hat mir heute noch eine Nachricht geschickt und meinte, Schatz, denk bitte dran, Therapie, kümmer dich.
Ich hätte es jetzt wahrscheinlich wieder wochenlang nicht gemacht und jetzt werde ich heute nochmal daran denken.
Deine Mutter und ich, wenn du mich dran erinnerst.
Ja, wir zwei.
Du hast erst gesagt, dass du bei deiner Rap-Karriere kein Warum hattest. Und jetzt hast du ein Warum. Was ist jetzt dein Warum?
Also ich habe natürlich ein Warum gehabt in Bezug auf, warum ich das möchte. Ich stelle mir das cool vor, hin und her.
Ja, aber nicht so ein höher liegendes Simon-Sinnek-Warum.
Ich glaube, jetzt ist das Warum einmal primär auch, glaube ich, das Ausschöpfen vor Potenzial, dass ich verstanden habe, was ich machen kann und mir denke, ich will das gerne erleben, ich will erfahren, wie weit es gehen kann, was ich erreichen kann, was damals irgendwie ich noch nicht erlebt hatte. Ich wusste nicht, was ich umsetzen kann, wenn ich es möchte. Und ich glaube, das ist ein sehr großer Teil davon, zu.
Also dein Potenzial auszuschöpfen.
Mein Potenzial auszuschöpfen. Ich möchte sehr gerne, das ist eher so ein inneres Ding und nach außen möchte ich es sehr gerne geben. Ich möchte gerne Menschen begeistern. Ich habe natürlich auch, glaube ich, einen Drang. Im ganz Großen gedacht, irgendwie was zu machen, was bleibt. Ob es jetzt zum Beispiel wie bei mir ist, was die Situation zwischen mir und Megalo, was es bei mir hat und ich das vielleicht für jemand anderen schaffen kann, auch unabhängig davon, ob ich da bin oder nicht.
Das ist ein Ding, was ich in meinem Kopf habe. Und halt, wie ich eben meinte, das Main-Ding, die Leute halt zum Lachen zu bringen und den Leuten das Leben zu verschönern.
So wie es dein Papa und deine Onkel mit dir gemacht haben.
Ja, voll, ja. Und auch, wie es jetzt auch viele andere Menschen machen. Also ich begegne so vielen Menschen, die mein Leben bereichern und das ist unfassbar schön. Und ich kann es im ganz großen Stil machen. Was ist das für ein geiles Scheiße, Alter? Also es ist ja so geil. Leute, ich habe jetzt gestern, hat mir ein Junge geschrieben nach der Show, der meinte, mir geht es gerade nicht gut. Ich war auf der Show, ich habe das gesehen. Es hat mir so, wir haben auch noch geredet, ein Foto gemacht. Es war so schön für mich. Danke dafür.
Ich wollte dir nur sagen, du machst nicht nur Comedy. Du gibst mir was. Und das ist wirklich, ich habe es heute Morgen gelesen, die Nachricht. Und das ist nur eine Person. Das reicht schon. Die eine Person reicht schon. Alles, was ich bis jetzt auf mich genommen habe, reicht für diese eine Person. Aber es sind halt noch viel, viel mehr. Und das ist das Schöne. Eine Frau hat mir geschrieben vor ein paar Tagen. Sie meinte, sie hat sich von ihrem Mann getrennt. Eine erwachsene Frau mal mir. Vielleicht 40, 50 Jahre alt. Sie sagt, und ich gucke deine Videos und ich lache und das ist so schön für mich. Wie geil, Mann.
Wie geil.
Du hast so ein Vision-Board-Buch, habe ich so rausgehört. Also ein Buch.
Es klebt Adam Sandler drauf.
Ja, habe ich mir schon gedacht. Also Vision-Board heißt eigentlich im Grunde, man visualisiert seine Zukunft. Und ich habe mir schon gedacht, dass Adam Sandler da eine Rolle spielt, weil du einfach vollkommen klar gesagt hast, mit dem werde ich noch was machen. Ja, es ist super. Also was steht da noch drin?
Noch um das für dich auch klar zu stellen, er klebt drauf.
Er klebt einfach drauf.
Es ist das Cover. Das ist ein Foto von ihm auf dem Cover. Er hält so ein Schild in der Hand, da steht "No matter what, I make it happen". Und das ist quasi das Cover von diesem Buch, das habe ich selber gebastelt. Und sonst sind da sehr viel, ehrlich gesagt, materialistische und Karriereziele drin.
Ich habe heute schon deine goldene Uhr bewundert.
Ich habe auch tatsächlich eine schöne Uhr da drin.
Ja, habe ich mir schon gedacht.
Ich habe eine.
Das habt ihr irgendwie, von diesem Stern seid ihr alle.
Dann habe ich eine ausverkaufte Tour, eine ausverkaufte Solo-Tour, habe ich drin stehen. Ich habe eine Aufnahme aus der Lanxess-Arena, weil das natürlich Heimatstadt, größte Halle ist. Die möchte ich gerne bespielen mit meinem Solo.
Wann hast du das, für welches Jahr hast du das auf dem Wunschzettel geschrieben?
Ich habe kein Jahr dazu geschrieben. Also die Ziele werden immer größer und ich habe da, ich mache es so schnell es geht einfach.
Auf jeden Fall.
Nee, also im Sinne, guck mal, ich mache es so schnell es geht im Sinne von, so schnell ich halt dahin komme, indem ich hart arbeite und auf mich selber aufpasse. Nicht im Sinne von, ich muss jetzt alles umsetzen, damit es so schnell es geht, das spiele, das meine ich nicht, sondern ich arbeite darauf hin und dann wird der Tag kommen. Und dann habe ich zum Beispiel einen Roadtrip durch Amerika, den ich sehr gerne machen will, schon sehr lange Zeit. Ist natürlich auch in Anführungszeichen materialistisches Ziel, weil es halt natürlich in der Vergangenheit nicht ging wegen Geld, aber ich möchte mir gerne die Zeit nehmen, ich möchte es gerne machen, ich möchte gerne in so Barbecue-Restaurants essen und da einfach rumfahren.
Ich will.
Warst du schon mal in Amerika?
Nein, nein, nein. Abseits jetzt von den ganzen politischen Hin und Her habe ich so eine romantisierte Vorstellung einfach davon, in so einer alten Bar zu sitzen, wo die so Line-Dance tanzen, Zigaretten zu rauchen, Bier zu trinken. Irgendwie.
Das ist ehrlich.
Ist auch so geprägt aus Filmen und so. Diese Mädels mit Cowboyhut, dieses Hemd so geknotet.
Ich sehe dich da auch.
Ja, ja, ja. Und ja, ich höre auch viel Country-Musik, habe ich eben, glaube ich, schon mal off-cam kurz gesagt. Ich bin weit weg von irgendwie, dass ich jetzt großer Amerika-Fan bin, aber dieses Ding, das habe ich irgendwie nicht losgelassen die letzten Jahre und deswegen habe ich es auch mit reingeklebt. Das würde ich gerne machen. Und dann habe ich natürlich in Kombination damit jetzt auch den Comedy-Seller, zum Beispiel in New York, mit da reingeklebt, weil auch das will ich mir natürlich nicht entgehen lassen, die Dinge mitbekommen.
Der gehört dazu.
Dann habe ich ein Bild von Neujahr am Strand.
Also dieses Neujahr?
Nein, ich habe ein Foto von Neujahr, also es sind Raketen, Feuerwerk am Strand. Und ich möchte gerne einfach mal irgendwann Neujahr, wo es sein muss, warm ist.
Ach so, ich dachte, ich möchte Neujahr einfach mal auf Sylt sein.
Nein, nein, nein. Danke, nein, das passt. Nee, aber so irgendwo anders ins neue Jahr rein. Das habe ich da drin. Ich habe auch noch Fotos von Südostasien drin, wo ich ja auch schon öfter war und wo ich auch gerne noch einmal hin möchte.
Hast du eine Familie da drin?
Nein.
Mini-Jerrys?
Aber das ist auf jeden Fall was, was ich auch möchte. Aber wie soll ich darauf hinarbeiten? Ich versuche halt einfach, bester Mann zu sein, der ich sein kann und ich würde nichts lieber als Heiraten und Kinder kriegen. Das ist für mich auf jeden Fall so schon so ein Main-Ding auch. Meine Familie hat für mich den höchsten Stellenwert bei mir im Leben und ich liebe die über alles. Mein Neffe, meine Nichte sind jetzt ein Jahr alt, vier Jahre alt.
Ich kriege das so mit. Natürlich ist es jetzt für mich nicht an der Zeit, eine Familie zu gründen. Das ist mir auch vollkommen klar. Ich habe aber eine sehr schöne, also es ist eine sehr schöne Vorstellung für mich und ich möchte das auf jeden Fall. Ich denke, dass mich das am Ende wahrscheinlich auch erfüllen wird. Aber auf dem Weg dorthin nehme ich diese anderen Dinger mit.
Faszinierend, mit was für einer, wie positiv du in die Zukunft schaust. Das haben gar nicht so viele gerade. Und sehr angstfrei und das ist schön, weil du so klar bist. Also diese kalte Dusche heute Morgen, die hat dir offensichtlich gut getan.
Ja. Wenn ich das nicht mache, bin ich anders.
Ja, das kann ich mir vorstellen.
Ja, ich habe heute Morgen, ich schwöre es dir, ich lag im Bett, mein Wecker hat geklingelt, ich habe wenig geschlafen und ich war so, soll ich es einfach heute nicht machen? Ich bin einfach bis halb zehn und dann gehe ich zum Podcast und alles ist entspannt. Und dann war ich so, nein, du musst doch scharf sein, du musst doch. Und dann habe ich es gemacht und habe es gemacht.
Ich bin dieser kalten Dusche sehr dankbar. Das ist das. Also ich bin, glaube ich, auch ein disziplinierter Typ. Aber das mit dem Kaltduschen, das habe ich wirklich, das sind mal wieder mal so Phasen und dann, ach nee. Ach, ich liebe es einfach so, diesen, also für mich ist die Dusche nämlich der Ort, wo so, ach okay. Und da kommen, also ich habe heute früh in der Dusche an dich gedacht, an das Gespräch gedacht und das ist für mich, aber wenn ich das kalt, dann würde ich das, könnte ich das nicht so entspannt machen.
Ich gehe natürlich dann auch am Abend warm duschen. Das liebe ich auch extrem. Das ist dann mein, da wasche ich den Tag ab und so, kann ins Bett, kann mich entspannen. Das mache ich auch. Und das genieße ich auch sehr.
Ah, geil.
Also ich bin jetzt kein Verfechter von, du musst nur kalt duschen, aber morgens ist das perfekte Tool für mich. Und abends, ich mag auch mal baden oder so, ist auch Hammer. Ich mag mich ja wohlfühlen.
Ja, das wollte ich dir nämlich noch empfehlen, weil dieses, bei Baden ist ja so, das hat ja so einen schlechten Ruf unter so Hype-Performern wie du.
Ist das so, ja?
Naja, Baden ist ja wirklich, aber so die Badewanne, also man braucht es, die Badewanne. Wir haben mit dem Duschen gestartet, wir hören mit dem Duschen auf, das finde ich irgendwie eine Runde, das finde ich irgendwie schön. Aber ich würde es am Ende mit dir kurz zum Alexanderplatz noch gehen, das ist immer die letzte Frage. Stell dir vor, ich habe eine große Plakatwand am Alexanderplatz für dich und du darfst entscheiden, was du draufschreibst. Was schreibst du drauf?
Seid lieb zueinander. Das, was ich auch jeden Morgen in meiner Instagram-Story predige. Passt aufeinander auf. Seid lieb zueinander. Punkt. Das würde ich, glaube ich, draufschreiben, weil das das Wichtigste von allem ist. Egal, von wo man kommt, wo man sich begegnet, man muss sich immer mit Respekt begegnen und lieb zueinander sein. Es ist sehr schade, dass es nicht so funktioniert, aber ich wünsche mir, dass ich vielleicht ein, zwei Leute mehr in diese Richtung bringen kann, einfach lieb zueinander zu sein.
Das haben wir jetzt ein paar gehört und ich glaube, ich wünsche mir jetzt die, die das jetzt gehört haben, dass in dem Moment, wenn sie jetzt heute oder morgen, wenn sie in einer Situation sind, wo sie dann sagen, ah nee, ich gehe jetzt nicht in den Streit, ich gehe jetzt nicht rein, sondern ich bin mal lieb zu dem oder ihr. Wie schön.
Das ist schön.
Ey, vielen herzlichen Dank für deinen Besuch. Es hat mich wirklich gefreut. Ich habe auch gedacht, als du angekommen bist, das wird ein gutes Gespräch und das war es auch. Ich wünsche dir, dass du auf deinem Weg bleibst, dass du nicht verloren gehst und wenn du dich mal kurz verläufst, ist es nicht so schlimm, weil du weißt, wo es lang geht und dass du dann wieder zurückkommst.
Schön gesagt. Vielen Dank.
Das war Jerry Wiesen. Vielen, vielen herzlichen Dank fürs Zuschauen und auch Zuhören. Was mich nach zehn Jahren Hotel Matze, fast zehn Jahren Hotel Matze, noch immer total begeistert und mich wirklich, wirklich glücklich macht, ist, wenn ein Gespräch, das ich ja so vorher ungefähr geplant habe, wo das so hingehen könnte, wenn das so eine ganz andere Wendung nimmt und wenn ich sehe, dass ein Gast überlegt, soll ich die Tür aufmachen oder nicht und sich dann entscheidet, durch eine Tür durchzugehen und mutig seine oder ihre Geschichte erzählt. Und das fand ich heute bei diesem Gespräch wirklich, wirklich schön und es hat mich total selig stimmen lassen.
Vielen, vielen herzlichen Dank an dich, Jerry. Was ich aber auch mitgenommen habe, ist noch was ganz Praktisches, dass wenn man am Boden ist und nicht so richtig weiß, wie es weitergeht, hat man ja bestenfalls natürlich Freunde und Familie, die einem helfen. Aber man muss schon selbst der oder diejenige sein, die den Wecker früh stellt und sagt, so, jetzt stehe ich auf und jetzt beginnt ein neues Leben. Oder man muss selbst die Person sein, die die Dusch auf kalt stellt, um auf Temperatur zu kommen, sozusagen. Das nehme ich aus dieser Folge auf jeden Fall mit. Ich bin sehr, sehr gespannt, was ihr aus dieser Folge mitnehmt. Schreibt das gerne in die Kommentare bei Spotify, bei YouTube geht das ganz, ganz einfach. Ich freue mich natürlich auch, wenn ihr diese Folge weiterleitet.
Schaut euch auch gerne Jerry live an, das habe ich gemacht nach unserem Gespräch. Lohnt sich wirklich sehr. Und dann möchte ich mich natürlich herzlich bedanken bei meinem Team, bei Alex Stößlein und Daniel Böck für die Produktion, bei Lena Rochol für die Redaktion und bei Mitvergnügen für die Distribution und Vermarktung. Wenn ihr Lust habt auf eine weitere Folge Hotel Matze, dann möchte ich euch die Folge mit Phyllis Taschdorn empfehlen, als sie zum ersten Mal hier war. Da war sie auch gerade so, glaube ich, auf dem Level, wo Jerry jetzt ist, auch so kurz vor ihrer ersten eigenen Tour. War eine sehr, sehr schöne Begegnung. Wir haben uns seitdem ein paar Mal getroffen. Ist jetzt eine Freundin des Hauses, wie Jerry vielleicht auch.
Mal gucken. Hört und schaut euch gerne die Folge an. Habe ich immer noch in bester Erinnerung. Ich wünsche euch noch einen schönen Tag, eine gute Nacht, auf bald. Euer Matze.
Jerry ist Comedian aus Köln und steht erst seit Ende 2024 als Stand-up-Comedian auf der Bühne. Seitdem geht bei ihm vieles sehr schnell.
Ich wollte von ihm wissen, was ihn heute trägt, wenn außen etwas wegbricht. Wir sprechen über Kiffen und Panikattacken, Beziehungen, in denen Jerry sich verloren hat, über Männer und Weinen und den Moment, in dem er verstanden hat, dass er selbst ein Fundament in sich bauen muss.
Und wir sprechen über Comedy, Obsession und die Frage, wie man für etwas brennen kann, ohne sich selbst darin zu verlieren.
WERBEPARTNER & RABATTE:
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DINGE:
Tickets zu Jerrys Tour: https://jerryvsan.com/
Megalohs Lied „Routine”: https://youtu.be/VzxnyVFFzPg?si=_iHUVceYJzNn6GZx
Megalohs Lied “Regenmacher”: https://youtu.be/fKQo4pMDN-Y?si=zIk2FDlZqDLvbYSw
Eko Freshs Lied “Ekrem”: https://youtu.be/h1FMU0_tKKM?si=xPkdK0-ulQ4Xcy8R
Sierra Kids Album “TFS”: https://youtu.be/o3-Um0zTSuA?si=XovTIzhu19EgI50e
Jerry bei “Erkennst DU den Song”: https://youtube.com/live/tjbcSDpGde4?si=4rjn_3ie3IFBxWkE
Film “The naked Gun”: https://www.paramount.com/movies/the-naked-gun#naked%20gun
Hilfsangebot zum Thema Sucht – DigiSucht bietet kostenlose und anonyme digitale Beratung für Betroffene und Angehörige: https://suchtberatung.digital/
Alexander Stößlein & Daniel Böck - Produktion
Lena Rocholl & Marina Beuerle - Redaktion
Mit Vergnügen - Vermarktung und Distribution
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